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Strommacherin: Melanie Hörtler

Sie sorgen dafür, dass in Österreich die Lichter nicht ausgehen: die tausenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Energiewirtschaft. Hier erzählen sie von ihrer Motivation, ihrer Verantwortung und ihrem beruflichen Alltag.
 

So richtig intensiv habe ich mich mit den Folgen der Erderwärmung und des Klimawandels während meines Studiums zu beschäftigen begonnen. Seitdem lässt mich das Thema nicht mehr los. Wohl auch, weil ich einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn habe und Klimafragen sehr viel mit Gerechtigkeit zu tun haben, mit sozialer Gerechtigkeit ebenso wie mit Generationengerechtigkeit.

Melanie Hörtler, Linz AG

„Die Frage, wie wir die Klimakrise bewältigen können, beschäftigt mich seit meinem Studium.“

Melanie Hörtler Linz AG, Expertin für Strategie und Public Affairs im Bereich Energieerzeugung

Dass ich neben einem Bachelor in Betriebswirtschaft an der Universität Graz auch einen Bachelor in Umweltsystemwissenschaften gemacht habe, hat sich nach dem ersten Semester ergeben: Da habe ich gemerkt, dass mir eine rein betriebswirtschaftliche Sicht auf die Welt nicht reicht. Die Wahl meines Masterstudiums, Regenerative Energiesysteme und technisches Energiemanagement an der FH Wieselburg, war dann von dem ganz klaren Wunsch geprägt, einen Job zu wählen, der für die Bewältigung der Klimakrise relevant ist.

Eingestiegen bin ich in die Energiewirtschaft über die Photovoltaikbranche. Zunächst arbeitete ich bei einem Projektentwickler, später bei Wien Energie im Projektmanagement für Freiflächenanlagen. Meine Aufgaben reichten da von Genehmigungsverfahren über technische Planung bis hin zur Organisation von Bau und Beschaffung.

Mit der Zeit begannen mich aber immer mehr auch Systemfragen zu interessieren: Welche Technologien werden künftig wichtig sein? Wie lassen sich Klimaziele mit Versorgungssicherheit und wirtschaftlichen Anforderungen verbinden? Als vor einigen Jahren bei der Linz AG eine Position mit Fokus auf Strategie, Dekarbonisierung der Kraftwerke, Forschung und Public Affairs ausgeschrieben wurde, war für mich daher schnell klar: Das würde ich gern machen. Seit Juli 2023 arbeite ich nun dort als Expertin für Strategie und Public Affairs im Bereich Energieerzeugung.

In meinem Arbeitsalltag bearbeite ich sehr unterschiedliche Fragen: Ich bin an der Entwicklung strategischer Projekte wie der Dekarbonisierung der Fernwärme bis 2040 beteiligt, zugleich leite ich das Forschungsprojekt Heatrock zur Großwärmespeicherung in Kavernen. Dazu kommt der Austausch mit Behörden, Politik, Forschungseinrichtungen und anderen Energieunternehmen und die Analyse von Gesetzesentwürfen, das ist der Public-Affairs-Teil.

Eine wichtige Erfahrung für meine Arbeit war meine Zeit als Trainee bei Oesterreichs Energie in Brüssel. Dort wurde mir noch einmal sehr deutlich, wie komplex das Zusammenspiel zwischen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft im Energiesektor tatsächlich ist. Gerade dieses Zwischenspiel finde ich faszinierend und ich bin froh, ein Teil davon zu sein.