Strommacher: Ingemar Breuss
Sie sorgen dafür, dass in Österreich die Lichter nicht ausgehen: die tausenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Energiewirtschaft. Hier erzählen sie von ihrer Motivation, ihrer Verantwortung und ihrem beruflichen Alltag.
Zunächst sah es so aus, als würde ich ein ganz klassischer Jurist werden. Ich habe in Innsbruck Betriebswirtschaft und Jus studiert, ging dann nach Wien in eine Rechtsanwaltskanzlei, später nach Liechtenstein. Kurz vor meinem dreißigsten Lebensjahr kam die Rechtsanwaltsprüfung dran.
Mit der Zeit wurde mein Wunsch jedoch immer stärker, in die Industrie zu wechseln. Dass ich 2007 bei den illwerke vkw begonnen habe, war mehr oder weniger Zufall. Gerade als ich mich nach interessanten Aufgaben in einem der vielen Top-Industrieunternehmen in Vorarlberg umschaute, war dort eine spannende Stelle in der Unternehmensentwicklung ausgeschrieben. So haben die illwerke vkw und ich zusammengefunden.
Zu Beginn war ich für die Beobachtung der Energierechtsgesetzgebung auf nationaler und europäischer Ebene zuständig. Später nahm ich an einem Trainee-Programm im Brüsseler Büro von Oesterreichs Energie teil. Dieses Programm wurde für Mitarbeiter der Energieversorger entwickelt, damit sie einen Einblick in die Institutionen der EU bekommen. Zu sehen wie Richtlinien und Verordnungen entstehen und wie EU-Kommission und EU-Parlament arbeiten, war für mich sehr spannend und lehrreich. Ich denke noch heute gern daran zurück.
Im Unternehmen übernahm ich im Lauf der Zeit verschiedene Funktionen, unter anderem im Finanzbereich und später als Leiter der Rechtsabteilung. Vor knapp fünf Jahren wechselte ich in meine heutige Rolle als Geschäftsführer der Netzgesellschaft. Dort bin ich vor allem für regulatorische und kaufmännische Themen verantwortlich und beschäftige mich weiterhin intensiv mit energiepolitischen Entwicklungen und deren Auswirkungen auf die Branche.
Und da gibt es einiges, das uns auf Trab hält: Die Herausforderungen im Netzbereich sind derzeit enorm, etwa die Umsetzung zahlreicher Vorgaben aus dem Elektrizitätswirtschaftsgesetz, darunter die Umstellung von Zählern auf die Viertelstundenablesung. Bei rund 220.000 Zählern bedeutet das Milliarden Datensätze pro Jahr. Dafür bauen wir derzeit ein eigenes Datenmanagement-Kompetenzzentrum auf.
Ein weiteres großes Thema ist der Ausbau der Netzinfrastruktur. Bis 2040 plant unser Unternehmen hier Investitionen von rund 1,4 Milliarden Euro. Sie sehen also: Langweilig wird uns nicht. Es macht aber auch richtig Freude, mit den richtigen Entscheidungen den grünen Umbau unseres Energiesystems voranzutreiben.




















































