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Strommacherin: Sonja Lucchi stellt sich vor

Sie sorgen dafür, dass in Österreich die Lichter nicht ausgehen: die tausenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Energiewirtschaft. Strom Linie lässt in jeder Ausgabe zwei von ihnen selbst zu Wort kommen: Hier erzählen sie von ihrer Motivation, ihrer Verantwortung und ihrem beruflichen Alltag.
 

Manche Dinge ergeben sich einfach. Als ich nach meiner Karenz ins Unternehmen zurückkehrte, war die Energiebranche ganz stark mit den Vorbereitungen für die bevorstehende Einführung der Datenschutzgrundverordnung beschäftigt. Ich stieg in ein Vorbereitungsprojekt zum Thema DSGVO in unserer Netzgesellschaft ein und beschäftige mich seitdem überwiegend mit diesem Thema. Das sind inzwischen auch schon wieder fünf Jahre.

Netze sind ja, was Daten betrifft, ein sensibler Bereich. Die Netzbetreiber lesen die Zählerdaten der Kunden aus und leite diese Daten dann im Rahmen der Marktkommunikation an die jeweiligen Empfänger weiter. Als Netzbetreiber sind wir also nicht nur Infrastrukturbetreiber, sondern auch eine wichtige Datendrehscheibe.

Sonja Lucchi
„Wir schaffen für die Umsetzung neuer regulatorischer Rahmenbedingungen in sensiblen Bereichen funktionierende Prozesse.“ Sonja Lucchi Fachexpertin im Department „Strategie, Kommunikation, Regulierung & Recht“, Salzburg Netz GmbH

Jedes Mal, wenn wir neue Geschäftsprozesse aufsetzen oder wenn technische Änderungen anstehen, müssen wir sehr exakt prüfen, ob diese Änderungen auch DSGVO-konform sind. Das ist ein wichtiger Teil meiner aktuellen Arbeit. Ich habe mir als Juristin in den vergangenen Jahren dafür auch einiges an technischem Hintergrundwissen angeeignet. Andererseits sind meine Kolleginnen und Kollegen von der Technik inzwischen auch sehr auf Datenschutz sensibilisiert und merken selbst, ob es kritische Punkte bei neuen Projekten geben könnte. Sie sprechen mich dann von sich aus an, damit wir eine gesetzeskonforme Lösung finden.

Was die DSGVO betrifft, so bin ich auch Mitglied im Datenschutzteam und unterstütze den Datenschutzbeauftragten bei der Wahrnehmung seiner Pflichten.

Das ist aber nicht alles: Neue rechtliche und regulatorische Rahmenbedingungen sind für mich auch ein Thema. Jetzt zum Beispiel das EAG. Wie bei allen neuen Regelungen gibt es darin Bereiche, für deren Umsetzung noch Prozesse geschaffen werden müssen. Hier besteht meine Aufgabe darin, mich mit Kolleginnen und Kollegen im Unternehmen, aber auch breiter innerhalb von Oesterreichs Energie abzustimmen und so zu einer gemeinsamen Lösung zu kommen. Netzbetreiber spielen in der Energiewende eine Schlüsselrolle und wir sind bemüht, unsere Prozesse so aufzustellen, dass das komplexe Zusammenspiel der Marktteilnehmer bestens funktioniert.

Einen dritten Bereich betreue ich auch noch: Ich bin in das Programm Chancengleichheit eingebunden. Es gibt eine Ombudsstelle für Genderthemen in der Netzgesellschaft. Wir haben unlängst evaluiert, wie zufrieden unsere Mitarbeiterinnen mit der Frauengleichbehandlung im Unternehmen sind, und die Ergebnisse waren durchwegs sehr erfreulich.

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