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Strommacherin: Annina Martin

Verbund Energy4Customers GmbH ist die Verbund-Vertriebstochter für Haushalts- und Gewerbekunden. In meinem Tätigkeitsbereich, dem Business Steering, sind kaufmännische Themen gebündelt mit dem Ziel, die Management-Entscheidungen zu unterstützen: Controlling, Energiedatenmanagement, Data Science und Dienstleistungs-Steuerung.

Annina Martin, VERBUND Energy4Customers GmbH
„Ich erlebe jeden Tag, wie sehr die Energiewende diese Branche verändert.“ Annina Martin Leitung Business Steering, VERBUND Energy4Customers GmbH

Ich erlebe jeden Tag, wie sehr die Energiewende diese Branche verändert. Einerseits steigt die Vielfalt der Produkte, die wir im Markt positionieren. Andererseits verändern sich aber auch die Kunden – sie werden immer mehr zu Prosumern: Manche Kunden beziehen Strom nicht nur, sondern generieren ihn selbst über Photovoltaikanlagen. Die Entwicklung geht dahin, Lösungen zu entwickeln, die es ermöglichen, das Verbrauchsverhalten zu optimieren – wie etwa das Laden von E-Autos, während die Sonne scheint.

Das verändert auch unseren Alltag: Wir passen unsere Strombeschaffung und Absatzplanung an geändertes Verbrauchsverhalten an und stellen sicher, dass der jeweilige Produktmix von erneuerbaren Energien korrekt ausgewiesen wird. Generell ist zu beobachten, dass die Produktentwicklungsintervalle kürzer werden. Wir entwickeln Produkte für Kunden, die sowohl einen Einspeise- als auch einen Abnahmetarif benötigen und überlegen, wie wir neue Marktmodelle wie etwa Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften in unser Geschäftsmodell integrieren können. All das macht die Prozesse auch im Backoffice-Bereich komplexer, nicht zuletzt durch erhöhten Abstimmungsbedarf mit Netzbetreibern oder Monitoringstellen.

Diese steigende Komplexität gestaltet die Arbeit in unserem Team auch reizvoll. Ich habe Strom schon immer für ein spannendes Produkt gehalten, eben weil der Markt und die regulatorischen Rahmenbedingungen sich immer wieder verändern. Die Wechselwirkung zwischen komplexer werdenden Marktprozessen und dem Digitalisierungsfortschritt verstärkt meine Einstellung.

Und diese Entwicklung verändert auch die Art des Arbeitens. „Agil“ ist natürlich ein Buzzword, aber es hat schon seine Berechtigung: Es stimmt ganz einfach, dass man immer weniger in Abteilungen denken kann. Das zeigt etwa die Produktentwicklung: Hier ist es entscheidend, Raum für Kreativität zu lassen, neue Formen von Workshops auszuprobieren, sich auch manchmal mit den Kolleginnen und Kollegen auf der grünen Wiese zu bewegen, bevor man einen Business Case erstellt. Ich versuche mein Team so freizuspielen, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Möglichkeit haben, in diese Prozesse ihre Expertise einzubringen.