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E-Mobilität: Nur mit grünem Strom gelingt auch die Verkehrswende

 

Einer der größten Hebel der Energiewende liegt im Verkehrsbereich. Wenn es hier gelingt, den Energieverbrauch zu reduzieren und gleichzeitig die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu lösen, ist viel gewonnen. Dazu werden Benzin und Diesel durch elektrischen Strom ersetzt – der Schlüssel lautet E-Mobilität. 

Ein Mittelklassewagen verbraucht auf einer Strecke von 100 Kilometern etwa 7 Liter Kraftstoff. Das entspricht umgerechnet in Strom einem Energieverbrauch von 70 Kilowattstunden. Ein E-Auto hingegen braucht für dieselbe Strecke nur ungefähr 10 bis 15 Kilowattstunden Strom – ein Äquivalent von 1 bis 1,5 Liter Sprit auf 100 Kilometer. Hauptgrund dafür ist der deutlich höhere Wirkungsgrad. Autos mit Strom anzutreiben, liegt also auf der Hand und dementsprechend steigt auch der Anteil an Neuzulassungen sukzessive (auch wenn er am Gesamtbestand gemessen noch sehr niedrig ist). 

Intelligente Netze schaffen neue Möglichkeiten

Für die E-Wirtschaft ist E-Mobilität in vielerlei Hinsicht eine Herausforderung – vor allem in die Stromnetze muss investiert werden. Wenn in Zukunft der gesamte Fahrzeugbestand in Österreich mit Strom fährt, sind etwa 16 Prozent elektrische Energie zusätzlich erforderlich. Die Herausforderung liegt aber gar nicht so sehr darin, diesen zusätzlichen Strom zu produzieren, sondern vielmehr darin, damit in angemessener Geschwindigkeit sehr viele Autos damit aufzuladen. Einerseits ist ein leistungsstarkes Netz aus Ladestationen notwendig. Gleichzeitig muss aber auch in ein intelligentes Netzmanagement investiert werden. Das Stromsystem muss immer im Gleichgewicht bleiben, damit eine stabile Versorgung gesichert ist – es muss also immer genauso viel Strom produziert werden, wie verbraucht wird, da eine Speicherung im Stromnetz nicht möglich ist. 

Da E-Autos viel Strom laden, können sie das Netz damit stark unter Druck bringen. Hier kommen einerseits Smart Grids und Smart Meter ins Spiel, also die Digitalisierung des Stromnetzes und der Stromzähler. Das ermöglicht, ein “netzdienliches” Laden von E-Autos beispielsweise automatisiert in der Nacht, wenn der Verbrauch grundsätzlich niedrig ist. Nebenbei hat das übrigens auch den Vorteil, dass die Strompreise zu diesen Zeiten niedriger sind, was über flexible Tarife an Kundinnen und Kunden weitergegeben werden kann. 

Elektro-Auto
© Fotolia/Tom Hanisch
Schneller laden an öffentlichen Stellen

Die Ladeleistungen von E-Autos betragen ein Vielfaches der derzeit üblicherweise an Hausanschlüssen geplanten Leistungen von 3 kW bis 5 kW. Unterschiedliche und meist kurze Einschaltzeiten etwa beim Kochen und Waschen waren bisher typisch für Haushaltslasten. Durch die lange Ladedauer von mehreren Stunden bei E-Autos, tritt nun allerdings eine hohe Gleichzeitigkeit des Leistungsbedarfs im Netz auf, wodurch eine wesentlich stärkere Belastung der Verteilernetze entsteht. Bestehende Niederspannungsnetze stoßen ohne Maßnahmen schnell an ihre Grenzen. 

Während Autos daheim vielleicht langsam über Nacht aufgeladen werden können, muss es tagsüber an öffentlichen Ladestationen oft schnell gehen. Stromtarife werden deshalb in Zukunft eine Leistungskomponente enthalten – soll ein Auto schneller geladen werden, ist das dann auch teurer.