Energie aus Österreich

Wer Energie selbst erzeugt, kann auch selbst darüber bestimmen. Gerade in Zeit geopolitischer Spannungen ist eine möglichst eigenständige Energieversorgung ein wesentlicher Faktor für Sicherheit und Souveränität. Aktuell (2025) kann Österreich 41 Prozent seines jährlichen Energieverbrauchs aus heimischer Erzeugung decken.

Legt man das auf ein Kalenderjahr um, reicht  die in Österreich erzeugte Energie damit rechnerisch bis zum 30.Mai eines Jahres. Ab 31. Mai ist das Land für den Rest des Jahres auf Importe angewiesen. Insgesamt stammen derzeit 59 Prozent der verbrauchten Energie aus dem Ausland.

Das entspricht rund 155 Terawattstunden (TWh). 75 TWh davon – also fast die Hälfte – kommt aus Bioenergie, primär Holz. An zweiter Stelle steht die Wasserkraft mit 33 TWh. Trotz des stark unterdurchschnittlichen Wasserkraftjahr 2025 bleibt sie damit eine der wichtigsten heimischen Energiequellen. Weitere bedeutende Beiträge liefern Photovoltaik (10 TWh), Windkraft (9 TWh) sowie die Umgebungswärme (10 TWh, inklusive Solar- und Geothermie) als weitere erneuerbaren Quellen.

Der Anteil fossiler Energie an der eigenen Erzeugung ist mittlerweile stark zurückgegangen. Erdöl und Erdgas werden in Österreich heute nur mehr im Umfang von jeweils 5 TWh, also in Summe rund 6 Prozent, gefördert. Das war in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts noch anders: 1975 entfielen 12 Prozent der inländischen Energieerzeugung auf Kohle, 25 Prozent auf Erdöl und weitere 25 Prozent auf Erdgas. Zusammen machten fossile Energieträger damals fast zwei Drittel der heimischen Energieerzeugung aus. 

In welchem Verhältnis steht die eigene Energieerzeugung zum Verbrauch?

Entscheidend für eine selbstbestimmte Energieversorgung ist nicht nur, wie viel Energie im Inland erzeugt wird, sondern auch, welchen Anteil unseres Verbrauchs wir damit „aus eigenen Quellen“ decken können.

Ein Blick auf die wichtigsten Energieträgern zeigt deutliche Unterschiede: Während Österreich seinen Bedarf an erneuerbaren Energien weitgehend aus heimischen Ressourcen decken kann, ist die Abhängigkeit von Importen bei fossilen Energieträgern besonders hoch.

2025 stammten lediglich 4 Prozent des Bedarfs an Erdöl- und Erdölprodukten aus inländischer Rohölförderung. Bei Erdgas lag der Eigenversorgungsgrad bei nur 7 Prozent. Der gesamte Bedarf an Kohle wurde musste durch Importe gedeckt werden.

Aners sieht es bei den erneuerbaren Energien aus: Bei Wasserkraft, Windkraft, Photovoltaik, Bioenergie und Umgebungswärme) liegt der Eigenversorgungsgrad naturgemäß hoch und liegt zwischen 94 bis 103 Prozent. Werte über 100 Prozent bedeuten, dass mehr Energie erzeugt als im Inland verbraucht wird und somit exportiert werden kann.

Auch das im inländische Abfallaufkommen wird vollständig energetisch genutzt.

Kompass Energieunabhängigkeit ist ein gemeinsames Projekt von Oesterreichs Energie und Österreichische Energieagentur.