Energieunabhängigkeit: Die Fakten

Ohne Energie geht nichts. Wir brauchen Energie, um zu produzieren, mobil zu sein, zu wohnen, zu heizen und um zu kommunizieren. Umso wichtiger ist es, dass dieses unverzichtbare Fundament unseres täglichen Lebens und Wirtschaftens sauber, sicher und leistbar ist. Eine zentrale Frage dabei lautet: Woher kommt unsere Energie? Gerade in Zeiten geopolitischer Spannungen gewinnt diese Frage an Bedeutung. Oesterreichs Energie und die Österreichische Energieagentur haben diese den Kompass Energieunabhängigkeit ins Leben gerufen, um Antworten auf diese Frage zu liefern – faktenbasiert, verständlich, lösungsorientiert und aktuell.
 

Ein wesentlicher Faktor für Energieunabhängigkeit ist die Herkunft der Energie, die wir verbrauchen. Stammt sie aus heimischen Quellen – aus Österreichs Flüssen, Böden und Wäldern oder aus Sonne und Wind, direkt vor unserer Haustür? Oder wird sie über weite Strecken via Pipelines und Leitungen oder per Bahn oder Lkw importiert?

Wie unabhängig Österreich bei seiner Energieversorgung ist, zeigt der Anteil der im Inland erzeugten Energie am gesamten Energieverbrauch: Dieser liegt aktuell (2025) bei 41 Prozent, nach 44 Prozent im Jahr 2024. Zum Vergleich: 2005 konnte Österreich nur 29 Prozent seines Energieverbrauchs aus heimischen Quellen decken. 1970 waren es – bei einem damals deutlich geringeren Energiebedarf – noch 46 Prozent.
 

Selbstbestimmt bei Erneuerbaren, abhängig bei Fossilen

Ein Blick auf die Aufbringung der wichtigsten Energieträgern zeigt deutliche Unterschiede: Selbstbestimmte Energieproduktion besteht heute überwiegend bei erneuerbaren Energien, insbesondere Wasserkraft, Photovoltaik, Windkraft, Bioenergie und Umgebungswärme. Dagegen ist die Abhängigkeit von Importen bei fossilen Energieträgern besonders hoch.

Globale Lieferketten bei Kohle, Öl und Gas – europäischer Markt bei Strom

Die Importabhängigkeit beträgt 2025 rund 93 Prozent bei Erdgas, 96 Prozent bei Erdöl und 100 Prozent bei Kohle. Seit dem Auslaufen russischer Gaslieferungen kommt Erdgas vor allem via Deutschland und Italien nach Österreich, darunter norwegisches Gas, Pipelinegas aus Algerien und Aserbaidschan sowie LNG aus verschiedenen Weltregionen, zum Großteil aus den USA. Rohöl gelangt fast ausschließlich über die Transalpine Ölleitung und die Adria-Wien-Pipeline nach Österreich, wobei Kasachstan mit Abstand das wichtigste Herkunftsland ist. Im Strombereich ist die Situation anders, Österreich versorgt sich weitgehend selbstbestimmt mit elektrischer Energie. Import und Export ist primär Resultat des europäischen Strommarkts, in dem Österreich als wichtiges Transitland gut eingebunden ist. Stromimporte aus fernen Ländern gibt es nicht.

Importe bringen Konflikte, Kosten und Unsicherheiten ins Land

Die starke Abhängigkeit von fossilen Energieimporten verursacht erhebliche wirtschaftliche und strategische Kosten. Österreich verzeichnet dadurch jährlich milliardenschwere Kaufkraftabflüsse ins Ausland; allein die Nettoimporte fossiler Energieträger hatten in den vergangenen zehn Jahren einen durchschnittlichen Wert von rund zehn Milliarden Euro pro Jahr. Gleichzeitig erhöhen internationale Krisen, Transportstörungen und geopolitische Konflikte das Risiko von Lieferausfällen und Preisschocks. Dies kann Unternehmen, insbesondere die energieintensive Industrie, belasten und die Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigen. Zusätzlich entstehen Kosten für strategische Reserven, staatliche Entlastungsmaßnahmen sowie Umwelt- und Gesundheitsschäden durch die Nutzung fossiler Energieträger. Demgegenüber schaffen Importe zwar die Voraussetzungen für eine kurzfristig kostengünstige Versorgung mit Energierohstoffen und ermöglichen industrielle Wertschöpfung, sie verringern jedoch die strategische Autonomie und erhöhen die wirtschaftliche Verwundbarkeit gegenüber Entwicklungen auf den internationalen Energiemärkten.

Schlüssel zu mehr Energieunabhängigkeit:

Effiziente Technologien, Elektrifizierung, heimische Energie

Die gute Nachricht: Österreich kann handeln. Wir kennen alle Technologien und Lösungen, um Schritt für Schritt mehr Unabhängigkeit bei Energie zurückzugewinnen. Effiziente Technologien und Elektrifizierung helfen uns dabei, Importe zu reduzieren und gegen Energie aus Österreich und Europa einzutauschen. Details finden Sie in den Zukunftsbildern von Oesterreichs Energie und Österreichischer Energieagentur:

Kompass Energieunabhängigkeit ist ein gemeinsames Projekt von Oesterreichs Energie und Österreichische Energieagentur.