Lokale Wertschöpfung statt Abhängigkeit
Versorgungssicherheit als lokaler Wirtschaftsmotor
Versorgungssicherheit entscheidet sich nicht allein an Kraftwerken und Stromnetzen. Ebenso wichtig ist, ob die dafür benötigten Technologien im eigenen Land entwickelt, produziert und gewartet werden können. Diesen Zusammenhang zwischen industrieller Wertschöpfung, technologischem Know-how und einem resilienten Energiesystem stellte Erwin Raffeiner, Geschäftsführer der Sprecher Automation GmbH, in den Mittelpunkt seiner Keynote „Lokale Wertschöpfung statt Abhängigkeit – Versorgungssicherheit als lokaler Wirtschaftsmotor“.

Versorgungssicherheit entscheidet sich nicht allein an Kraftwerken und Stromnetzen. Ebenso wichtig ist, ob die dafür benötigten Technologien im eigenen Land entwickelt, produziert und gewartet werden können. Diesen Zusammenhang zwischen industrieller Wertschöpfung, technologischem Know-how und einem resilienten Energiesystem stellte Erwin Raffeiner, Geschäftsführer der Sprecher Automation GmbH, in den Mittelpunkt seiner Keynote „Lokale Wertschöpfung statt Abhängigkeit – Versorgungssicherheit als lokaler Wirtschaftsmotor“.
Als zentrale Herausforderung bezeichnete Raffeiner die seit Jahren abnehmende Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Produktion. Hohe Arbeits- und Energiekosten, bürokratische Anforderungen und weitere Belastungen schwächten den Standort. Eine schleichende Deindustrialisierung führe jedoch nicht nur zum Verlust von Arbeitsplätzen. Mit den Unternehmen verschwinde auch wertvolles Wissen – darunter Kompetenzen, die für den Betrieb, die Wartung und die Weiterentwicklung der kritischen Strominfrastruktur benötigt werden.
Österreich müsse daher seine Wettbewerbsfähigkeit zurückgewinnen und vorhandene Stärken gezielt nutzen. Insbesondere die heimischen Kompetenzen bei Entwicklung und Engineering hätten das Potenzial, Produktion und Wertschöpfung nach Österreich zurückzubringen. Der Stromwirtschaft komme dabei eine wichtige Rolle zu, da sie bereits heute in hohem Maß auf lokale Produktion setze. In Beschaffungsprozessen dürfe deshalb nicht ausschließlich der unmittelbar sichtbare Preis entscheiden. Auch der Erhalt von Arbeitsplätzen, technologischem Know-how und heimischen Produktionskapazitäten müsse stärker berücksichtigt werden.
Lokale Wertschöpfung brauche zugleich verlässliche Rahmenbedingungen. Dazu gehören aus Raffeiners Sicht ausreichend verfügbare und für Haushalte wie Unternehmen leistbare elektrische Energie sowie ein resilientes Stromnetz. Grundlage sollte ein langfristiger Plan sein, der wirtschaftliche, soziale, ethische und ökologische Aspekte miteinander verbindet, realistische Ziele vorgibt und der Cybersicherheit hohe Priorität einräumt. Eine solche Strategie stärke nicht nur den Wirtschaftsstandort, sondern verringere auch Abhängigkeiten und erhöhe die Versorgungssicherheit.


