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Internationaler Strompreisvergleich

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Einordnung und Handlungsempfehlungen zu Stromkosten der österreichischen Industrie

Für Österreich und die EU generell sind die Industriestrompreise für große Industriebetriebe tiefer als für mittelgroße Betriebe. Größere Stromabnehmer bezahlen geringere Netzentgelte und sind teilweise auch von Steuern und Abgaben befreit. Die Preisentwicklungen am Spotmarkt schlagen sich bei größeren Stromabnehmern in der Regel schneller nieder als bei kleineren.

Die europäischen Preise liegen deutlich über denen der USA und Chinas. Bis 2020 lagen die Strompreise in der EU, den USA und China auf einem sehr ähnlichen Niveau, entwickelten sich in den Folgejahren aber deutlich auseinander. Die Stromsysteme in Europa, den USA und China sind jedoch nicht vergleichbar. Chinas Markt steht unter starkem staatlichem Einfluss. Die Stromversorgung in den USA ist wiederum deutlich unzuverlässiger.

Die Industriestrompreise in Österreich reihen sich im europäischen Mittelfeld ein: Die österreichischen Industriestrompreise liegen auf dem Niveau seiner Nachbarländer. Die Preise in Skandinavien, Spanien und Frankreich liegen tiefer als in Österreich. In Deutschland, Polen und Tschechien zahlen Industriekunden im Schnitt mehr.

Das allgemeine Strompreisniveau kann langfristig durch eine Ausweitung des Angebots gesenkt werden. Hierfür ist vor allen Dingen der Ausbau von erneuerbaren Erzeugungskapazitäten notwendig, deren Erzeugungskosten nicht durch Erdgas- oder CO2-Preise bestimmt werden.

Die Stromkostenanteile am Umsatz liegen in der österreichischen Industrie im Mittel bei rund einem Prozent. Energieintensive Subbranchen weisen höhere Stromkostenanteile auf (v. a. in der Chemie- und Mineralindustrie mit bis zu 23 Prozent).

Die Personalkostenanteile haben (mit rund 10 bis 31 Prozent) in der Regel einen deutlich höheren Anteil am Umsatz als die Stromkosten. Für die Industrie insgesamt liegen die Personalkosten ca. um den Faktor 20 höher als die Stromkosten.

Trotz der deutlichen Strompreisanstiege seit 2022 zeigt sich auf gesamtindustrieller Ebene kein linearer Zusammenhang zwischen Stromkosten und Produktionsentwicklung. Während sich die Industrieproduktion in Deutschland deutlich rückläufig entwickelte, blieb sie in Österreich und der EU insgesamt stabiler – trotz vergleichbarer Stromkostenanteile. Dies deutet darauf hin, dass Stromkosten die Entwicklung nur teilweise erklären können und weitere Faktoren wie Branchenstruktur, Nachfrage und konjunkturelle Entwicklung maßgeblich sind.

Durch die notwendige Transformation der Industrie inklusive umfassender Elektrifizierung ist ein Anstieg der Stromkosten(-anteile) in nahezu allen Branchen zu erwarten. In Abhängigkeit von der Entwicklung der Strompreise relativ zu fossilen Energieträgern steigen dadurch die Anteile der Stromkosten an den Energiekosten, während die Anteile fossiler Energieträger sinken. Niedrige Stromkosten und höhere Effizienz von strombasierten Technologien können Anreize für die Umsetzung von Elektrifizierungsmaßnahmen sein.

Insgesamt sind die Stromkosten heute nur vereinzelt von großer Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Industrie. In Zukunft werden sie aber v. a. für Grundstoffbranchen zentral für die wirtschaftliche Stärke und die erfolgreiche Transformation.

Langfristig ist zur Senkung des Strompreisniveaus eine Ausweitung des Stromangebots über den Zubau erneuerbarer Energien erforderlich. Kurzfristig können zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit Instrumente zur zielgerichteten Unterstützung der besonders betroffenen Branchen eingeführt werden. Auch wenn Österreich in diesem Bereich mit der Wiedereinführung des SAG einen richtigen Schritt geht, zeigt der Vergleich mit dem wichtigen Wettbewerbsland Deutschland, dass Deutschland bei diesem und weiteren Instrumenten deutlich planbarer und stärker unterstützt als Österreich.