Studie: Energietransformation als Wirtschaftsfaktor
Neue Studien zeigen: Mehr heimischer Strom stärkt Österreichs Wirtschaft und dämpft Preise
Zwei neue Studien im Auftrag von Oesterreichs Energie zeigen: Mehr heimischer erneuerbarer Strom schafft Wertschöpfung und Jobs im Land, senkt Abhängigkeiten und dämpft Strompreise.
„Die Investitionen in eine sichere, saubere und leistbare Energiezukunft werden im öffentlichen Diskurs zu oft als reine Kosten wahrgenommen. Das greift zu kurz. Wir sollten sie viel mehr als Maßnahmen wahrnehmen, um unseren Standort zu stärken, Abhängigkeiten zu reduzieren und mittelfristig Strompreise zu senken“, so Barbara Schmidt, Generalsekretärin von Oesterreichs Energie.
Die Transformation des Energiesystems ist nicht nur Voraussetzung für Versorgungssicherheit und mehr Unabhängigkeit von globalen Energiemärkten – sie ist auch ein starkes Standortprojekt für Österreich. Investitionen in heimische Erzeugung, Netze und Speicher schaffen Wertschöpfung, sichern Beschäftigung und können dazu beitragen, Strompreise langfristig zu dämpfen.
E-Wirtschaft sichert 105.000 Jobs
Eine heute veröffentlichte Studie des Economica Instituts für Wirtschaftsforschung zeigt, dass die Elektrizitätswirtschaft einen bedeutenden Beitrag zur österreichischen Volkswirtschaft leistet. Insgesamt hat die Bruttowertschöpfung der Branche mittlerweile die Marke von 19 Milliarden Euro überschritten „Das sind über 4 Prozent des österreichischen Bruttoinlandsprodukts – oder die halbe Wirtschaftsleistung des Bundeslandes Salzburg“, so Studienautor Christian Helmenstein. Auch die Beschäftigungseffekte, die die Branche durch ihre laufende Tätigkeit sichert, sind erheblich: Insgesamt schafft und sichert die Elektrizitätswirtschaft laut Economica rund 105.000 Arbeitsplätze in Österreich.
„Energiepolitik ist Standortpolitik. Wenn wir Investitionen in Stromerzeugung, Netze und Speicher beschleunigen, stärken wir Österreichs Wettbewerbsfähigkeit, schaffen Wertschöpfung im Land und machen uns unabhängiger von teuren Energieimporten“, so Oesterreichs Energie Präsident Michael Strugl.
3,2 Mrd. Euro für heimische Unternehmen
Bei den Investitionen der österreichischen Elektrizitätswirtschaft ist seit Jahren ein klarer Aufwärtstrend erkennbar. Die Branche investiert mittlerweile rund 4,6 Milliarden Euro jährlich – 3,2 Milliarden Euro werden in Österreich wertschöpfungswirksam. „Im Zuge der Energietransformation gehen also sieben von zehn Euro, die die E-Wirtschaft für ihre Projekte ausgibt, direkt an heimische Unternehmen“, so Helmenstein.
„Die Frage, die wir uns stellen sollten, lautet also nicht nur: Was kostet der Ausbau? Die wirklich entscheidende Frage ist: Was bringt er uns? Der Ausbau des Stromsystems ist nicht nur ein Kostenfaktor – er ist ein Wachstumsprogramm für Österreich. Jeder zusätzliche Schritt bei Erzeugung, Netzen und Speichern stärkt unseren Standort“, so Strugl.
AIT-Studie: Mehr Erneuerbare dämpfen Strompreise
Neben diesen ökonomischen Effekten belegt eine neue Studie des Austrian Institute of Technology (AIT) die preisdämpfende Wirkung von mehr erneuerbarem Strom. „Der Ausbau der erneuerbaren Stromerzeugung senkt also nicht nur die österreichische Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen – er wirkt auch dämpfend auf die Strompreise“, so Studienautorin Tara Esterl.
Kernergebnis: Jede zusätzlich eingespeiste Terawattstunde erneuerbarer Strom hätte den durchschnittlichen Strompreis im Jahr 2025 in Österreich um rund 2,1 Euro pro Megawattstunde gedämpft. „Legt man diesen Wert auf den aktuellen Stand beim Erneuerbaren-Ausbau um, so hat die Abweichung vom Zielpfad die heimischen Haushalte und Betriebe im vergangenen Jahr rund 110 Millionen Euro gekostet“, so Esterl.
„Nicht der Ausbau ist teuer, sondern das Zögern. Wer jetzt nicht investiert, zahlt weiter für Energieimporte, verliert Wertschöpfung ans Ausland und trägt am Ende höhere Systemkosten. Kurz gesagt: Wir zahlen mehr – und bekommen weniger“, so Schmidt.
Verfahren beschleunigen, Investitionen ermöglichen
Die Studien machen deutlich: Die notwendigen Investitionen in das Energiesystem sind kein Selbstzweck, sondern eine wirtschaftspolitische Notwendigkeit. Wer Versorgungssicherheit, leistbare Energie und einen starken Standort will, muss den Ausbau heimischer Erzeugung, leistungsfähiger Netze und moderner Speicher konsequent ermöglichen. Nicht oder zaghaft zu investieren, käme Österreich am Ende teurer zu stehen als ein konsequenter, gut koordinierter Ausbau, wie ihn die E-Wirtschaft vorschlägt.
„Österreich hat jetzt die Chance, die Energietransformation zum Standortprojekt zu machen. Dafür müssen Investitionen schneller aus der Planung in die Umsetzung kommen. Der Beschluss des Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetzes ist dafür entscheidend – für mehr Tempo bei Erzeugung, Netzen und Speichern“, so Schmidt. „Wer Österreich wirtschaftlich stärken will, muss die E-Wirtschaft stärken. Hier wird Zukunft im eigenen Land gebaut.“
Krisenmechanismus schwächt Investitionsfähigkeit
„Der heute im Ministerrat beschlossene nationale Krisenmechanismus führt in die falsche Richtung. Jeder Euro, der in der Branche bleibt, ist gut investiert. Wer Geld aus der E-Wirtschaft abzieht, schwächt genau jene Investitionen, die Österreich jetzt dringend braucht“, so Schmidt.
Auch Strugl warnt davor, die Branche in einer Phase massiver Investitionen zusätzlich zu belasten: „Die E-Wirtschaft ist kein Bankomat, von dem endlos abgehoben werden kann. Jede zusätzliche Abschöpfung und jede weitere Belastung entzieht der Branche Mittel, die für Investitionen in Versorgungssicherheit, Netze, Speicher und erneuerbare Erzeugung dringend gebraucht werden.“
Der wirksamere Weg liegt aus Sicht der E-Wirtschaft nicht in neuen Eingriffen, sondern in mehr Effizienz und mehr heimischem Stromangebot: „Es geht nicht darum, Kosten zu verschieben, sondern wir müssen ein effizienteres Energiesystem bauen. Hier liegt enormes Entlastungspotenzial – für Haushalte, Betriebe und den gesamten Standort. Gleichzeitig ist klar: Wenn ein Gut knapp ist, muss das Angebot steigen. Mehr heimische Stromerzeugung ist daher der zentrale Hebel, um Preise langfristig zu dämpfen“, sagt Strugl.














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