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E-Wirtschaft: Falsches Signal bei E-Dienstwägen

Im Nationalrat stehen in den nächsten Tagen entscheidende Weichenstellungen für Österreichs Energiezukunft auf der Tagesordnung: Neben der Budgetrede wird auch das Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz behandelt. Aus Sicht der E-Wirtschaft braucht es dabei ein klares Bekenntnis: Wer Österreich unabhängiger, resilienter und leistbarer machen will, muss heimische Erneuerbare, Netze, Speicher und Elektrifizierung konsequent voranbringen – und darf die E-Mobilität nicht ausbremsen.
 

„Wer Öl importiert, importiert Risiko. Das zeigt der aktuelle Nahost-Konflikt klar – die österreichische Energieagentur schätzt, dass Österreich allein in den ersten drei Monaten Mehrkosten von rund 450 Millionen Euro durch steigende Ölpreise entstanden sind“, sagt Barbara Schmidt, Generalsekretärin von Oesterreichs Energie. „Eine Budgetpolitik, die die E-Mobilität ausbremst, spart kurzfristig an der falschen Stelle und verlängert damit teure fossile Abhängigkeiten“, so Schmidt.

Noch immer deckt Österreich einen großen Teil seines Energieverbrauchs über fossile Energieimporte. Statt Wertschöpfung und Versorgungssicherheit im Inland zu schaffen, fließen dadurch jedes Jahr rund 10 Milliarden Euro ins Ausland ab. Das dabei importierte Öl wird zum weit überwiegenden Teil in Form von Treibstoffen im Verkehrsbereich genutzt.
 

Firmenflotten sind ein zentraler Hebel für den Umstieg

Um diese strukturelle Abhängigkeit zu verringern, braucht es insbesondere bei Firmenflotten verlässliche Rahmenbedingungen. Während sich E-Autos im privaten Einsatz durch niedrigere Betriebs- und Wartungskosten vielfach bereits rechnen, brauchen Investitionsentscheidungen in Unternehmen deutlich mehr Vorlaufzeit. Gerade Dienstwagenflotten prägen den Fahrzeugmarkt aber langfristig und sind deshalb ein zentraler Hebel für den Umstieg.

„Der Sachbezugsvorteil für elektrische Firmenwägen ist kein Selbstzweck, sondern ein gezielter Anreiz, um Österreichs Abhängigkeit von Ölimporten zu verringern. Wer ihn streicht, bremst den Umstieg ausgerechnet dort, wo Flottenentscheidungen den Fahrzeugmarkt rasch und spürbar verändern“, so Schmidt.
 

Strom nutzen, wenn er sauber und günstig verfügbar ist

E-Mobilität stärkt zudem langfristig das Stromsystem. Durch intelligentes Laden kann Strom genau dann genutzt werden, wenn viel und damit günstige erneuerbare Energie verfügbar ist. Gerade in Stunden mit hoher Photovoltaik-Erzeugung und niedriger Nachfrage kann zusätzlicher flexibler Verbrauch helfen, Überschüsse sinnvoll zu integrieren und Systemkosten künftig breiter zu verteilen.

„Die günstigste Kilowattstunde ist heute nicht automatisch die, die gar nicht erst verbraucht wird. Entscheidend ist, Strom dann zu nutzen, wenn er sauber, in ausreichender Menge vorhanden und dementsprechend günstig ist. Dafür brauchen wir mehr Elektrifizierung, nicht weniger“, betont Schmidt.
 

EABG beschließen und Investitionen ermöglichen

Umso wichtiger ist es, dass der Nationalrat mit dem Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz nun ein zentrales Reformvorhaben für die Transformation des Energiesystems auf den Weg bringt. Schnellere, planbarere und effizientere Verfahren für Erneuerbare, Speicher und Netze sind eine wesentliche Voraussetzung, um mehr heimische Energie bereitzustellen, fossile Importe zu ersetzen und die Versorgungssicherheit langfristig zu stärken. „Das EABG ist ein wichtiger Schritt, damit Projekte nicht an überlangen Verfahren scheitern. Österreich braucht jetzt Tempo beim Ausbau jener Infrastruktur, die unser Energiesystem sauberer, resilienter und unabhängiger macht“, so Schmidt.

Oesterreichs Energie fordert daher, die anstehenden energiepolitischen Entscheidungen konsequent an Versorgungssicherheit, Leistbarkeit und mehr Energie-Autonomie auszurichten: Das EABG muss rasch beschlossen und die Elektrifizierung weiterhin gezielt unterstützt werden. Planbarkeit, klare Rahmenbedingungen und wirksame Anreize sind notwendig, um Österreichs Abhängigkeit von fossilen Energieimporten zu reduzieren, heimische Wertschöpfung zu stärken und den Standort Österreich voranzubringen.

Ansprechpartner

Christian Zwittnig
Leiter Kommunikation, Pressesprecher
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