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Dekarbonisierung: Finanzierungsbedarf in Milliardenhöhe

Grüne Investments sollen die Energiewende finanzieren. Doch welche Investitionen können als grün gelten? Darüber sprachen bei einer Podiumsdiskussion am Oesterreichs Energie Kongress 2022 Vertreter der Energie- und Finanzwirtschaft.
 

Auf die kaum vorstellbare Summe von tausend Milliarden Euro schätzt die Europäische Kommission die Investitionen, die nötig sein werden, um Europa bis 2050 klimaneutral zu machen. Ein beträchtlicher Teil davon soll von privaten Investoren kommen. Green Finance soll das Vehikel dafür sein.

Wie man Green Finance definiert, ist allerdings alles andere als trivial, erklärte Christina Khinast-Sittenthaler, Energy Sector Leader Austria bei Ernst & Young. „Bei grünen Investitionen lässt sich oft ein Faktor als KPI festlegen, wie hoch zum Beispiel der CO2-Ausstoß ist oder der Anteil an grünem Strom, den ein Unternehmen nutzt.“ Geht es um Nachhaltigkeit in seiner Gesamtheit, müssen mehr Faktoren berücksichtigt werden, dazu dienen häufig Ratings wie das ESG-Rating.“

Als klare Treiber der Energiewende bezeichnete in seinem Statement Dieter Hengl, Vorstand Corporates, bei der UniCredit Bank Austria die Banken. Diese seien ein wichtiger Partner, um die für die Dekarbonisierung notwendige Liquidität zu ermöglichen. Heigel berichtete auch von einem steigenden Wunsch der Kunden nach grünen Anlageformen. „Allein schon deshalb muss der Finanzsektor mehr tun, als es rein regulatorisch vorgeschrieben ist.“ In Zukunft prophezeite der Banker, werde es für Unternehmen, die sich der Klima- und Energiewende verweigern, immer schwieriger ihre Vorhaben zu finanzieren.

Als einer der Proponenten der Green Finance Alliance betonte Stefan Sengelin, stellvertretender Leiter der Abteilung für Grüne Finanzen im Bundesministerium für Klimaschutz, dass ein Weg, um Green Finance weiter voranzutreiben, darin bestehen werde, Unternehmen, die in diesem Bereich tätig sind, vor den Vorhang zu holen. Gemeinsam zum 1,5-Grad-Ziel, das sei jedenfalls der Pfad, den die Green Finance Alliance zusammen mit den Finanzunternehmen verfolge.

Andreas Wollein, Leiter Finanzmanagement und Investor Relations, bei VERBUND sieht eine große Aufgabe von Green Finance darin, Wege zu finden, wie sich grünes Verhalten von Unternehmen und Institutionen operationalisieren lässt, um es besser bewerten zu können. „Da ist derzeit sehr viel in Bewegung. Neben dem ESG-Rating gibt es eine ganze Reihe anderer Ratings, zum Teil entwickeln Investoren auch ihre eigenen Kennzahlen.“ Der Verbund sei übrigens das erste Unternehmen im DACH-Raum das einen, damals sehr erfolgreichen, Green Bond herausgegeben hat. An diesem Weg halte man fest.

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