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Speicher benötigen richtigen Rahmen

Anlagen von Pumpspeichern bis zu Batteriespeichern sind unverzichtbar, um die witterungsbedingt schwankende Stromerzeugung mittels Erneuerbarer Energien auszugleichen. Österreich ist diesbezüglich gut positioniert, betont die Internationale Energieagentur – nicht zuletzt im Einklang mit der „Stromstrategie“ von Oesterreichs Energie.  

Konzept für alternative Energie mit 3D-Rendering einer Gruppe von Energiespeichersystemen bzw. Batteriecontainer-Einheiten mit verschiedenen Energiequellen.
Der Bedeutung der Speicher trägt auch das ElWG Rechnung: Das Gesetz ermöglicht die völlige Freistellung von bezugsseitigen Netzgebühren, wenn sie „systemdienlich“ betrieben werden.

Stromspeicher sind bekanntlich seit jeher unverzichtbar, um Unterschiede zwischen Erzeugung und Verbrauch auszugleichen. Gerade im Zuge der Energietransition mit dem massiven und weiter zunehmenden Ausbau von Photovoltaik- sowie Windkraftanlagen hat sich ihre Bedeutung erhöht und wird nach einhelliger Auffassung weiter zunehmen. Das betrifft die klassischen Pumpspeicher, die oft genannten „grünen Batterien Europas“, ebenso wie elektrochemische Speicher, bei denen derzeit ein Innovationswettlauf im Gang ist. (siehe dazu „Leuchttürme der Energiewende“ S. 40). Grundsätzlich geht es stets um Folgendes: Zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht benötigte elektrische Energie soll für die spätere Nutzung „aufbewahrt“ und zu diesem Zweck in eine – gerade auch längerfristig – „lagerfähige“ (Energie-)Form umgewandelt werden. Stichworte, die in diesem Zusammenhang immer wieder fallen, sind „Power-to-Gas“ (P-t-G), wobei mit dem Gas meist „grüner“, also durch die elektrolytische Zerlegung von Wasser mittels Strom aus PV- oder Windkraftanlagen erzeugter, Wasserstoff gemeint ist, sowie „Power-to-Heat“, grob gesprochen die Speicherung von Strom in Form von heißem Wasser. Ein weiteres immer wieder diskutiertes Thema ist die Nutzung der Batterien von Elektrofahrzeugen als Stromspeicher, was mit dem Begriff des „bidirektionalen Ladens“ beschrieben wird.

Auf Österreichs Bedeutung für Europa im Hinblick auf die Stromspeicherung weist auch die Internationale Energieagentur hin. In ihrem kürzlich erschienenen Länderbericht über Österreich („Energy Policy Review Austria 2026) heißt es, das Land „agiert bereits derzeit als ‚Batterie‘ für die Region. Dies ist seiner Pumpspeicherkapazität sowie den Leitungsverbindungen zu den Nachbarstaaten geschuldet.“ Ausdrücklich verweist die IEA auf die Projekte Ebensee der Energie AG Oberösterreich, Limberg III des Verbunds sowie Kühtai 2 der Tiwag. Kühtai 2 geht aller Voraussicht nach im Lauf des heurigen Jahres in Betrieb. Bemerkenswert an diesem Vorhaben ist vor allem die Errichtung eines zweiten Speichersees mit rund 31 Millionen Kubikmetern Inhalt. Damit erhöht sich das Speichervolumen der Kraftwerksgruppe Sellrain-Silz um etwa 50 Prozent, was deren Flexibilität maßgeblich steigert. Der IEA zufolge wird Österreich neben den Pumpspeichern aber auch andere Speichertechnologien benötigen, insbesondere, was „längerfristig ausgerichtete und saisonale Lösungen“ betrifft. 

„Das Stromsystem wird 2040 von der Dynamik volatiler Erneuerbarer getrieben. Unter den diversen Flexibilitätstechnologien, die zur Ausbalancierung der Schwankungen eines solchen Systems zur Verfügung stehen, haben insbesondere verschiedene Speichertechnologien eine bedeutende Rolle.“

Dies deckt sich weitgehend mit der im März des heurigen Jahres veröffentlichten aktualisierten Version der „Stromstrategie 2040“ von Oesterreichs Energie, die umreißt, wie ein „klimaneutrales und robustes Stromsystem“ um das Jahr 2040 realistischerweise aussehen könnte. Zum Thema Stromspeicherung wird darin ausgeführt: „Das Stromsystem wird 2040 von der Dynamik volatiler Erneuerbarer getrieben. Unter den diversen Flexibilitätstechnologien, die zur Ausbalancierung der Schwankungen eines solchen Systems zur Verfügung stehen, haben insbesondere verschiedene Speichertechnologien eine bedeutende Rolle.“ Der untertägigen Speicherung dienen der Strategie zufolge vor allem Batterien und Pumpspeicher. Für die auf mehrere Tage bis Wochen bezogene Speicherung eignen sich nicht zuletzt Pumpspeicher. Für die saisonale Speicherung wiederum „werden in den Monaten von März bis Oktober knapp drei Terawattstunden (TWh) Wasserstoff für den Einsatz im Stromsektor erzeugt und vorrangig im Winter zur Verstromung in hocheffizienten Kraft-Wärme-Kopplungen eingesetzt. Der Einsatz von Biomasse und Biomethan folgt einem ähnlichen saisonalen Muster.“ Die Leistung der Batteriespeicher sollte der Strategie zufolge bei etwa 3,2 Gigawatt liegen. „Batteriespeicher sind von zentraler Bedeutung für die untertägliche Lastverschiebung von PV-Mittagsspitzen in die Abendstunden. Batterien decken rund 17 Prozent des Bedarfs an täglicher Flexibilität (4,1 TWh)“, heißt es in der Strategie. 
 

Bauen statt räsonieren 

Der Bedeutung der Speicher trägt auch das im Wesentlichen seit Ende 2025 in Kraft befindliche Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) Rechnung. Grundsätzlich ermöglicht das ElWG  die völlige Freistellung von Speichern von bezugsseitigen Netzgebühren – dann nämlich, wenn sie „systemdienlich“ betrieben werden. Laut dem ElWG beschreibt der Begriff „systemdienlicher Betrieb“ die „Betriebsart einer Stromerzeugungs-, Verbrauchs- oder Energiespeicheranlage, bei der systemdienlicher Nutzen im Sinne von Kostenreduktionen, Kostenvermeidung oder Aufrechterhaltung der Netz- und Versorgungssicherheit erbracht wird, insbesondere durch die Erbringung einer Flexibilitätsleistung, den Betrieb an einem bestimmten, durch die Ausweisung im Netzentwicklungsplan für das Verteiler- oder Übertragungsnetz definierten Standort oder nach den Anforderungen des Netzbetreibers. Kostenvermeidung oder Kostenreduktion liegt insbesondere dann vor, wenn auf Grund vorliegender oder prognostizierter Erzeugungs- und Verbrauchsdaten oder auf Grund technischer oder vertraglicher Gegebenheiten offensichtlich ist, dass der Höchstleistungsbeitrag der Anlage vorhersehbar erheblich von der zeitgleichen Jahreshöchstleistung aller Entnahmen aus dieser Netz- oder Umspannebene abweicht“. 

Wie diese Bestimmung in der Praxis konkret auszugestalten ist, ist derzeit Gegenstand laufender Diskussionen. Die Regulierungsbehörde E-Control hat dazu eine Konsultation durchgeführt und ist bemüht einen Rahmen zu schaffen, der sowohl den Anforderungen der Netz- und Versorgungssicherheit als auch den praktischen Bedürfnissen von Speicherbetreibern gerecht wird. Aus Sicht von Oesterreichs Energie ist dabei wesentlich, dass die Kriterien für systemdienlichen Betrieb praxistauglich, investitionsfreundlich und technologieoffen ausgestaltet werden. Der Verband verweist darauf, dass der Gesetzgeber „eine breite Anerkennung systemdienlicher Betriebsarten vorsieht, die eine effektive Beanreizung von Flexibilität ermöglicht“.

Wichtig ist laut Oesterreichs Energie, dass neue Speicher aller Technologien errichtet werden, und das zügig. Gleichzeitig muss sich der Beitrag bestehender Speicher in den Tarifen widerspiegeln. Denn auch deren Notwendigkeit für eine erfolgreiche Energietransformation sei jedenfalls gegeben. 

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