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5 Fragen an Elisabeth Zehetner

Welchen Bezug haben Sie zu Energie bzw. zur Energiewirtschaft?

Elisabeth Zehetner: Meine Leidenschaft für Energie hat eingeschlagen wie ein Blitz und sich in den vergangenen Jahren durch meine berufliche Tätigkeit immer weiter vertieft. In vielen Gesprächen mit der Branche und den Unternehmen wurde klar: Energiepolitik dreht sich nicht nur um den Ausbau von Erneuerbaren. Die Energiekosten sind längst nicht mehr nur eine Herausforderung, sondern ein echter Wettbewerbsfaktor – gerade im internationalen Vergleich. Während die USA mit deutlich günstigeren Preisen Tempo machen, sind hierzulande viele Chancen ungenutzt geblieben. Jetzt ist es Zeit, den Motor anzuwerfen und PS auf die Straße zu bringen. Ich freue mich, dabei mitzugestalten.

Elisabeth Zehetner, Staatssekretärin für Energie im Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft

„Der erste Schritt ist, endlich die ausstehenden EAG-Verordnungen zu erlassen – die Unternehmen brauchen diesen Turbo für mehr Planungssicherheit.“

Elisabeth Zehetner Staatssekretärin für Energie im Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft

Die österreichische Wirtschaft befindet sich in einer Rezession. Wie wollen Sie in dieser Situation den Spagat zwischen Investieren und Sparen schaffen?

Zehetner: Unsere Energiepolitik soll sicherstellen, dass Menschen und Betriebe verlässlich, leistbar und nachhaltig mit Energie versorgt werden – und zwar alle drei Ziele gleichzeitig, nicht nur eines davon. Wir brauchen pragmatische Lösungen statt ideologischer Experimente. Innovation ist der Schlüssel, um zukunftsfähige Energieversorgung und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit zu vereinen. Gleichzeitig muss jeder eingesetzte Euro maximale Wirkung erzielen. Statt ineffizienter Überförderungen ist mein Zugang ein kluger Mitteleinsatz mit hoher Hebelwirkung – weil es nicht um blindes Sparen, sondern um gezielte Investitionen in eine starke Zukunft geht.

Was wird die erste Maßnahme sein, die Sie im Energiebereich setzen?

Zehetner: Der erste Schritt ist, endlich die ausstehenden EAG-Verordnungen zu erlassen – die Unternehmen brauchen diesen Turbo für mehr Planungssicherheit. Gleichzeitig setzen wir einen Effizienz-Check bei bestehenden Förderungen an, um sicherzustellen, dass jeder Euro maximale Wirkung erzielt. Hohe Fördersummen allein lösen keine Probleme, es kommt auf kluge Investitionen an. Und ganz wichtig: Die seit langem von der Branche geforderten Gesetze, ElWG, EABG und EGG stehen ganz oben auf der Agenda.

In Kärnten wurde vor kurzem über ein Verbot der Windkraft abgestimmt – wie bewerten Sie das Ergebnis dieser Befragung?

Zehetner: Das Ergebnis ist aus meiner Sicht desaströs. Besonders irritierend ist, dass die Fragestellung offenbar nicht als suggestiv eingestuft wurde. Während Kärnten im Winter weiterhin auf teure fossile und atomare Stromimporte angewiesen ist, wird eine saubere, heimische Alternative blockiert. Windkraft ist eine alternativlose Ergänzung zum Energiemix – gerade in den Wintermonaten. Der Eingriff in die Landschaft ist ein vertretbarer Preis für eine sichere und nachhaltige Energiezukunft. Offensichtlich gibt es hier noch viel Aufklärungsbedarf – und genau das sehe ich als meine Aufgabe.

Zum Schluss eine persönliche Frage: Was gibt Ihnen Energie?

Zehetner: Die Zeit mit meiner Tochter. Sie ist mein größter Antrieb. Ich möchte, dass sie in einer intakten Welt mit einer lebenswerten Zukunft aufwächst – das motiviert mich jeden Tag aufs Neue.

Elisabeth Zehetner war bis zu ihrer Bestellung als Staatssekretärin Geschäftsführerin von Oecolution Austria, einer Initiative zur nach­haltigen Standortenwicklung mit Fokus auf pragmatische Energie- und Klimapolitik.

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