Forschungsbericht 2017

Grüner Wasserstoff

Hoffnungsträger der Energiewende

Im Rahmen des H2FUTURE Projekts bauen voestalpine, Siemens und VERBUND eine Pilotanlage für grünen Wasserstoff am Standort Linz. Gemeinsam mit weiteren Kooperationspartnern werden die Einsatzmöglichkeiten von grünem Wasserstoff getestet.

Industrie und Energieversorger sehen sich in Europa gegenwärtig gleichermaßen mit großen energiepolitischen Herausforderungen konfrontiert: Die Klima- und Energieziele der EU sehen bis 2030 eine Senkung der CO2-Emissionen um 40 Prozent vor, die die energieintensive Industrie vor große Herausforderungen stellt. Die Strombranche erlebt durch die Energiewende einen tiefgreifenden Umbruch mit Überkapazitäten an volatilen neuen erneuerbaren Energien aus Sonnen- und Windkraft. Wasserstoff, gewonnen aus CO2-freiem Grünstrom, stellt ein gewaltiges Potenzial für den Einsatz als Industrierohstoff dar. Das Projekt H2FUTURE ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Sektorkopplung zwischen Energie und Industrie. 

Für die Umsetzung des Projektes mit dem Ziel, grünen Wasserstoff in einer der weltweit modernsten und größten Elektrolyseanlagen mit Protonen-Austausch-Membran(PEM)-Technologie zu produzieren und den Einsatz des Wasserstoffs als Industriegas sowie  den Einsatz der Anlage am Regelenergiemarkt zu testen, stellt das Fuel Cells and Hydrogen Joint Undertaking (FCH JU) rund 12 Mio. Euro an Fördermitteln zur Verfügung. Das gesamte Projektvolumen beläuft sich auf etwa 18 Mio. Euro für sechs Konsortialpartner über eine Laufzeit von viereinhalb Jahren.

Die Anlage wird am Gelände der voestalpine in Linz errichtet und betrieben. Der erzeugte grüne Wasserstoff wird künftig direkt in das interne Gasnetzwerk eingespeist und damit der Einsatz von Wasserstoff in verschiedenen Prozessstufen der Stahlerzeugung getestet. Technologielieferant für den PEM-Elektrolyseur ist Siemens. Der Projektkoordinator VERBUND liefert Strom aus erneuerbaren Energien und ist für die Entwicklung von netzdienlichen Services verantwortlich. Weitere Partner im Projekt sind die niederländische Forschungsinstitution ECN, die für

die wissenschaftliche Analyse des Demonstrationsbetriebes und die Übertragbarkeit auf weitere Industriesektoren verantwortlich ist und der österreichische Übertragungsnetzbetreiber APG, welcher die Einbindung der Anlage in die Regelenergiemärkte unterstützend begleitet. Das österreichische COMET Kompetenzzentrum K1-MET bringt seine Expertise beim Betrieb der Anlage ein und stellt die  Einsatzmöglichkeiten im europäischen und globalen Stahlsektor dar.

Mit H2FUTURE werden zentrale Fragestellungen der Sektorkopplung wie die Evaluierung von Potenzialen für den Einsatz von grünem Wasserstoff in den Prozessstufen der Stahlherstellung bearbeitet. Auch die Übertragbarkeit der Technologie auf weitere Industriesektoren, die Wasserstoff im Produktionsprozess einsetzen, wird untersucht. Weiterer Schwerpunkt ist die Einbindung der reaktionsschnellen PEM-Elektrolyse-Anlage in die Regelenergiemärkte durch Entwicklung von Demand-Side-Management-Lösungen, also den Ausgleich von kurzfristigen Schwankungen im zunehmend volatileren Stromnetz durch Lastmanagement bei großen Verbrauchern.

http://www.h2future-project.eu/

Weitere Projekte

„SYNERG-E“ greift die Herausforderungen von Ultra-Schnellladestationen (bis zu 350 kW) und den damit verbundenen hohen Systemkosten hinsichtlich Errichtung und Betrieb von Hochleistungs-Ladeinfrastruktur für Elektromobilität auf. An Standorten der Hochleistungs-Ladestationen des ULTRA-E Projekts werden lokale Pufferspeicher  (0,5 MW) installiert, die die benötigte Leistung zur Verfügung stellen und gebündelt zur Bereitstellung von Netzdienstleistungen herangezogen werden. SYNERG-E wird von der Europäischen Kommission (Connecting Europe Facility) gefördert.