Empowering Austria

Mehr Erneuerbare und Flexibilität im Stromsystem

Die Potenziale für den maß- und sinnvollen Ausbau der inländischen Stromproduktion aus erneuerbaren Energien sind vorhanden und erschließbar.

  • Gemäß Studien liegt das windtechnische Angebotspotenzial bei 13,9 TWh, bis 2030 ist ein mögliches Potenzial von 6 TWh bis 8 TWh erschließbar.
  • Das reduzierte technisch-wirtschaftliche Restpotenzial der Wasserkraft in Österreich beträgt 12,7 TWh, wovon 8,5 TWh (Großwasserkraft und Kleinwasserkraft gemeinsam) bis 2030 ausgeschöpft werden könnten.
  • Angesichts des Ausbautempos der Photovoltaik kann ein angestrebtes Ausbauvolumen von rund 6 TWh bis 8 TWh bis 2030 erreicht werden.
  • Begrenzte Potenziale gibt es auch im Sektor Biomasse, Oesterreichs Energie erwartet aber hier allenfalls Verschiebungen in den Wärmebereich und keinen Zuwachs im Bereich der Stromerzeugung.

 
Unter diesen Voraussetzungen kann das angestrebte Ausbauvolumen von rund 20 TWh für erneuerbare Energien erreicht werden. In Summe ist damit eine Steigerung des Anteiles an erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung auf bis zu 85 Prozent möglich.

Der Ausbau der hocheffizienten KWK erfolgt entsprechend der Energieeffizienzrichtlinie, wobei die Potenziale zu nutzen sind. Die Differenz zwischen der regenerativen, volatilen Stromerzeugung und dem Strombedarf wird in Österreich aufgrund der klimatischen Verhältnisse im Jahresverlauf größer, je kälter es ist und ist insbesondere stark vom Marktverhalten angrenzender Nachbarländer abhängig. Diese Lücke kann bedarfsgerecht durch systemrelevante Kraftwerke geschlossen werden.

Durch den zusätzlichen Ausbau erneuerbarer Energien können, je nach ersetztem fossilen Brennstoff, CO2-Emissionen im Ausmaß von 0,4 bis 0,8 Tonnen pro MWh4 (oder mehr, beispielsweise wenn fossile Treibstoffe im Straßenverkehr durch den verstärkten Einsatz der E-Mobilität ersetzt werden und damit die Energieeffizienz um bis zu 2∕3 ansteigt) eingespart werden. Werden 20 TWh zusätzlich aus erneuerbaren Ressourcen zur Verfügung gestellt, entspricht dies somit einer Einsparung von 8 bis 16 Mio. Tonnen CO2 oder bis zu 20 Prozent der im Jahre 2012 emittierten Treibhausgasemissionen Österreichs. Die hier vorgelegte Strategie trägt somit zur Erfüllung der europäischen Ziele zur
Treibhausgasreduktion bei.

Der Ausbau der erneuerbaren Erzeugung muss – auch durch die noch stärkere Dezentralisierung – abgestimmt mit einer Anpassung der Kapazitäten in den Übertragungs- und Verteilernetzen, der kurz-, mittel- und langfristigen Speichermöglichkeiten und der flexiblen Kraftwerkskapazitäten gestaltet werden. Nur wenn die Netze entsprechend ertüchtigt und durch den Einsatz neuer Technologien modernisiert werden, sowie die Sicherheitsmargen im Bereich der Erzeugung angepasst werden, kann die in immer stärkerem Maß erneuerbare Stromerzeugung ihre Vorteile für Versorgungssicherheit, Klimaschutz und Beschäftigung voll ausspielen.

Der bei „Empowering Austria“ ermittelte Ausbau der erneuerbaren Erzeugungskapazitäten im geschätzten Ausmaß von etwa 12.000 MW an installierter Leistung erfordert vor allem durch die kapazitätsmäßig deutlich überwiegenden Wind- und Photovoltaikanlagen auch zusätzliche Speicherkapazitäten, die sowohl aus Strom-Großspeichern – und hier sowohl Tages-, Wochen- und Jahresspeicher – als auch über kleine Speicher in den Haushalten bereitgestellt werden sollten.

Die Unternehmen von Oesterreichs Energie planen dazu eine Erweiterung an effizienten und hochflexiblen Pumpspeicher-Kapazitäten in der Größenordnung von bis zu 3500 MW. Steigende Speicherleistung ist auch in Bezug auf die Erreichung der europäischen Energieziele maßgeblich.