Rechnerische Ermittlung von Verbräuchen

Fallweise ist es erforderlich, den Stromverbrauch einer Abrechnungsperiode auf mehrere kürzere Zeiträume aufzuteilen, obwohl dafür keine abgelesenen Zählerstände zur Verfügung stehen. Typisches Beispiel für eine derartige Aufteilung sind Strompreisänderungen.

Für die rechnerische Ermittlung der Verbräuche wurden spezielle Berechnungsmethoden mit der Regulierungsbehörde vereinbart:

Grundlagen der Abrechnung

Der Stromverbrauch von Kundenanlagen lässt sich nach bestimmten Verbrauchsmustern recht genau bestimmen. Bekanntestes Beispiel sind Speicherheizungen. Während der Stromverbrauch für den Allgemeinbedarf wie Licht, Kochen oder Warmwasser über das ganze Jahr hin weitgehend konstant ist, haben Haushalte mit Speicherheizungen in den Sommermonaten einen deutlich geringeren Stromverbrauch als während der Heizperiode.

Ausgehend von den bekannten Verbrauchsgewohnheiten können Musterverläufe des Stromverbrauchs ermittelt werden, die als „synthetische Lastprofile“ die Basis für die Stromverbrauchberechnungen bilden. Derzeit existieren für den österreichischen Strommarkt 27 solcher Profile. Die am häufigsten zum Einsatz kommenden Profile sind H0 (allgemeiner Haushaltsbedarf), ULA-ULC (unterbrechbare Anwendungen wie Heißwasserspeicher, Nachtspeicherheizung, etc.) sowie G0-G3 (Verbrauch Gewerbe).

Berechnungsmethode

Für die Abgrenzung von Verbräuchen werden den derzeit vorhandenen 27 Lastprofilen je Monat bestimmte Gewichtungswerte in Prozent zugeordnet. Die Summe aller Monatsgewichtungswerte eines solchen Jahresprofils ergibt 100%. Für Verbraucher, bei denen separate Zählwerke für Sommer- und Winterzeiträume vorhanden sind, gibt es für die jeweiligen Zeiträume entsprechende Monatsgewichtungswerte, die in Summe auch wieder 100% ergeben.

Die Aufteilung eines Verbrauchs in einem Abrechnungszeitraum erfolgt nach den Prozentwerten der einzelnen Monate.

Die Gewichtungswerte für Rumpfmonate (am Anfang und am Ende des Abrechnungszeitraums) werden ermittelt, in dem man den auf den jeweiligen Monat entfallenden Prozentwert durch die Anzahl der Tage dieses Monats dividiert und mit der Anzahl der Tage multipliziert, an denen im betreffenden Monat ein Verbrauch erfolgt ist.