Stromhandel und -vertrieb

Herkunftsnachweise - Strom mit Gütesiegel

Herkunftsnachweise bringen Transparenz in den Strommarkt und bieten den Stromkunden Wahlmöglichkeiten.

Für den überwiegenden Teil der heimischen Stromkunden ist es wichtig oder sogar sehr wichtig, dass der von ihnen gekaufte Strom auch im Inland erzeugt wird. Um diesem Bedürfnis der Verbraucher gerecht zu werden, sind Lieferanten dazu verpflichtet, ihre Kunden detailliert auf der Stromrechnung zu informieren, woher der Strom kommt, den sie liefern.

Labeling kennzeichnet die Herkunft des Stroms

Bereits seit 2001 sind Lieferanten verpflichtet, ihre Kunden über die Primärenergieanteile der Stromerzeugung zu informieren. Die Stromkennzeichnungsverordnung enthalt detaillierte Regelungen zum sogenannten „Labeling“.

Demnach sind die Kunden darüber zu informieren, welche Primärenergieträger für die Erzeugung der jeweiligen Anteile des gelieferten Stroms verwendet wurden. Zusätzlich sieht die Stromkennzeichnungsverordnung vor, dass die anteilsmäßige Verteilung der Herkunftsländer aller für die Stromkennzeichnung verwendeten Nachweise aufgeführt werden muss. Seit dem 1. Jänner 2015 besteht zudem  ein generelles Verbot von Strom unbekannter Herkunft („Graustrom“).

Österreich nimmt  mit der vollständigen Kennzeichnungspflicht eine Vorreiterrolle in der Stromkennzeichnung ein und ist somit das erste Land in Europa, in dem die Stromlieferanten ihren Endkunden ausschließlich gekennzeichneten Strom zur Verfügung stellen. Damit wurde insbesondere auch das Maß an Transparenz für die Stromkunden weiter gesteigert.

Darüber hinaus hat Österreich als eines der wenigen Länder in Europa klare Kriterien für eine Anerkennung von ausländischen Nachweisen für die nationale Stromkennzeichnung festgelegt, um eine hohe Qualität von eingesetzten Nachweisen zu garantieren und Doppelzählungen auszuschließen.

Damit hat Österreich das fortschrittlichste und das am weitesten entwickelte Stromkennzeichnungssystem in ganz Europa.

Die österreichische Stromkennzeichnung für das Jahr 2015

Im Jahr 2015 lag der Anteil an Herkunftsnachweisen aus erneuerbaren Energieträgern bei 86,73%. Der Anteil der fossilen lag bei 12,89% und der Anteil der sonstigen Primärenergieträger bei sehr geringen 0,38%.

Des Weiteren sind gem. § 78 Abs.2 ElWOG 2010 die Ausweisung der Umweltauswirkungen (CO2-Emissionen und radioaktiver Abfall, der bei der Erzeugung entstanden ist) verpflichtend.

Herkunftsnachweise ordnen die Herkunft des Stroms eindeutig zu

Der Nachweis für die garantierte Herkunft des Stroms erfolgt über standardisierte Herkunftsnachweise. Wie der Nachweis zu erfolgen hat, ist durch gesetzliche Bestimmungen im Elektrizitätswirtschafts und -organisationsgesetz (ElWOG) und im Ökostromgesetz sowie in der Stromkennzeichnungsverordnung der E-Control Austria (Labeling) genau geregelt.

Auf europäischer Ebene liefert ein entsprechender Rechtsrahmen Sicherheit, dass bei grenzüberschreitendem Stromhandel die Herkunft des gelieferten Stroms bestimmten Anlagen zugeordnet werden kann. In Österreich werden nur Herkunftsnachweise anerkannt, die den strengen Anforderungen der EU-rechtlichen Vorgaben genügen. Somit ist sichergestellt, dass jedes Zertifikat nur einmal für eine bestimmte Menge Strom verwendet wird und den Kunden jene Transparenz geboten wird, um selbst über die Herkunft ihres Stroms entscheiden zu können.

Über genormte Zertifikate (= Herkunftsnachweise) kann garantiert werden, dass der Strom aus einer bestimmten Erzeugungsform (z. B. Wasserkraft, Biomasse oder Ökostrom), der als reiner Ökostrom an den Kunden verkauft wird, in dieser Menge auch tatsächlich in das Stromsystem eingespeist wurde. Über dieses System der Herkunftsnachweise wird sichergestellt, dass die Herkunft des Stroms aus bilanzieller Sicht eindeutig zugeordnet werden kann. Ein Herkunftsnachweis wird für die Produktion von jeweils einer Megawattstunde (MWh) Strom aus erneuerbaren Energien ausgegeben. Dieses Zertifikat ist eindeutig identifizierbar, übertragbar und somit handelbar und beinhaltet u.a. folgende Informationen:

  • Eindeutige Zertifikatsnummer,
  • Ausgeber, Menge (in MWh),
  • Identität des Kraftwerks,
  • Zeitpunkt der Ausgabe,
  • zugrunde liegende Technologie,
  • installierte Kapazität und
  • Informationen über erhaltene Investitionsbeihilfen oder Förderungen.

Herkunftsnachweise sind vor Missbrauch geschützt

Die elektronischen Zertifikate oder „Herkunftsnachweise“ werden von der Regulierungsbehörde E-Control Austria zentral in der Herkunftsnachweis-Datenbank verwaltet. Damit ist sichergestellt, dass kein Zertifikat missbräuchlich mehrfach verwendet werden kann. Die Zulassung ausländischer Zertifikate erfolgt nur aus solchen Ländern, in denen eine Stromkennzeichnung gemäß der europäischen Binnenmarktrichtlinie existiert und Doppelzählungen ausgeschlossen sind. Zudem haben diese Nachweise zusätzlich den Anforderungen der Europäischen Richtlinie zur Förderung der Nutzung von Energie zu entsprechen.