Energie-Lexikon

S

Sekundärenergie
Energieträger, die durch Umwandlung oder Aufbereitung von Primärenergieträgern (Primärenergie) entstanden sind. Diese oftmals aufwändige Umwandlung ist notwendig, um den Energieträger nutzbar zu machen. Typische Sekundärenergieträger sind Strom, Heizöl, Flüssiggas, Biogas, Benzin, Diesel, Koks und Pellets, aber auch Wasserstoff.

Sicherung
ist eine Schutzeinrichtung in einem Stromkreis, welche den Strom bei zu hoher Stromstärke unterbricht. Sie schützt Geräte und Kabel vor dadurch entstehenden Schäden. Schutz für den Menschen gewährt der FI-Schalter.

Smart Grids
Der Begriff intelligentes Stromnetz (englisch: smart grid) umfasst die Vernetzung und Steuerung von Stromerzeugern, Speichern, elektrischen Verbrauchern und dem Netzsystem über IT-Kommunikationswege.

Smart Meter
Eine wichtige Rolle beim Management der Smart Grids spielen „intelligente“ Stromzähler (Smart Meter), die im Haushalts- und Gewerbebereich die bisher üblichen Ferraris-Zähler ersetzen. Bis 2018 sollen nach den Plänen der EU schrittweise mindestens 80 Prozent der Endkunden mit „Smart Meter“ ausgestattet sein, die fernauslesbar und in einem bestimmten Rahmen auch fernsteuerbar sind. Im Rahmen von Pilotprojekten haben die österreichischen Elektrizitätsversorger bereits etwa 100.000 Smart Meters bei ihren Kunden installiert und umfangreiche Erfahrungen gesammelt.

Solarenergie
ist die allgemeine Bezeichnung für die Strahlungsenergie der Sonne. Die Nutzung kann auf direktem Weg, beispielsweise durch Wärmegewinnung mittels Sonnenkollektoren, oder durch Stromerzeugung mittels Solarzellen (Photovoltaik), oder indirekt beispielsweise mit Hilfe einer Wärmepumpe, erfolgen.

Sonnenkollektor
ist eine Vorrichtung zur Wärmegewinnung aus der Sonnenstrahlung. Er nimmt die im Sonnenlicht enthaltene Energie auf – diese wird für Wassererwärmung und / oder Heizung verwendet werden. Die gängigsten Bauformen sind Flach- und Vakuumkollektoren.

Spannungsebene
ist die Einteilung der Stromnetze nach der Höhe der elektrischen Spannung. Man unterscheidet das Niederspannungsnetz bis 1 kV (Kilovolt), das Mittelspannungsnetz zwischen 1 kV und 35 kV, das Hochspannungsnetz zwischen 35 kV und 110 kV und das Höchstspannungsnetz über 110 kV, z.B. das 400-kV-Netz.

Speicherkraftwerke
sind Wasserkraftwerke mit zumindest einem Stausee im Gebirge. Bei einem Speicherkraftwerk wird das Wasser zur Stromerzeugung aus einem hochgelegenen natürlichen oder künstlichen See über ein Kraftwerk abgeleitet. Zur möglichst effizienten Nutzung der Wasserkraft wird das Wasser häufig nachts wieder ins Speicherbecken zurückgepumpt. In diesem Fall wird es als Pumpspeicherkraftwerk bezeichnet.

Spitzenlast
Spitzenlast oder Peakload bezeichnet den Zeitbereich mit hoher Stromnachfrage. Üblicherweise tritt erhöhte Nachfrage tagsüber an Werktagen auf. An der Leipziger Strombörse EEX wird Spitzenlaststrom für den Zeitbereich Montag bis Freitag, 08:00 bis 20:00 gehandelt.

Spitzenstrom
ist jene Menge des Verbrauches, die die Grundlast übersteigt. Der Grundlaststrom ist jener Teil des Stromverbrauchs, der über 24 Stunden annähernd gleich bleibt.

Spotmarkt
Der Spotmarkt ist im Gegensatz zum Terminmarkt jener Markt, auf dem Lieferungen und Bezüge von Energie für den nachfolgenden Tag (deshalb auch Day-ahead-Markt genannt) angeboten und nachgefragt werden. Der Spotmarkt wird oft auch als Kassamarkt bezeichnet.

Starkstrom
Der 400-V-Anschluss wird im Sprachgebrauch als Starkstrom bezeichnet. Drehstrom ist eine Form von Strom mit drei miteinander verketteten Wechselströmen. Für den Haushalt macht Drehstrom zwei elektrische Spannungen zugängig. Zusätzlich zu den üblichen 230 Volt besteht dadurch die Möglichkeit, leistungsstarke Verbraucher – wie den Elektroherd – an 400 V (früher 380 V) anzuschließen.

Strom
Die Bewegung elektrischer Ladungsträger (Elektronen) wird als Strom bezeichnet. Diese in der Atomhülle vorhandenen Teilchen sind Träger der kleinstmöglichen negativen Ladung. Oftmals ist damit einfach die Übertragung elektrischer Energie gemeint.

Stromerzeuger
sind Unternehmen, die elektrische Energie erzeugen. Stromerzeuger müssen nicht unbedingt auch eigene Verteilernetze besitzen oder den Strom selbst verkaufen.

Stromhändler
beziehen Strom von den Erzeugern und versuchen, diesen direkt (OTC – Over the counter) oder über eine Strombörse (z.B. EXAA, EEX) an Kunden weiterzuverkaufen. Im Gegensatz zu Strommaklern kaufen sie den Strom erst auf eigene Rechnung und suchen dann die Abnehmer.

Stromkennzeichnung
Die Stromkennzeichnung ist ein wichtiger Aspekt, um die Stromherkunft für den Kunden nachvollziehbar und transparent zu gestalten und macht auf einen Blick ersichtlich, aus welchen Quellen der gelieferte Strom stammt. Sie ist verpflichtend auf Rechnungen und Informationsmaterial auszuweisen. In Österreich erfolgt die Stromkennzeichnung über standardisierte Herkunftsnachweise, die genauen gesetzlichen Regelungen unterliegen.

Stromkennzeichnung / Labeling
Im Rahmen der Stromkennzeichnung (Labeling) sind die Stromlieferanten verpflichtet, die Herkunft des von ihnen gelieferten Stroms auf der Stromrechnung auszuweisen. Die exakte Zuordnung und der eindeutige Nachweis der Herkunft von Strom aus erneuerbaren Energien erfolgt über Herkunftsnachweise, die für zertifizierten Strom durch den Netzbetreiber ausgestellt werden. Die eingesetzten Energiequellen und Energieträger werden auf jeder Rechnung ausgewiesen.

Stromkreis
Elektronen strömen „im Kreis“ von der Stromquelle (Kraftwerk) über Leitungen zum Verbraucher (z.B. Waschmaschine) und zurück zur Stromquelle. Im Verbraucher, etwa einer Glühbirne, verrichten die Elektronen Arbeit (Licht, Wärme). Schalter (z.B. Lichtschalter) schließen den Stromkreis, sodass die Glühbirne leuchtet, oder sie unterbrechen ihn und die Lampe bleibt dunkel.

Stromstärke
Die Einheit der Stromstärke ist Ampere (A). Die Stromstärke ist die Elektrizitätsmenge in der Zeiteinheit.

Stromzähler
ist ein Messgerät zur Erfassung gelieferter oder verbrauchter elektrischer Energie.