02. November 2018

E-Wirtschaft sieht klimaneutrale Energieversorgung als Richtungsentscheidung

40 Jahre nach der Abstimmung zur Atomkraft sind ein zukunftsweisendes Bekenntnis zur erneuerbaren Stromversorgung und ein Schulterschluss aller gefordert

Oesterreichs Energie, die Interessenvertretung der österreichischen E-Wirtschaft sieht den bevorstehenden Umbau des Stromsystems in Richtung einer klimaneutralen Versorgung als ähnliche Richtungsentscheidung wie den Ausstieg aus der Nutzung der Atomkraft vor 40 Jahren. Auch heute stehen wir vor wegweisenden Entscheidungen für unsere Energiezukunft, denn um unsere Ziele zu erreichen, müssen wir unser Energiesystem grundlegend umbauen und das sehr rasch. Dafür brauchen wir einen ernst gemeinten Schulterschluss aller“, erklärt Leonhard Schitter, Präsident von Oesterreichs Energie.

Am 5. November 1978 entschieden sich 50,47 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher in der historischen Volksabstimmung gegen Atomkraft. Nur knapp 30.000 Stimmen mehr für „Nein“ verhinderten damit eine Inbetriebnahme des Atomkraftwerkes Zwentendorf im Tullnerfeld. Diese Entscheidung hatte nicht nur für die Politik, sondern auch für die E-Wirtschaft weitreichende Folgen, denn es mussten rasch Alternativen gefunden werden, um das Land ausreichend mit Strom zu versorgen. Schitter: „Jetzt geht es wieder darum, Alternativen zu finden.“ Dank der Bedeutung der Wasserkraft und anderer erneuerbarer Energien, ist Österreich schon jetzt in der glücklichen Lage, Strom heute zu rund Dreiviertel aus erneuerbaren Ressourcen erzeugen zu können.

Die österreichische Bundesregierung hat das Ziel, dass unser Stromverbrauch bis 2030 zu 100 Prozent aus heimischer erneuerbarer Erzeugung kommen soll. Das stellt die E-Wirtschaft vor eine enorme Herausforderung. Wir müssen Windkraft, Wasserkraft und Photovoltaik rasch ausbauen, einerseits durch die Errichtung neuer Anlagen andererseits durch die Verbesserung der Effizienz bestehender Anlagen. Konkret bedeutet das mehr als doppelt so viele Windkraftanlagen wie heute, rund 200.000 zusätzliche PV-Anlagen pro Jahr und zusätzliche Wasserkraftwerke. Das Stromsystem ändert sich damit stark, es wird dezentraler und volatiler. Um den zusätzlichen Strom in das Stromnetz zu integrieren und dabei die Versorgungssicherheit zu erhalten, müssen wir intelligente und leistungsfähige Netze bauen und Speichermöglichkeiten schaffen.

Dabei braucht die E-Wirtschaft die Unterstützung der Politik, aber auch der Bevölkerung, denn diese Infrastrukturmaßnahmen werden das Landschaftsbild da und dort ändern und sie kosten Geld. Das ist aber kein Grund diese Ziele abzulehnen, denn wer weiß, wieviel es uns kosten würde, in der fossilen Sackgasse zu bleiben. Schitter: „Wer eine klimaneutrale Energieversorgung will, muss auch 'Ja' zum Ausbau sagen.“

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