Stromhandel und -vertrieb

Mehr Energieeffizienz durch E-Mobilität

Elektromobilität kann wesentlich dazu beitragen, Österreichs energie- und klimapolitische Ziele zu erreichen. Auch volkswirtschaftlich ergeben sich beträchtliche Chancen.

Der Umstieg von einer weitgehend auf fossilen Treibstoffen basierenden Mobilität auf
E-Mobilität ist ein Prozess, der sicherlich noch längere Zeit in Anspruch nehmen wird. Bis 2020 gilt es, die technischen Voraussetzungen zu schaffen und ein Basisnetz an Ladestationen aufzubauen, denn der Erfolg der E-Mobilität wird in hohem Maß von der Verfügbarkeit der Ladeinfrastruktur abhängen.

Pole-Position für Österreich

Benzin- und Dieselfahrzeuge können an Tankstellen binnen Minuten mit einer Energiemenge versorgt werden, die Reichweiten für mehrere hundert Kilometer ermöglicht. Elektrofahrzeuge benötigen an dezentralen Standorten (Garage, Arbeitsstätte, Park&Ride-Anlagen), wo das Fahrzeug länger stillsteht, ausgedehnte Ladezeiten. Schnellladungen, beispielsweise bei Supermärkten, können dieses System ergänzen, auch Batteriewechselsysteme sind denkbar. Österreich hat durch seinen hohen Anteil nachhaltiger Stromproduktion von 66 Prozent die europäische Pole-Position für den Einstieg in die E-Mobilität.

Neue Impulse soll das im November 2016 wurde für Österreich geschnürte Paket zur Förderung von Elektromobilität in Höhe 72 Millionen Euro setzen. Das Maßnahmenpaket umfasst Anreize für den Kauf von Elektro-Fahrzeugen, den Aufbau von E-Ladestationen und eine eigene Nummerntafel für E-Autos. Ziel ist es, insgesamt 16.000 zusätzlich E-Fahrzeuge bis 2020 mithilfe des Förderpakets auf Österreichs Straßen zu bringen. Weitere Maßnahmen, um die E-Mobilität voranzutreiben, sind jedenfalls dringend erforderlich.

Von großer Bedeutung für die Elektromobilität wird die Bereitstellung einer ausreichenden Ladeinfrastruktur sein, um den sich insbesondere auch die Mitglieder von Oesterreichs Energie bemühen. Denn auf absehbare Zeit wird ist bei Strecken, die über 150 Kilometer hinausgehen, zumindest ein Ladestopp notwendig.

Mit Stand Anfang 2016 standen im gesamten Bundesgebiet etwa 2.700 Ladestationen zur Verfügung. Bis 2020 soll das Netz an öffentlich zugänglichen Ladestationen auf rund 4.000 Stück erweitert werden. Gelingt dies, wäre keine der Stationen mehr als 60 Kilometer von der nächsten entfernt.

Bereits seit 2008 unterstützt auch der Klima- und Energiefonds unter anderem Leuchtturmprojekte und Modellregionen, in denen umfassende Konzepte für Elektromobilität erprobt werden. Eines der bekanntesten davon ist Vorarlbergs „Vlotte“, für das der KLI.EN etwa 4,7 Millionen Euro bereitstellte. Modellregionen befinden sich u.a. in Wien, Salzburg, Graz, Niederösterreich, Kärnten sowie Eisenstadt und Umgebung. Dass es für Österreich auch volkswirtschaftlich sinnvoll wäre, das Thema Elektromobilität zu forcieren, zeigt eine im Sommer 2016 veröffentlichte Studie im Auftrag des Klima- und Energiefonds (KliEn). Den neuesten Untersuchungen und Analysen zufolge bietet die Elektromobilität großes wirtschaftliches Potenzial für Österreich. Bis zum Jahr 2030 kann die heimische Automobilbranche durch den Ausbau der E-Mobilität insgesamt bis zu 33.900 Jobs und 3,1 Mrd. Euro Wertschöpfung generieren.

⇒ Standpunkte der E-Wirtschaft zur E-Mobilität