Energie-Lexikon

K

Kalorische Kraftwerke (Wärmekraftwerke)
In diesen Anlagen wird zum Zwecke der Stromerzeugung Wärme durch Verbrennung erzeugt. Heißdampf (Dampfturbinen), heißes Abgas (z.B. Gasturbine) oder beides (Gas und Dampfkraftwerk) treiben dann Turbinen an. Der Großteil der österreichischen Wärmekraftwerke arbeitet mit Kraft-Wärme-Kopplungen und ist daher besonders energieeffizient.

Kaplan-Rohrturbine
Die Kaplan-Rohrturbine wurde für niedrige Fallhöhen bis max. 25m aus der Kaplan-Turbine entwickelt. Sie erzielt Leistungen bis zu 75 MW. Rohrturbinen werden, um Umlenkverluste weitgehend zu vermeiden, horizontal in Richtung des strömenden Wassers eingebaut. Rohrturbinen, auch Horizontalturbinen genannt, sind Platz sparend und ermöglichen eine geringere Bauhöhe der Krafthäuser.

Kaplan-Turbine
Die Kaplan-Turbine wurde 1913 vom österreichischen Ingenieur Viktor Kaplan entwickelt. Sie eignet sich besonders für Flüsse mit großen Wassermengen und geringem Gefälle. Das Laufrad der Kaplan-Turbine ist einem Schiffspropeller ähnlich. Durch dessen verstellbare Schaufeln strömen die Wassermassen und treiben die Turbinen an.

Kernenergie (Atomenergie)
nutzt die innere Bindungsenergie der Atomkerne. Die Kernbausteine verschiedener Atome sind unterschiedlich stark aneinander gebunden. Durch Kernumwandlung kann man Energie entweder durch Spaltung (Fission) schwerer Atomkerne – wie Uran – oder durch Verschmelzung (Fusion) leichter Atomkerne – wie Wasserstoff – gewinnen.

Kilovolt (kV)
ist die Einheit für die elektrische Spannung. 1 Kilovolt (kV) = 1.000 Volt (V). Sie wird verwendet für Stromnetze und -leitungen. Für diese wird Strom aus den Kraftwerken mittels Transformatoren auf höhere Spannungen gebracht, um auf längeren Strecken Leistungsverluste durch den Leiter-Widerstand zu verringern.

Kilowatt (kW)
ist die Einheit für Leistung (Anschlusswert) und entspricht 1000 Watt. Um daraus eine Energiemenge errechnen zu können, muss mit der Einschaltzeit multipliziert werden. Beispielsweise verbraucht eine Glühlampe mit 100 Watt Leistung (0,1 kW) in 10 Stunden eine Kilowattstunde (kWh) Strom und erzeugt ein Kraftwerk mit einer Leistung von 150 Megawatt (MW) bei Vollbetrieb in 10 Stunden 1500 Megawattstunden (MWh) = 1.500.000 kWh.

Kilowattstunde (kWh)
ist die Maßeinheit für Energie bzw. Arbeit. Es gilt: Arbeit ist Leistung in Kilowatt (kW) mal Zeit in Stunden (h). Der Energieverbrauch von Strom und Fernwärme sowie seit kurzem auch von Erdgas wird in kWh angegeben.

Kleinwasserkraftwerk
ist ein Kraftwerk mit der erneuerbaren Energiequelle Wasser als Antrieb und einer höchsten Dauerleistung bis zu 10 Megawatt (MW). Kleinwasserkraftwerke werden in Österreich im Rahmen der Ökostromförderung gefördert.

Klima
Darunter versteht man den weitgehend stabilen Zustand der Atmosphäre in Abhängigkeit von Sonneneinstrahlung, Treibhauseffekt, geografischer Breite und Topografie (Ebene, Gebirge, Land, Meer). Durch die vermehrte Verbrennung fossiler Energieträger und den dadurch bedingten Anstieg von Treibhausgasen (z.B. CO2) in der Atmosphäre wird der Treibhauseffekt verstärkt, was zu einem globalen Klimawandel führt, dessen Folgen noch nicht absehbar sind (Kyoto-Klimaschutz-Protokoll).

Kraft-Wärme-Kopplung (KWK)
Das Grundprinzip von KWK-Anlagen ist die gleichzeitige Erzeugung von elektrischer Energie und Wärme. Die bei der Stromerzeugung anfallende Wärme wird entweder in ein Fernwärmenetz eingespeist oder direkt als Prozesswärme in Industrieanlagen verwendet. Auf diese Weise kann der Gesamtwirkungsgrad der Anlage wesentlich erhöht werden. Große KWK-Anlagen, wie sie die österreichische Elektrizitätswirtschaft einsetzt, arbeiten in der Regel auf Basis eines Dampfturbinenprozesses. Mit modernen Anlagen kann eine Brennstoffausnutzung bis nahezu 86 Prozent erreicht werden. Ein Großteil der österreichischen Wärmekraftwerke ist mit KWK-Anlagen ausgerüstet und arbeitet daher sehr energieeffizient.

Kraftwerk
Kraftwerke sind Anlagen zur Erzeugung elektrischer Energie wie z.B. Kalorische Kraftwerke, Wasserkraftwerke, Gezeitenkraftwerke, Windkraftwerke, Sonnenkraftwerke.

Kyoto-Klimaschutz-Protokoll
Hierbei handelt es sich um ein internationales Abkommen zum Klimaschutz der UN-Organisation UNFCCC, das 1997 beschlossen wurde. Es definiert die Ziele für die Verringerung des Ausstoßes von Treibhausgasen, die als Auslöser der globalen Erwärmung gelten. Die Industrieländer haben darin zugesagt, bis 2012 ihre Treibhausgas-Emissionen(z.B. Kohlendioxid) um 5,2 Prozent unter das Niveau von 1990 zu senken. Innerhalb dieses Regimes hat sich die EU verpflichtet, ihre Emissionen um 8 Prozent abzusenken, wobei für Österreich ein Minus von 13 Prozent vereinbart ist.