Stromnetze

Entwicklung des liberalisierten Strommarktes in Österreich

Seit rund 20 Jahren sind die heimischen Netzbetreiber gefordert, ihre Kosten strengen behördlichen Prüfungen zu unterziehen. So wurden bereits im Zeitraum 1995 bis 2000 massive interne Vorleistungen und Kostenreduktionen in Vorbereitung der Liberalisierung umgesetzt. Zudem gab es auch seit 1999/2000 jährliche Kostenprüfungen seitens der Politik und den klaren Auftrag zur kontinuierlichen Kostensenkung. 

 

Vor Gründung der „Energie-Control Austria für die Regulierung der Elektrizitäts- und Erdgaswirtschaft“ – kurz E-Control war das Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft für die Vorgaben verantwortlich. Diese Aufgabe ging dann mit ihrer Gründung auf die Regulierungsbehörde über.

Grundlage für diese Entwicklung – und auch gleichzeitig Herausforderung für die Netzbetreiber – sind die so genannten Regulierungsperioden: Dabei werden für den Zeitraum von mehreren Jahren zwischen Regulierungsbehörde und Netzbetreiber Ziele vereinbart, wobei die Vorgaben der E-Control immer wieder auf Kritik durch die Branche stoßen. – Dennoch konnten immer wieder mehr oder minder tragfähige Kompromisse zwischen Regulator und Oesterreichs Energie ausverhandelt werden.

Realisierte Produktivitätssteigerungen österreichischer Netzbetreiber

Im Jahr 2006 wurde in Österreich für den Zeitraum von acht Jahren die so genannte Anreizregulierung gestartet. Die erste Regulierungsperiode lief von 1. Jänner 2006 bis 31. Dezember 2009, die zweite Regulierungsperiode von 1. Jänner 2010 bis 31. Dezember 2013.

Kurz gefasst, standen beide Perioden vor allem im Zeichen von Kostensenkungen bei gleichzeitiger Implementierung des Anreizregulierungssystems. Am Ende der ersten Regulierungsperiode waren die internen Möglichkeiten für die Elektrizitätsunternehmen praktisch ausgeschöpft. Lediglich punktuelle Produktivitätsverbesserungen waren noch möglich. Zum Ende der zweiten Regulierungsperiode, die im Dezember 2013 ausläuft, stellt sich die Situation wie folgt dar: Die Sättigungsphase ist nun erreicht, es sind kaum weitere Produktivitätssteigerungen realisierbar.