Energie-Lexikon

E

E-Control
wurde am 1. März 2001 zur Umsetzung der Liberalisierung des österreichischen Energiemarktes als Elektrizitäts-Control GmbH (ECG) und als unabhängige Regulierungsbehörde für die Regulierung des Strom- und Gasmarktes mit Sitz in Wien gegründet. Deren Aufgabengebiet wurde inzwischen auch auf die Überwachung des Gasmarktes ausgedehnt. Zu ihren Aufgaben zählen u.a. die Wettbewerbsaufsicht, die Erstellung und Veröffentlichung von Strompreisvergleichen für Endverbraucher und die Erarbeitung von Marktregeln. 

EEX (European Energy Exchange)
Die EEX entstand im Jahr 2002 aus der Fusion der beiden deutschen Strombörsen LPX und EEX und hat ihren Sitz in Leipzig. Die EEX kann als wichtigste Energiebörse im zentraleuropäischen Markt angesehen werden. Sie ist Marktplatz für den Handel von Strom, Erdgas, CO2-Emissionsrechten und Kohle.

Eigenbedarf
Unter Eigenbedarf der Kraftwerke versteht man jenen Stromverbrauch, der für die Erzeugung, Verteilung und Verwaltung in Kraftwerken, Umspann- und Schaltanlagen, Verwaltungsanlagen und sonstigen Anlagen eines Unternehmens verbraucht wird.

Eigenerzeugung
Unter Eigenerzeugung versteht man die Erzeugung von elektrischer Energie in eigenen Anlagen. Wird die Energie an Dritte geliefert, so gilt der Erzeuger auch als Versorger.

Elektrische Felder
Jede elektrische Ladung und damit jeder spannungsführende Leiter ist von einem elektrischen Feld umgeben, dessen Richtung und Stärke durch Feldlinien dargestellt werden können. Die elektrischen Feldlinien führen definitionsgemäß von einer positiven zu einer negativen Ladung.

Elektrische Ladung
Die Maßeinheit der Elektrischen Ladung ist Coulomb (C) und wurde nach Charles Augustin de Coulomb (1736 – 1806) benannt. 1 Coulomb ist gleich der Elektrizitätsmenge, die während der Zeit von 1s bei einem zeitlich unveränderten elektrischen Strom der Stärke 1 A durch den Querschnitt eines Leiters fließt 

(1 C = 1 As).

Elektrische Spannung
Die Maßeinheit ist Volt (V) und wurde nach dem italienischen Physiker Allesandro Volta (1745 – 1827) benannt. 1 Volt ist die elektrische Spannung zwischen zwei Punkten eines fadenförmigen, homogenen und gleichmäßig temperierten metallischen Leiters, in dem bei einem zeitlich unveränderlichen elektrischen Strom der Stärke 1 A zwischen den beiden Punkten die Leistung 1 W umgesetzt wird. Im Haushalt beträgt die elektrische Spannung üblicherweise 230 V. Im Falle von Drehstrom für größere Verbraucher 400 V.

Elektrischer Widerstand
Die Maßeinheit ist Ohm und wurde nach Georg Simon Ohm (1787 – 1854) benannt. 1 Ohm ist der elektrische Widerstand zwischen zwei Punkten eines fadenförmigen homogenen und gleichmäßig temperierten metallischen Leiters, durch den bei elektrischer Spannung von 1 V zwischen den beiden Punkten ein zeitlich unveränderter elektrischer Strom der Stärke 1 A fließt (1 Ohm = 1 V/A).

Elektrizität
ist die Gesamtheit der Erscheinungen, die auf elektrische Ladung zurückzuführen sind. Elektrische Vorgänge treten sowohl in der Natur als auch in künstlich erzeugter Form (elektrischer Strom) auf.

Elektrizitätsabgabe
Durch die Elektrizitätsabgabe wird elektrische Energie in Österreich einer Besteuerung unterzogen. Die Elektrizitätsabgabe beträgt derzeit 1,5 Cent pro Kilowattstunde. Die Elektrizitätsabgabe ist an das Finanzamt abzuliefern.

Elektron
Elektronen sind die negativ geladenen Elementarteilchen eines Atoms und bilden die Grundlage der Elektrizität. Wenn sich Elektronen bewegen, fließt elektrischer Strom.

Elektronenfluss
Strom kann nur in elektrischen Leitern in einem geschlossenen Stromkreis fließen. Der Leiter muss an beiden Polen einer Stromquelle angeschlossen sein. Am Minus-Pol herrscht Elektronenüberschuss, am Plus-Pol Elektronenmangel. Diesen Unterschied in den Ladungen nennt man Spannung. Werden die Pole mittels eines Leiters miteinander verbunden, so fließen Elektronen vom Minus-Pol zum Plus-Pol. Die Bewegung der Elektronen ist vergleichbar mit einer Kette fallender Dominosteine, da sich Elektronen nicht wie Wasserteilchen bewegen, sondern pendeln und anstoßen dadurch das nächstliegende Elektron, welches die Bewegung weitergibt.

ElWOG
Das Elektrizitätswirtschafts- und Organisationsgesetz (ElWOG) ist ein Bundesgesetz, mit dem die Organisation auf dem Gebiet der Elektrizitätswirtschaft geregelt wird. Es umfasst unter anderem Bestimmungen zur Entflechtung, Regelungen für Erzeugungsanlagen, Konsumentenschutzbestimmungen sowie Rechte und Pflichten der Marktteilnehmer und bildet allgemein den rechtlichen Rahmen des liberalisierten Strommarktes in Österreich.

Emissionen
Unter Emissionen versteht man die Abgabe von Stoffen, Energien und Strahlen durch eine bestimmte Quelle an die Umwelt.

Emissionshandel
Der EU-Emissionshandel (EU Emission Trading System – EU ETS) ist ein marktwirtschaftliches Instrument, um Treibhausgasemissionen zu senken. Das EU ETS trat am 1. Januar 2005 in Kraft und ist das erste multinationale Emissionshandelssystem. Die Zertifikate des EU ETS heißen European Allowance Units (EUA) und ein solches Zertifikat berechtigt zur Emission von einer Tonne Kohlendioxid (CO2) bzw. von einer Tonne CO2-Äquivalent.

Energie
Energie ist eine physikalische Zustandsgröße und bezeichnet die in einem Körper oder System gespeicherte Arbeit bzw. das Vermögen, Arbeit zu verrichten oder Wärme abzugeben. Energie tritt in verschiedenen Formen auf.

Energieanteil
Im Energieanteil sind sowohl die Kosten der Stromerzeugung als auch alle Kosten des Stromvertriebs enthalten. Er ist jener Teil des Strompreises, der durch freien Wettbewerb gebildet wird und sich maßgeblich an der Entwicklung der Strombörsen orientiert.

Energieeffizienz
Die Energieeffizienz gibt an, wie hoch der Energieaufwand ist, um einen bestimmten Nutzeffekt zu erzielen (Wirkungsgrad). Oft kann durch technische Maßnahmen oder eine Änderung der Nutzungsgewohnheiten eine Steigerung der Energieeffizienz erreicht werden. Große Erfolge lassen sich durch die Nutzung zuvor ungenutzter Anteile der Energieumwandlung erzielen (z.B. Kraft-Wärme-Kopplung). Die Energieeffizienz ist also höher, wenn mit einem geringen Energieaufwand ein hoher Nutzen erreicht wird.

Energieform
Man unterscheidet mechanische Energie, Wärmeenergie, elektrische Energie, Strahlungsenergie, Kernenergie und chemische Energie. Jede Energieform lässt sich auch in eine andere Form umwandeln.

Energiekennzahl
Der Energieausweis ist der schriftliche Nachweis des Energiebedarfes eines Gebäudes. Darin wird die für die Beheizung des Gebäudes benötigte Energie in Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr – der so genannten Energiekennzahl – ausgewiesen. Dieser Energieausweis wird spätestens ab 2009 bei Verkauf oder Vermietung auch vorzulegen sein. Ein niedriger Energiebedarf ist ein Qualitätsmerkmal und erhöht den Immobilienwert.

Energiemanagement
bedeutet die möglichst effiziente Anpassung der Energieerzeugung an den Energiebedarf, um dadurch kostenintensive Anlagen und unnötige Verluste zu vermeiden.

Energiemix
bezeichnet die Sicherstellung der Stromversorgung durch Erzeugung von Strom mittels verschiedener Energieträger. Die derzeitige Stromversorgung Österreichs basiert auf einem flexiblen Energiemix aus Wasserkraftwerken, Wärmekraftwerken und additiven erneuerbaren Energien (hauptsächlich Kleinwasserkraft-, Windkraft- und Biomasseanlagen).

Energiesparlampe
wird auch Kompakt-Leuchtstofflampe genannt und stellt eine besonders sparsame Lampenform dar. Die Energiesparlampe verbraucht – da sie weniger Energie in Wärme, aber mehr in Licht umwandelt – nur ca. 1/5 des Stromes einer Glühlampe und hat eine bis zu 15mal höhere Lebensdauer.

Energieträger
sind Rohstoffe, die Energie gespeichert haben und daher für die Gewinnung von Energie herangezogen werden können. Man unterscheidet bei den primären Energieträgern zwischen fossilen, Biomasse und Kernbrennstoffen. Fossile Energieträger sind vor allem Kohle, Öl oder Gas. Im täglichen Sprachgebrauch werden häufig Energiequellen wie Wasser, Wind und Sonne als erneuerbare Energieträger bezeichnet.

Engpassleistung
Die Engpassleistung ist jene Leistung, die ein Kraftwerk auf Dauer erbringen kann. Sie wird vom leistungsschwächsten Teil („Engpass“) bestimmt.

ENTSO-E
European Network of Transmission System Operators for Electricity (ENTSO-E bzw. vormals UCTE) ist die Vereinigung der europäischen Übertragungsnetzbetreiber. Ihr kommen wichtige Aufgaben im Bereich der Planung und des operativen Betriebs der europäischen Übertragungsnetze zu. Dabei sichert ENTSO-E die Stabilität im Übertragungsnetz und ist wesentlich für ein funktionierendes System der Stromübertragung in Europa verantwortlich. Zudem wird Strom, der an europäischen Strombörsen erworben wurde und dessen Herkunft unbekannt ist, als ENTSO-E-Mix bezeichnet und auf Rechnungen und Informationsmaterial mit dieser Bezeichnung ausgewiesen. Die durchschnittliche Zusammensetzung des Erzeugungsmix im ENTSO-E-Gebiet wird regelmäßig veröffentlicht.

Entstickungsanlage
(DENOx-Anlage) ist eine Anlage zur Reduktion der Stickoxidemissionen (NOx), die unter anderem für das bodennahe Ozon in den Sommermonaten verantwortlich sind. In Österreich sind alle Wärmekraftwerke damit ausgestattet.

Epex Spot
Epex  Spot ist eine Kooperation der Leipziger Energiebörse EEX und der französischen Powernext. Epex Spot betreibt seit 2009 den deutschösterreichischen, französischen und Schweizer Spotmarkt für Strom.

Erdung
ist die elektrisch leitende Verbindung zwischen einem elektrischen Gerät und gut leitenden Erdschichten. Es ist eine Maßnahme zum Schutz von Personen vor gefährlicher Berührungsspannung (Fehlerstrom-Schutzschalter).

Erneuerbare (regenerative) Energieträger
sind  Energiequellen, welche sich ständig auf natürliche Weise erneuern, wie z.B. Wasser, Sonne, Biomasse, Wind, Erdwärme etc. (siehe auch: Alternativenergie).

Exaa
Die Exaa (Energy Exchange Austria) ist die österreichische Strombörse.