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StromLinie 02-2021

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Erneuerbare brauchen Netze

Kein Gesetzesvorhaben wird von der E-Wirtschaft derzeit mit so großem Interesse verfolgt wie das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz – und wohl auch keines mit so viel Ungeduld. Das Gesetzespaket, das fast auf den Tag genau vor neun Monaten in Begutachtung ging, wartet noch immer auf seinen Beschluss im Nationalrat. Es sind weitere neun Monate, die der Branche auf dem Weg zur Erreichung der Klima- und Energieziele bis 2030 fehlen. Zur Erinnerung: In den kommenden zehn Jahren sollen Erzeugungskapazitäten im Ausmaß von 27 TWh zugebaut werden – das sind zwei Millionen kleine PV-Anlagen, mehr als 1.000 Windräder und fünf große Wasserkraftwerke.

Und das ist nur die halbe Miete: Denn um die vielen neuen dezentralen Erzeugungsanlagen rasch ans Netz zu bringen, brauchen wir auch einen massiven Ausbau der Übertragungs- und Verteilernetze. Bei Themen wie der Reform der Tarifstruktur oder der konkreten Umsetzung der Energiegemeinschaften wird der regulative Zugang eine wichtige Rolle spielen. Legt man die Latte zu hoch – gibt es also zu hohe Anforderungen an die Netzbetreiber –, könnten hier falsche Erwartungen geweckt werden, die sich am Ende technisch nicht erfüllen lassen. Die österreichischen Netzbetreiber stehen voll hinter den Klima- und Energiezielen – für den Ausbau der Netze bauchen sie aber klare und realistische Umsetzungspfade.

In einem Punkt herrscht Einigkeit: Rasche Investitionen in die Energieinfrastruktur sind gerade in der aktuellen Situation eine enorme Chance. Sie beleben die Konjunktur und schaffen Arbeitsplätze, reduzieren die Abhängigkeit von Energieimporten und tragen zur Erreichung der Klimaziele bei – man würde damit also eine Win-win-win-Situation schaffen. Dass diese Investitionen nicht nur schnell Jobs schaffen, sondern sich auch langfristig rechnen, zeigt der Beitrag, den die E-Wirtschaft zur laufenden Wertschöpfung leistet. Bereits jetzt steuert die Branche 4,7 Mrd. Euro jährlich bei und sichert rund 100.000 Jobs.

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