Daten & Fakten

Marktforschung 2019

Was wissen Sie über die Energiethemen unserer Zeit?
Wie soll es weitergehen?
Wie denken die anderen darüber?
Was ist Ihnen wichtig?

Das und vieles andere mehr hat Oesterreichs Energie im Mai 2019  vom Marktforschungsinstitut Gallup im Rahmen einer umfangreichen Grundlagenstudie erheben lassen.

Verändern

Dass sich im Energiesystem etwas ändern muss, das ist einer überwältigenden Mehrheit der Bevölkerung klar. Manchmal gibt es jedoch eine Art Pattsituation zwischen Bewahrern und Erneuerern. 40 Prozent sind sich klar, dass die Stromnetze ausgebaut werden müssen, 39 Prozent glauben, dass der jetzige Zustand ausreicht. Darum ist es unter anderem so schwer für die E-Wirtschaft, Netzprojekte zu verwirklichen. Der Wunsch nach mehr Stromerzeugung in Österreich steigt seit Jahren. Aktuell sind 57 Prozent dafür, vor 5 Jahren waren es rund 50 Prozent. Wasserkraft ist weiterhin klar die wichtigste Stromquelle mit 44 Prozent Zustimmung, Wind liegt mit 23 Prozent noch vor Photovoltaik mit 18 Prozent.

Vertrauen

Österreichs E-Wirtschaft genießt hohes Vertrauen im Land. Gemeinsam mit der Kommunalwirtschaft und der Lebensmittelindustrie hat sie den besten Ruf aller Branchen. Fast 90 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher sehen die E-Wirtschaft als zuverlässig und leistungsfähig, in weiterer Folge auch als fortschrittlich und kundenfreundlich. Mehr als zwei Drittel trauen es den Energieanbietern zu, dass sie in der Lage sind, die österreichischen Energie- und Klimaziele zu verwirklichen und 48 Prozent sehen einen sehr positiven Einfluss der Energieanbieter. Das liegt deutlich über der Wirtschaft
insgesamt, der 55 Prozent eine Erfüllung der Klimaziele glauben. Übrigens: Am wenigsten (38 Prozent) traut man den Autofahrern ausreichende Maßnahmen für den Klimaschutz zu.

Wissen

Von Klimawandel, Klimaschutz und Klimastrategie reden wir schon eine gefühlte Ewigkeit. Die Gallup-Meinungsforschung zeigt uns aber: Nur drei von hundert Österreichern wissen genau, was sich hinter dem Begriff „Klima- und Energiestrategie“ verbirgt. Weitere 16 Prozent wissen zumindest einige Dinge darüber. 31 Prozent haben den Begriff schon einmal gehört, 47 Prozent noch nie. Übrigens: Männer behaupten öfter, sich auszukennen, einen Beweis haben die Meinungsforscher dafür aber nicht gefunden. Fragt man nämlich, wie viel erneuerbare Energie in Österreich es schon gibt, bekommt man nur Phantasiezahlen zu hören. Übrigens: Es sind rund 33 Prozent.

Entscheiden

Wer ist verantwortlich, dass wir die Klima- und Energieziele erreichen? Am ehesten die Energiewirtschaft, meinen 83 Prozent der Befragten, 80 Prozent sehen die Bundesregierung in der Pflicht, gleich viele wie die Industrie. Danach folgen Bundesländer, Windparkbetreiber und erst am Schluss die Befragten selbst, nämlich Konsumenten (61 Prozent) und Hausbesitzer (53 Prozent). Bezahlt werden sollte das Ganze am besten aus Steuermitteln und Energieabgaben, gegen einen höheren Strompreis ist aber eine deutliche Mehrheit von 56 Prozent. Wenn es schon verpflichtende Ziele gibt, dann sollten diese für Unternehmen, Bundesländer und eventuell Gemeinden eingeführt werden. Nur 33 Prozent können sich mit Verpflichtungen für alle Haushalte anfreunden.

Handeln

Acht wichtige Maßnahmen bzw. Maßnahmenbündel wurden direkt abgefragt: Öffentliche Verkehrsmittel werden beispielsweise heute schon intensiv (36 Prozent) genutzt, haben aber noch einiges Potenzial (19 Prozent). 42 Prozent aber wollen nicht oder können mangels Angebot keine Öffis nutzen. Weitere Themen sind Heizungstausch, sparsamer Heizen und Wärmedämmung. Den Tausch alter Elektrogeräte wollen 44 Prozent schon vollzogen haben. Starke Mehrheiten gibt es gegen den Verzicht auf Flugreisen und gegen den Verzicht auf Fleisch beim Essen zum Schutz des Weltklimas. Das ist für 43 Prozent „nicht realistisch“.

Fühlen

Beim Klimawandel glaubt fast jeder, mehr Gleichgesinnte zu haben, als es tatsächlich gibt. 29 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher denken, dass eine Klimakatastrophe unmittelbar bevorsteht und sehen dringenden Handlungsbedarf. 30 Prozent glauben schon an den Klimawandel und sehen einen gewissen Handlungsbedarf, aber keine Bedrohung, 22 Prozent sehen eigentlich wenig Grund zur Sorge und wissen nicht, wem sie glauben sollen, und 19 Prozent halten die Klimadiskussion für eine Panikmache. Wer selbst Angst vor dem Klimawandel hat, glaubt, dass sich auch die anderen fürchten. Diese 29 Prozent sind der Ansicht, dass 42 Prozent ihre Meinung teilen. Die Besorgten, die keine Bedrohung sehen, glauben, dass 36 Prozent ihre Meinung teilen, die 22 Prozent Verunsicherten denken, dass ihre Gruppe eigentlich 31 Prozent der Bevölkerung umfasst. Jene 18 Prozent, die sich nicht ums Weltklima sorgen, glauben, dass 38 Prozent ähnlich fühlen.