Daten & Fakten

Daten und Fakten zum Strompreis in Österreich

Steuern und Abgaben haben die Stromkosten in Österreich 2017 verteuert, während die Kosten für Energie und Netz sogar gesunken sind. Insgesamt sind die Strompreise in Österreich ausgesprochen stabil und wettbewerbsfähig.

Steuern und Abgaben auf Strom haben sich verdoppelt

Auf den Punkt gebracht: Hätte Österreich den Steuersatz auf Strom wie beispielsweise Großbritannien, würde der Strompreis hierzulande zu den niedrigsten in Europa zählen.

Während im Vergleichsjahr 1996 vor der Strommarkt-Liberalisierung noch 2,7 Cent pro Kilowattstunde auf Steuern und Abgaben entfielen, müssen Haushaltskunden heute dafür bereits mehr als das Doppelte für gesetzlich vorgegebene Belastungen auf den Strompreis zahlen, während die reinen Energie- und Netzanteile real sogar zurückgegangen sind.

Aktuell ist die Steuer- und Abgabenbelastung auf Strom für Haushaltskunden in kaum einem anderen europäischen Land höher als in Österreich. Sie macht hierzulande 39,1 Prozent des Gesamtpreises aus. Im Vergleich dazu liegt der Steuersatz in Großbritannien nicht einmal bei fünf Prozent. Ähnlich stellt sich die Situation für Industrie- und Gewerbekunden dar: Hier wird die hohe Steuerbelastung in Österreich nach aktuellsten Daten nur von vier europäischen Ländern übertroffen.

Zusammensetzung der Strompreise in Österreich

Österreich ist bei Netto-Haushaltsstrompreisen im Mittelfeld

Der Europavergleich zeigt ein moderates Strompreisniveau in Österreich. Bei den Netto-Haushaltsstrompreisen (Energie und Netz) liegt Österreich mit 12,2 Cent pro Kilowattstunde im Mittelfeld vergleichbarer Länder mit ähnlichem Kaufkraftniveau. Allerdings ist die Steuer- und Abgabenbelastung für heimische Stromkunden überdurchschnittlich hoch. Mit 7,6 Cent pro Kilowattstunde ist die absolute Steuerbelastung auf Strom vergleichsweise hoch.

Der Industriestrompreis stärkt die Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Wirtschaft

Der Strompreis für einen durchschnittlichen Industriebetrieb (Energie und Netz) in Österreich liegt bei 6,9 Euro-Cent pro Kilowattstunde (Stand: 2. Halbjahr 2017) und ist damit deutlich günstiger als im EU28-Schnitt mit 7,7 Euro-Cent pro Kilowattstunde (Stand: 2. Halbjahr 2017). Damit stärken die Strompreise die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Wirtschaft und des Industriestandortes Österreich.

Die Steuerbelastung für heimische Industriekunden ist hingegen wie bei den Haushaltspreisen nur in wenigen europäischen Ländern höher als in Österreich.

Österreichischer Strompreis: deutlich günstiger als der EU-Durchschnitt

Insgesamt ist die Entwicklung der Endkundenstrompreise in Europa von einer steigenden Tendenz gekennzeichnet. Die österreichischen Strompreise verzeichnen allerdings langfristig eine deutlich moderatere Entwicklung als in vergleichbaren europäischen Ländern und im Durchschnitt der EU-27. Der Anstieg der Strompreise für Haushaltskunden (Energie und Netz) in der EU-27 lag in den vergangenen Jahren über der Entwicklung in Österreich - in einigen Ländern sogar deutlich darüber. Ebenso steigt der Strompreis für heimische Kunden deutlich geringer als die Preise anderer Energieträger und sogar geringer als die Inflationsrate.