Stromnetze

Versorgungssicherheit: Ausfalls- und Störstatistik für das österreichische Stromnetz

Im Jahr 2015 lag die durchschnittliche ungeplante Nichtverfügbarkeit von Elektrizität im österreichischen Stromnetz bei 24,11 Minuten pro Kunde. Damit ist eine Versorgungssicherheit von 99,99 Prozent für Österreich gewährleistet.

Einer der wichtigsten Grundsätze der österreichischen E-Wirtschaft ist, dass die Versorgungssicherheit der Kunden mit Strom verlässlich gewährleistet sein muss. Jährlich wird daher die durchschnittliche Zeitspanne ermittelt, in der österreichische Haushalte nicht mit Strom versorgt waren.

Die Nichtverfügbarkeit von Elektrizität lag 2015 im Mittel bei 24,11 Minuten für nicht angekündigte Unterbrechungen der Stromversorgung. Das bedeutet umgekehrt, dass die Versorgung mit Elektrizität in Österreich zu 99,99 Prozent sichergestellt ist; ein sehr guter Wert. Im Vergleich mit den Vorjahren ergibt sich für die Nichverfügbarkeit der niedrigste Wert des gesamten bisherigen Beobachtungszeitraumes.

Die durchschnittliche Dauer geplanter Stromversorgungsunterbrechungen etwa aufgrund von Wartungsarbeiten, die den Kunden vorher angekündigt wurden, betrug 2015 rund fünfzehn Minuten. Die gesamte Nicht-Verfügbarkeit durch Stromausfälle, die sich aus geplanten und ungeplanten Unterbrechungen inklusive der Regional Außergewöhnlichen Ereignisse zusammensetzt, lag im vergangenen Jahr bei 44,88 Minuten.

Im internationalen Vergleich weist Österreich damit eine überdurchschnittlich hohe Versorgungssicherheit auf. Um dieses hohe Niveau halten zu können, ist es notwendig, entsprechende Rahmenbedingungen und Investitionsanreize für den Ausbau und die Instandhaltung der Netzinfrastruktur zu gewährleisten.

Im internationalen Vergleich Österreich bei Versorgungsicherheit top

Statistiken über Stromausfälle werden in vielen Ländern der EU geführt. Im internationalen Vergleich schneidet Österreich sehr gut ab, siehe 6th CEER Benchmarking Report on the Quality of Electricity Supply. Die niedrigere Nichtverfügbarkeit in Deutschland oder auch in den Niederlanden kann durch den geringeren Einfluss von extremer Witterung und auch durch Unterschiede in geographischen Gegebenheiten sowie der Bevölkerungsdichte erklärt werden. Stark beeinflusst wird die Versorgungssicherheit in Österreich durch Wettereinwirkungen, wie beispielsweise starke Schneefälle und Unwetter, Eisregen oder Überschwemmungen.

Beispielsweise im Jahr 2008 wirkten sich die Stürme Emma und Paula verheerend aus. Da einige Teile Österreichs aufgrund dieser Stürme stark in Mitleidenschaft gezogen worden sind, wurden die verursachten Stromausfälle gemäß der gesetzlichen Grundlagen nicht in der Statistik berücksichtigt.

Im vergangenen Jahr wurden aufgrund von als Regional Außergewöhnliche Ereignisse eingestuften Versorgungsunterbrechungen nur rund fünf Minuten an Stromausfällen registriert. 

Wirtschaftsstandort Österreich: rechtzeitig in Stromnetze investieren

Eine spezielle Eigenschaft der Versorgungssicherheit ist, dass diese nicht unmittelbar durch aktive Maßnahmen verändert werden kann. Beginnt sie sich zu verschlechtern, so wirken sich Gegenmaßnahmen, wie beispielsweise eine Modernisierung der Anlagen, sehr langsam aus. Erhebliche Verschlechterungen der Versorgungsqualität können jedoch schlagartig auftreten, die man auch mit erheblichem Aufwand nicht schnell auf ihr ursprüngliches Niveau bringen kann.

Der volkswirtschaftliche Schaden einer Stunde Stromausfall ist beträchtlich und kann im schlimmsten Fall -bei Ausfall des Übertragungsnetzes- mehrere Millionen Euro pro Stunde betragen. Die Auswirkungen auf die Industrie können gravierend ausfallen. Somit wird auch klar, dass diese Kennzahl der Nichtverfügbarkeit sehr wichtig für den Wirtschaftsstandort Österreich ist. Angesichts dieser Tatsachen sieht Oesterreichs Energie eine Weichenstellung im Rahmen der Ausgestaltung der Netzregulierung durch die Regulierungsbehörde als dringend notwendig an, um auch in Zukunft eine hohe Versorgungssicherheit bieten zu können.

Aktuelle Ausfalls- und Störungsstatistik

Die Ausfalls- und Störungsstatistik ist gemäß Elektrizitätsstatistik-Verordnung 2001 des BMWA (BGBl. II Nr. 486/2001) jährlich zu erheben und zu publizieren.

Zur Ausfalls- und Störstatistik der E-Control Austria.