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VEÖ: KIimaschutz braucht Wasserkraft

Österreichs E-Wirtschaft betont wichtige Rolle der Speicherkraftwerke für Europa

Österreichs E-Wirtschaft warnt vor zusätzlichen Einschränkungen für die Nutzung der Wasserkraft. „Wegen der ständig wachsenden Bedeutung der österreichischen Wasserkraft für Klimaschutz und die Sicherheit der Stromversorgung in Österreich und in den Nachbarländern darf es zu keinen Verschärfungen der Wasserrahmenrichtlinie kommen“, erklärte der Präsident des Verbands der Elektrizitätsunternehmen Österreichs (VEÖ), Wolfgang Anzengruber anlässlich eines Informationsbesuchs in Brüssel.


Hauptanliegen der E-Wirtschaft sind die Erhaltung der bestehenden Erzeugung und die Chance, das noch vorhandene Potenzial in Zukunft mobilisieren zu können. Anzengruber: „Beim kommenden „Revue“ der Wasserrahmenrichtlinie muss auf die Bedeutung der österreichischen Wasserkraft für die Entwicklung einer klimafreundlichen und sicheren Stromversorgung in Österreich und in der ganzen EU Rücksicht genommen werden. Es darf nicht geschehen, dass die Ausnahmestellung des Wasserkraftlandes Österreich nicht berücksichtigt wird. Hier geht es um ein fundamentales nationales Interesse und Vorteile für alle.“

 

Österreich ist „Speicherriese“ der EU


Österreichs größte Bedeutung für den europäischen Stromverbund und den weiteren Ausbau der nachhaltigen Stromproduktion in Mitteleuropa liegt in den Speichern in den Alpen. Während die installierte Kraftwerksleistung in Österreich im Europavergleich 2,5 Prozent beträgt, verfügt Österreich über 11 Prozent der europäischen Wasserkraft und über 17 Prozent der europäischen Speicherkapazität. Anzengruber: „Damit wird ein kleines Land zum Vorbild bei der nachhaltigen Stromproduktion und zum Speicherriesen Europas.“

 

Pumpspeicher unverzichtbar für klimafreundliche Stromerzeugung


Mit einem weiteren kräftigen Ausbau der Speicherleistung will Österreichs E-Wirtschaft die Speicherleistung, die derzeit bei sieben Gigawatt liegt, in Zukunft noch verstärken. Anzengruber: „Treiber der Entwicklung ist vor allem der Ausbau der Stromproduktion aus stark schwankenden erneuerbaren Ressourcen.“ Die installierte Leistung an Windkraft allein in Deutschland hat sich in den vergangenen zehn Jahren fast auf das Fünffache gesteigert. Zwischen Starkwind und Flaute liegen daher bereits mehr als 25 Gigawatt Leistungsdifferenz, die notfalls auszugleichen sind. In Österreich sind derzeit über 600 Windkraftanlagen mit rund 1000 MW installiert, die während rund drei Vierteln des Jahres in Österreich andere Energieformen als Backup brauchen. Bis 2020 plant die E-Wirtschaft im Durchschnitt jährlich Investitionen von rund 1,5 Mrd. € in Erzeugung und Netze. Diese Investitionen müssen möglich gemacht, geschützt und gesichert werden. „Wir bauen nicht nur für uns, sondern für ganz Europa die grüne Batterie in den Alpen“ erklärte der VEÖ-Präsident.

 

Klimaziele der EU ohne starke und „smarte“ Netze nicht zu schaffen


Der Umbau der Stromversorgung in Richtung „De-Karbonisierung“ erfordert einen langfristigen Ausbau der Übertragungs- und Verteilnetze, erklärte die Generalsekretärin des VEÖ, Barbara Schmidt: „Österreich ist voll integriert in den zentraleuropäischen Strommarkt und fungiert als Bindeglied zu den Teilmärkten in Ost- und Südosteuropa. Der europäische Strommarkt kann nur funktionieren, wenn die Netze entsprechend leistungsfähig sind.“ In Zukunft müssen smarte Europäische Hochleistungsnetze die nationalen und regionalen Smart Grids ergänzen, an denen derzeit gearbeitet wird. Schmidt. „Ohne einen Ausbau der Netze ist der für die kommenden Jahrzehnte geplante Umstieg auf eine Stromversorgung, die weitgehend von nachhaltigen Energien gespeist wird, zum Scheitern verurteilt.“

Die neuen Netze sollen aus dem liberalisierten Netz des Stromhandels ein liberalisiertes Netz der aufkommensorientierten Stromeinspeisung und des weiträumigen Ausgleichs machen, das die stark schwankende Produktion insbesondere von Windstrom ausgleichen kann. Die European Smart Grids Technology Plattform schätzt, dass bis 2030 europaweit 390 Milliarden Euro in Smart Grids investiert werden müssen. Schmidt: „Wir werden die Chancen, die Smart Grids bieten, nur dann nützen können, wenn der Ausbau durch die Energiepolitik unterstützt wird.“ Die hohen Investitionen benötigten eine investitionsfördernde Tarifpolitik.“ Auch das von der EU geforderte Smart Metering rechnet sich aus heutiger Sicht für die E-Wirtschaft nicht.

 

Brüssel, 28.4.2010