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Herkunftsnachweise - Strom mit Gütesiegel

Herkunftsnachweise bringen Transparenz in den Strommarkt und bieten den Stromkunden Wahlmöglichkeiten.

Für den überwiegenden Teil der heimischen Stromkunden ist es wichtig oder sogar sehr wichtig, dass der von ihnen gekaufte Strom auch im Inland erzeugt wird. Die Lieferanten sind daher verpflichtet, ihren Kunden detailliert auf der Stromrechnung darzustellen, woher der Strom kommt, den sie liefern.
Wie das zu geschehen hat, ist mittels gesetzlichen Regelungen im ElWOG und Ökostromgesetz sowie einer Verordnung der E-Control über die Stromkennzeichnung vorgegeben.

Labeling kennzeichnet die Herkunft des Stroms

Bereits seit 2001 sind Lieferanten verpflichtet, ihre Kunden über die Primärenergieanteile der Stromerzeugung zu informieren. Kann für eine Strommenge kein Nachweis vorgelegt werden, ist diese als „Strom unbekannter Herkunft – ENTSO-E Mix“ auszuweisen. Durch die neue Stromkennzeichnungsverordnung wird die Stromkennzeichnung (Labeling) detaillierter geregelt. Die Kunden sind darüber zu informieren, welche Primärenergieträger für die Erzeugung der jeweiligen Anteile des gelieferten Stroms verwendet wurden. Strom, der an Strombörsen gekauft wurde, ist als Strom unbekannter Herkunft anzugeben. Zusätzlich sieht die neue Verordnung vor, dass die anteilsmäßige Verteilung der Herkunftsländer aller für die Stromkennzeichnung verwendeten Nachweise aufgeführt werden muss.

Physikalisches und bilanzielles Stromsystem

Im liberalisierten Strom-Binnenmarkt können Konsumenten ihre Lieferanten unabhängig vom Standort frei wählen. Die Herkunftsbezeichnung des Stroms ist unabhängig vom Strom, den die Kunden physisch geliefert bekommen. Er bezieht sich auf den Strom, den sie bezahlen.
Denn neben dem physikalischen Stromsystem gibt es auch das bilanzielle bzw. finanzielle Stromsystem. Der produzierte Strom wird im Großhandel weiterverkauft und geht schließlich über den Lieferanten zum Endkunden. Das Handelsvolumen kann deutlich höher liegen als die eigentliche Strommenge, da jede Einheit Strom auch mehrmals gehandelt werden kann.

Herkunftsnachweise ordnen die Herkunft des Stroms eindeutig zu

Über genormte Zertifikate (= Herkunftsnachweise) kann garantiert werden, dass der Strom aus einer bestimmten Erzeugungsform (z. B. Wasserkraft, Biomasse oder Ökostrom), der als reiner Ökostrom an den Kunden verkauft wird, in dieser Menge auch tatsächlich in das Stromsystem eingespeist wurde. Über dieses System der Herkunftsnachweise wird gesichert, dass die Herkunft des Stroms aus bilanzieller Sicht eindeutig zugeordnet werden kann. Ein Herkunftsnachweis wird für die Produktion von jeweils einer MWh Elektrizität aus erneuerbaren Energien ausgegeben.
Dieses ist eindeutig identifizierbar, übertragbar und somit handelbar und beinhaltet unter anderem folgende Informationen:

  • Eindeutige Zertifikatsnummer,
  • Ausgeber, Menge (in MWh),
  • Identität des Kraftwerks,
  • Zeitpunkt der Ausgabe,
  • zugrunde liegende Technologie,
  • installierte Kapazität und
  • Informationen über erhaltene Investitionsbeihilfen oder Förderungen.

Herkunftsnachweise sind vor Missbrauch geschützt

Die elektronischen Zertifikate oder „Herkunftsnachweise“ werden von der Regulierungsbehörde E-Control Austria zentral in der Herkunftsnachweis-Datenbank verwaltet. Damit ist sichergestellt, dass kein Zertifikat missbräuchlich mehrfach verwendet werden kann. Die Zulassung ausländischer Zertifikate erfolgt nur aus solchen Ländern, in denen eine Stromkennzeichnung gemäß der europäischen Binnenmarktrichtlinie existiert und Doppelzählungen ausgeschlossen sind. Weiters haben diese Nachweise zusätzlich den Anforderungen der Europäischen Richtlinie zur Förderung der Nutzung von Energie zu entsprechen.

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Strom mit zertifizierter Herkunft

In Österreich ist jeder Stromhändler gesetzlich verpflichtet, mittels behördlich geprüfter Zertifikate nachzuweisen, aus welchen Quellen der von ihm verkaufte Strom stammt. Ökostromhersteller mit Vertrag erhalten ihre Zertifikate auf Basis der vertraglichen Einspeisemengen. Alle anderen Stromproduzenten können sich für die Zertifizierung ihres Stroms anerkannter Zertifizierungsstellen bedienen. Im Jahr 2011 wurde den österreichischen Stromkunden elektrische Energie mit folgender Zusammensetzung geliefert: bekannte erneuerbare Energieträger 64,5 Prozent; bekannte fossile Energieträger 21,5 Prozent; bekannte sonstige Primärenergieträger 0,3 Prozent; Strom unbekannter Herkunft – ENTSO-E-Mix 14 Prozent.