15. Mai 2017

E-Wirtschaft bedauert Trennung der gemeinsamen deutsch-österreichischen Strompreiszone

Einigung der Regulatoren vermeidet gravierende Einschränkungen für grenzüberschreitenden Stromhandel

Die von den Regulatoren vorgestellte Einigung zur technischen Umsetzung der von Deutschland einseitig ausgerufenen Trennung der gemeinsamen Preiszone ist geeignet, gravierende Einschränkungen für grenzüberschreitenden Stromgroßhandel möglichst gering zu halten, erklärte Wolfgang Anzengruber, Präsident von Oesterreichs Energie in einer ersten Reaktion. Ab 1. Oktober 2018 können im Stromaustausch zwischen den beiden Ländern nur noch 4.900 Megawatt  Strom durch Langfristkapazitäten vergeben werden.

Konkrete Auswirkungen dieser Entscheidung werde man erst anhand der Reaktion der Märkte feststellen können. Mit dieser technischen Umsetzungslösung endet jedenfalls ein jahrelanger unerfreulicher Diskurs. Anzengruber: „Dies dürfte unter den gegebenen Rahmenbedingungen das beste noch zu erzielende Ergebnis sein.“

„Diese Entscheidung ist gefallen, doch wir sind nach wie vor davon überzeugt, dass die Trennung der Preiszone an der deutsch-österreichischen Grenze der falsche Weg ist“,
so Anzengruber. Jetzt geht es darum, den Schaden zu minimieren, ergänzte der Präsident von Oesterreichs Energie. Ob dies gelinge, werde vom guten Willen aller Akteure und einer Vielzahl von begleitenden Maßnahmen abhängen, die es bis Oktober 2018 vorzubereiten gelte. Positiv sieht Anzengruber, „dass wir in Österreich Einigkeit auf breiter Basis gefunden haben und trotz aller widerstrebenden Interessen gemeinsam aufgetreten sind.“

Ein effizienter Stromaustausch mit Deutschland hat nicht nur große Bedeutung für die heimische E-Wirtschaft, sondern ist von Interesse für ganz Österreich und alle Stromkunden, die ansonsten höhere Kosten zu erwarten hätten. Anzengruber sieht die Probleme im Stromtransport von Norden nach Süden zudem zeitlich befristet, bis Deutschland für ausreichende Übertragungskapazitäten im Inland gesorgt habe. Ein wesentlicher Eckpunkt der aktuellen Lösung ist, dass künftig die Stromhandelskapazitäten mit einem weiteren Übertragungsnetzausbau etappenweise erhöht werden.