Oesterreichs Energie > ENERGIE & TECHNIK > Wasserkraft > Masterplan Wasserkraft

Masterplan Wasserkraft

Artikel weiterleitenArtikel weiterleiten

Durch die Erneuerung und den Neubau von Wasserkraftwerken in Österreich kann die Stromerzeugung in diesem Bereich bis zum Jahr 2020 um 7 TWh gesteigert werden. Das ist auch dringend notwendig, damit Österreich seine EU-Klimaschutzziele erreichen kann.

 

Im Jahr 2009 wurde von der EU die neue Richtlinie für erneuerbare Energien veröffentlicht. Sie sieht vor, dass Österreich seinen Anteil an Erneuerbaren Energien von derzeit 23,3 Prozent auf 34 Prozent bis zum Jahr 2020 steigern muss.

 


Ausbau von sieben TWh Wasserkraft bis 2020

Die Wasserkraft kann einen bedeutenden Beitrag zur Steigerung der Stromerzeugung aus erneuerbarer Energie liefern. Allein bis zum Jahr 2020 könnte die Stromerzeugung aus Wasserkraft durch Erneuerung und Neubau von Kraftwerken um sieben TWh gesteigert werden. Damit würden 3,1 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr vermieden werden – ein massiver Beitrag zum Klimaschutz. Im Zuge des Ausbaues von 7 TWh Wasserkraft würden außerdem 8,4 Milliarden Euro in Österreich investiert werden. Dabei beträgt die heimische Wertschöpfung 300 Millionen Euro pro Jahr und rund 6000 Arbeitsplätze können über zehn Jahre gesichert werden.

 

 

Fünf Voraussetzungen zum Ausbau der Wasserkraft in Österreich

Österreich hat EU-Klimaschutzziele zu erreichen. Verfehlt Österreich diese Ziele, dann drohen empfindliche Strafzahlungen. Der verstärkte Ausbau der heimischen Wasserkraft könnte einen massiven Beitrag zur Erreichung der europäischen und österreichischen Zielvorgaben leisten. Doch damit dies gelingen kann, sind vorab folgende fünf Punkte umzusetzen:

 

  1. Sowohl der Bund als auch die Länder müssen sich zum weiteren Ausbau der Stromerzeugung aus Wasserkraft und anderer erneuerbarer Energiequellen bekennen.
  2. Die Versorgungssicherheit und die Steigerung des Anteils erneuerbarer Energien müssen im öffentlichen Interesse sein.
  3. Die Wasserrahmenrichtlinie (EU-WRRL) muss ausgewogen umgesetzt werden
  4. Die Genehmigung von Wasserkraftvorhaben muss vereinfacht und beschleunigt werden, ohne jedoch die ökologische Betrachtung einzuschränken.
  5. Wasserkraftwerke sind kapitalintensive Investitionen und erfordern stabile wirtschaftliche und rechtliche Rahmenbedingungen.
Wasserkraftpotenzial noch größer

Ganz generell hat Österreich noch beachtliche Möglichkeiten, seine Wasserkrafterzeugung langfristig auszubauen. So wurde das technisch-wirtschaftliche Gesamtpotenzial der Wasserkraft auf 56 TWh geschätzt. Zieht man die Stromerzeugung aus bereits verwirklichten Kraftwerken ab, ergibt sich ein technisch-wirtschaftliches Ausbaupotenzial von rund 18 TWh. Reduziert man dieses technisch-wirtschaftliche Ausbaupotenzial um Gebiete, die in Nationalparks oder Weltkulturerbe liegen, verbleiben immerhin noch beachtliche 13 TWh.

 

In diesem technisch-wirtschaftlichen Ausbaupotenzial ist das langfristig zu erschließende Optimierungspotenzial bei bestehenden Anlagen in der Höhe von rund 1,5 TWh bereits enthalten.

 

 

Das sind die Ergebnisse einer Studie, die von Pöyry Energy im Auftrag von Oesterreichs Energie, des Wirtschaftsministeriums (BMWFJ), der E-Control, der Kleinwasserkraft Österreich und der Vereinigung der Österreichischen Elektrizitätswerke (VÖEW) erarbeitet wurde.