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Klimawandelanpassung – Österreichs Strategie

Die österreichische Strategie zur Anpassung an den Klimawandel wurde am 23. Oktober 2012 von der Bundesregierung verabschiedet.

Im Auftrag des Ministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (Lebensministerium) wurde über fünf Jahre an der österreichische Strategie zur Anpassung an den Klimawandel gearbeitet. In den Erstellungsprozess waren Vertreterinnen und Vertreter von Ministerien, der Länder, von Interessensverbänden, Stakeholdern, NGOs und sonstigen Institutionen eingebunden.

Ziel der Strategie ist es, nachteilige Auswirkungen der globalen Erwärmung auf Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft zu vermeiden bzw. auch die sich ergebenden Chancen zu nutzen.

Kontext und Aktionsplan der Anpassungsstrategie

Die Anpassungsstrategie gliedert sich in zwei Teile: in ein strategisches Rahmenwerk („Kontext“) und in einen Aktionsplan. Der Kontext behandelt Grundsatzfragen. Im Aktionsplan wird auf die Vulnerabilität der jeweiligen Aktivitätsfelder eingegangen und werden daraus abgeleitet konkrete Handlungsempfehlungen zur Anpassung dargestellt.

Folgende 14 Aktivitätsfelder werden in der Strategie behandelt: Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Wasserwirtschaft, Tourismus, Energie (Fokus Elektrizitätswirtschaft), Bauen und Wohnen, Schutz vor Naturgefahren, Katastrophenmanagement, Gesundheit, Ökosysteme/Biodiversität, Verkehrsinfrastruktur, Raumordnung, Wirtschaft/Industrie/Handel und Städte (Fokus urbane Frei- und Grünräume).

Die E-Wirtschaft ist im Wesentlichen im Aktionsfeld Energie / Elektrizitätswirtschaft betrotten, aber es finden sich aber auch Schnittstellen zu diversen anderen Aktionsfeldern, z.B. Wasserwirtschaft, Schutz vor Naturgefahren, Bauen und Wohnen etc.

Mit dem Fokus Elektrizitätswirtschaft wird für das Aktivitätsfeld Energie folgende mögliche Auswirkungen angeführt:

  • Erhöhung der Niederwasserabflüsse im Winter und früherer Beginn der Schneeschmelze
  • an voralpinen Gewässern: erhöhte Ausprägung der Niederwasserperioden im Sommer und Herbst
  • an alpinen Gewässern: eventuell im Spätsommer längere Niederwasserperioden, wobei in den vergletscherten Gebieten der Sommer- und Herbstabfluss sogar kurz-bis mittelfristig steigen wird, da die Gletscherschmelze zum Abfluss beiträgt. Langfristig wird aber auch hier durch den voranschreitenden Gletscherrückgang mit sinkendem Wasserangebot zu rechnen sein
  • Anstieg der Wassertemperaturen vor allem während sommerlicher Trockenperioden
  • Gletscher- und Permafrostrückgang und dadurch erhöhter Geschiebeanteil
  • mögliche Veränderung des Winddargebots
  • mögliche Veränderung der Solareinstrahlung
  • mögliche Veränderung im Dargebot biogener Stoffe zur energetischen Nutzun;
  • Abnahme des Heizenergiebedarfs und Zunahme des Kühlenergiebedarfs; Veränderungen der Anzahl der Heiz- und Kühlgradtage
  • mögliche Veränderungen im Angebot von erneuerbaren Energieträgern (z. B. Windenergie, Solarenergie, Biomasse).

Im Aktionsplan werden für den Bereich Energie/Elektrizitätswirtschaft folgende Maßnahmen benannt und detaillierter beschrieben:

  • Optimierung der Netzinfrastruktur
  • Forcierung dezentraler Energieerzeugung und -einspeisungen
  • Verstärkte Forschung zu Möglichkeiten der Energiespeicherung
  • Stabilisierung des Transport- und Verteilnetzes durch entsprechende klimaangepasste Systemplanung
  • Optimierung des Zusammenspiels von Erzeugung (aus diversen Quellen) und Verbrauch im Energie-Versorgungssystem bei wechselndem Angebot und Nachfrage
  • Berücksichtigung der Auswirkungen des Klimawandels bei energiewirtschaftlichen Entscheidungen und Forschungsaktivitäten, z. B. in Hinblick auf eine weitere Diversifizierung in der Energieversorgung
  • Reduktion der Nachfrage durch Erhöhung der Endenergieeffizienz und Reduktion innerer Lasten
  • Entwicklung einer Energieversorgungsstrategie auf Basis einer umfassenden Strom- und Wärme-Bedarfsprognose unter Berücksichtigung an „Anpassungsszenarien“

Weitere Schritte zur Umsetzung

Die vorliegende österreichische Strategie zur Anpassung an den Klimawandel stellt einen ersten im Anpassungsprozess dar. Im nächsten Schritt werden von Lebensministerium nachfolgende Fragen einer vertiefenden Bearbeitung zugeführt bzw. folgende Initiativen gestartet:

  • Wissenschaftlich-ökonomische Evaluierung der Konsequenzen des Klimawandels in Österreich („Kosten des Nichthandelns“ und „Schätzung der Anpassungskosten“) bis Mitte 2015
  • Entwicklung eines Kriterienkatalogs bis Ende 2013, der es erlaubt, den Erfolg bei der Umsetzung der österreichischen Anpassungsstrategie zu überprüfen und klar darzustellen
  • Kontakt zu jenen Akteurinnen und Akteuren wieder aufzunehmen, die im Strategieerstellungsprozess aktiv einbezogen waren und ihnen verstärkt die notwendigen nächsten Schritte zur Umsetzung zu vermitteln. Im ersten Schritt wird dabei auf die Bundesländer zugegangen.

Das BMLFUW, KliEn-Fond und UBA haben eine gemeinsame Seite zum Thema Klimawandelanpassung eingerichtet. Hier kann auch ein regelmäßiger Newsletter abonniert werden.

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