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Sommerpaket der EU-Kommission / Neues Marktdesign

Im Rahmen der Energie Union stellte die Europäische Kommission am 15. Juli 2015 das sogenannte "Sommerpaket" vor. Das Paket umfasst einen nicht-legislativen Vorschlag (Mitteilung) zur Umgestaltung des europäischen Strommarktes, verbesserter regionaler Kooperation als auch zur Versorgungssicherheit und Kapazitätsmechanismen.

Des Weiteren legte die Kommission mit dem Paket einen legislativen Vorschlag zur weiteren EU ETS- Reform, "Best Practices" zum Energieeigenverbrauch sowie eine neue Energieeffizienzkennzeichnungs-Verordnung vor. Potenzial zur Stärkung des Strommarktes der Zukunft sieht die Kommission unter anderem bei der Integration der Erneuerbaren in den Markt, der Verzahnung von Großhandels- und Endkundenmarkt, der fortschreitenden Integration des Energiebinnenmarktes durch bessere Infrastruktur im Rahmen der Projects of Common Interest (PCI) sowie in der Errichtung grenzüberschreitender Kurzfristmärkte.
Mit verbesserter regionaler Kooperation meint die Kommission vor allem eine stärkere Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten bei der Entwicklung ihrer nationalen Energiepolitiken.

Die grenzüberschreitende Vernetzung der Verbindungsleitungen der Mitgliedstaaten muss zügig vorangehen, ebenso die Koordination der Aktivitäten der Übertragungsnetzbetreiber sowie der Verteilnetzbetreiber untereinander. Das Kapitel zur Versorgungssicherheit widmet sich vor allem den Themen Erzeugungsadäquanz und Kapazitätsmechanismen. Die Europäische Kommission möchte eine europaweit standardisierte Herangehensweise bzw. Methodologie zur Bestimmung der Frage, ob in einem Mitgliedstaat ausreichende Erzeugungskapazitäten vorhanden sind, entwickeln.
Es sollen künftig Faktoren wie grenzüberschreitende Erzeugungskapazitäten, vorhandene Interkonnektoren, variable Erneuerbaren-Erzeugung und Speicheroptionen sowie Demand Response-Maßnahmen berücksichtigt werden, bevor eine Entscheidung für oder gegen einen Kapazitätsmechanismus gefällt wird.

Um die Einbeziehung der Stakeholder zu dieser wichtigen Thematik zu gewährleisten, startete die Kommission zeitgleich auch einen Konsultationsprozess, der bis zum 8. Oktober 2015 gedauert hat. Dieser soll die Grundlage für die Adaption bzw. Neuvorlage zahlreicher EU-Rechtsakte von Seiten der Kommission im zweiten Halbjahr 2016 bilden. OE beteiligt sich an den Konsultationen aktiv mit.

Daneben veröffentlichte die EU-Kommission auch eine Mitteilung zum Endkundenmarkt (s.g. „Delivering a New Deal for Energy Consumers“ ). Der Inhalt dieser Mitteilung unterstreicht das Ziel der Kommission, Endkunden aktiv in die Energiewende zu involvieren, damit sie von neuen Technologien und ihrem aktiven Verhalten am Markt profitieren können. Gleichzeitig sollen die Interessen schutzbedürftiger Verbraucher gewahrt bleiben.

Weiterführende Dokumente

Oesterreichs Energie hat zum Markdesign Position bezogen >> Pdf.-Download

EURELECTRIC zu Marktdesign: "European Commission’s public consultation on a new energy market design" >> Pdf.-Download

EURELECTRIC zur Mitteilung Endkundenmarkt „Delivering a New Deal for Energy Consumers" - A response paper >> Pdf.-Download