E-Lexikon
Abnahmestelle
ist der Punkt, an dem das Netz des lokalen Netzbetreibers endet und die Energie an den Stromkunden übergeben wird. Die Stromabnahme ist, je nach technischer Voraussetzung des Kunden, auf verschiedenen Spannungsebenen möglich.
Additiv erneuerbare Energie / Alternativenergie
ist die umgangssprachliche Bezeichnung für jede zur Energieversorgung einsetzbare, sich erneuernde Energie, wie z.B. geothermische Energie, Gezeitenenergie oder Sonnenenergie, sowie sich von ihr ableitende Energieformen wie Wind-, Wasser- und Bioenergie. Im Gegensatz dazu stehen Energie aus fossilen Brennstoffen und Kernenergie.
Ampere (A)
ist die Basiseinheit für die elektrische Stromstärke und wurde nach dem französischen Wissenschafter André Marie Ampere (1775-1836) benannt. Die Stromstärke ist für die Erwärmung der elektrischen Leitungen verantwortlich und wird daher im Haushalt aus Sicherheitsgründen durch Sicherungen bzw. Leitungsschutzschalter begrenzt.
Anschlusswert
gibt die maximale Leistung von Energieverbrauchern an. Beträgt er bei Haushaltsgeräten wenige Watt (W) bis zu einigen Kilowatt (kW = 1.000 W), so kann er bei Industrieanlagen mehrere Megawatt (MW = 1.000.000 W) betragen.
Arbeit
ist in der Physik das Produkt aus Kraft und Weg. Die Basiseinheit ist Joule (J). Elektrische Arbeit ist das Produkt aus Spannung, Strom und Zeit. Die Arbeit wird meist in Kilowattstunden (kWh = 3.600.000 J) angegeben. Beispielsweise wandelt eine Glühlampe mit einer Leistung von 100 Watt (= 0,1 Kilowatt) in 10 Stunden eine kWh in Licht und – vor allem – in Wärme um (0,1 Kilowatt (kW) * 10 Stunden (h) = 1 kWh).
Arbeitspreis
ist der verbrauchsabhängige Teil des Energiepreises, der für die tatsächlich geleistete Arbeit (z.B. Cent pro Kilowattstunde) verrechnet wird. Bei Strom wird er auch als Verbrauchspreis bezeichnet. Im Gegensatz dazu gibt es den fixen Grundpreis, der sich auf einen Verbrauchszeitraum bezieht.
Blockheizkraftwerk
ist eine Anlage zur gekoppelten Erzeugung von Strom und Wärme nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung.
Brennwert
ist der in einem Brennstoff vorhandene Energieinhalt (Joule) pro Maßeinheit. Im Gegensatz zum Heizwert beinhaltet der Brennwert auch die Wärmeenergie des Wasserdampfes im Abgas. Die Maßeinheiten sind Kilojoule pro Kilogramm (kJ/kg) oder Kilojoule pro Kubikmeter (kJ/m3)
Brennwertkessel
ist ein Heizkessel, der den Energieinhalt des eingesetzten Brennstoffes nahezu verlustfrei nutzt. Er ist hinsichtlich Konstruktion und Material so beschaffen, dass auch die Wärmeenergie des im Verbrennungsgas enthaltenen Wasserdampfes genutzt werden kann (Brennwert).
CO2-Emissionshandel
Das Kyoto-Klimaschutz-Protokoll zum Schutz des Weltklimas sieht vor, dass mit CO2-Emissionen gehandelt werden kann. Dazu wurde ein EU-internes Emissions-Handelssystem (ETS) eingeführt. Im Rahmen dessen wird Unternehmen und Kraftwerken die Berechtigung für den Ausstoß einer bestimmten CO2-Emissionsmenge erteilt. Produzieren diese mehr CO2 als ihnen zugeteilt wurde, müssen sie entweder ihre Produktion einschränken oder Emissionsrechte (CO2-Zertifikate) zukaufen. Das grundsätzliche Ziel ist natürlich, dass die Anlagen so verbessert werden, dass sie weniger Emissionen ausstoßen. Produzieren die Unternehmen weniger CO2, können sie die überschüssigen Berechtigungen auf dem freien Markt verkaufen.
Contracting
bedeutet, dass Energieanlagen oder Energie-Einsparmaßnahmen nicht durch die Gebäudeeigentümer, sondern durch einen externen Anbieter über die Energieeinsparung finanziert werden. Als Contractoren treten meist Anlagenhersteller, Energieversorger oder andere Dienstleister auf.
Dampfkraftwerk
ist ein kalorisches Kraftwerk, bei dem heißer Dampf für den Antrieb der Turbinen verwendet wird.
Drehstrom
(Dreiphasen-Wechselstrom) ist eine Form von Strom mit drei miteinander verketteten Wechselströmen. Für den Haushalt macht Drehstrom zwei elektrische Spannungen zugängig. Zusätzlich zu den üblichen 230 Volt besteht dadurch die Möglichkeit, leistungsstarke Verbraucher – wie den Elektroherd – an 400 V (früher 380 V) anzuschließen. Der 400-V-Anschluss wird dabei im Sprachgebrauch als Starkstrom bezeichnet.
Durchlauferhitzer
sind Geräte zur Warmwasserversorgung von Wohnungen und werden üblicherweise mit Erdgas oder Strom betrieben. Sie erwärmen das Wasser direkt während des Durchfließens des Gerätes
Durchleitung
ist der Transport der elektrischen Energie vom Erzeugungs- zum Abnahmeort. Der Netzbetreiber ist verpflichtet, Strom vom Einspeiseort bis zur Abnahmestelle des Kunden weiterzuleiten und ist berechtigt, dafür den Systemnutzungstarif einzuheben.
Eigenbedarf
Unter Eigenbedarf der Kraftwerke versteht man jenen Stromverbrauch, der für die Erzeugung, Verteilung und Verwaltung in Kraftwerken, Umspann- und Schaltanlagen, Verwaltungsanlagen und sonstigen Anlagen eines Unternehmens verbraucht wird.
Eigenerzeugung
Unter Eigenerzeugung versteht man die Erzeugung von elektrischer Energie in eigenen Anlagen. Wird die Energie an Dritte geliefert, so gilt der Erzeuger auch als Versorger.
Elektrizität
ist die Gesamtheit der Erscheinungen, die auf elektrische Ladung zurückzuführen sind. Elektrische Vorgänge treten sowohl in der Natur als auch in künstlich erzeugter Form (elektrischer Strom) auf.
E-Control
wurde am 1. März 2001 zur Umsetzung der Liberalisierung des österreichischen Energiemarktes als Elektrizitäts-Control GmbH (ECG) und als unabhängige Regulierungsbehörde für die Regulierung des Strom- und Gasmarktes mit Sitz in Wien gegründet. Deren Aufgabengebiet wurde inzwischen auch auf die Überwachung des Gasmarktes ausgedehnt. Zu ihren Aufgaben zählen u.a. die Wettbewerbsaufsicht, die Erstellung und Veröffentlichung von Strompreisvergleichen für Endverbraucher und die Erarbeitung von Marktregeln.
Elektrische Felder
Jede elektrische Ladung und damit jeder spannungsführende Leiter ist von einem elektrischen Feld umgeben, dessen Richtung und Stärke durch Feldlinien dargestellt werden können. Die elektrischen Feldlinien führen definitionsgemäß von einer positiven zu einer negativen Ladung.Elektrische LadungDie Maßeinheit der Elektrischen Ladung ist Coulomb (C) und wurde nach Charles Augustin de Coulomb (1736 – 1806) benannt. 1 Coulomb ist gleich der Elektrizitätsmenge, die während der Zeit von 1s bei einem zeitlich unveränderten elektrischen Strom der Stärke 1 A durch den Querschnitt eines Leiters fließt (1 C = 1 A/s).
Elektrische Spannung
Die Maßeinheit ist Volt (V) und wurde nach dem italienischen Physiker Allesandro Volta (1745 – 1827) benannt. 1 Volt ist die elektrische Spannung zwischen zwei Punkten eines fadenförmigen, homogenen und gleichmäßig temperierten metallischen Leiters, in dem bei einem zeitlich unveränderlichen elektrischen Strom der Stärke 1 A zwischen den beiden Punkten die Leistung 1 W umgesetzt wird. Im Haushalt beträgt die elektrische Spannung üblicherweise 230 V. Im Falle von Drehstrom für größere Verbraucher 400 V.
Elektrischer Widerstand
Die Maßeinheit ist Ohm und wurde nach Georg Simon Ohm (1787 – 1854) benannt. 1 Ohm ist der elektrische Widerstand zwischen zwei Punkten eines fadenförmigen homogenen und gleichmäßig temperierten metallischen Leiters, durch den bei elektrischer Spannung von 1 V zwischen den beiden Punkten ein zeitlich unveränderter elektrischer Strom der Stärke 1 A fließt (1 Ohm = 1 V/A).
Elektrizitätsabgabe
Energieabgabe (Erdgasabgabe, Elektrizitätsabgabe) ist die gesetzlich vorgeschriebene Abgabe zur Besteuerung der Lieferung und des Verbrauches von Energie. Die gesetzliche Grundlage hierfür ist das Elektrizitätsabgabengesetz.
Elektron
Elektronen sind die negativ geladenen Elementarteilchen eines Atoms und bilden die Grundlage der Elektrizität. Wenn sich Elektronen bewegen, fließt elektrischer Strom.
Elektronenfluss
Strom kann nur in elektrischen Leitern in einem geschlossenen Stromkreis fließen. Der Leiter muss an beiden Polen einer Stromquelle angeschlossen sein. Am Minus-Pol herrscht Elektronenüberschuss, am Plus-Pol Elektronenmangel. Diesen Unterschied in den Ladungen nennt man Spannung. Werden die Pole mittels eines Leiters miteinander verbunden, so fließen Elektronen vom Minus-Pol zum Plus-Pol. Die Bewegung der Elektronen ist vergleichbar mit einer Kette fallender Dominosteine, da sich Elektronen nicht wie Wasserteilchen bewegen, sondern pendeln und anstoßen dadurch das nächstliegende Elektron, welches die Bewegung weitergibt.
Emissionen
Unter Emissionen versteht man die Abgabe von Stoffen, Energien und Strahlen durch eine bestimmte Quelle an die Umwelt.
Energie
Energie ist eine physikalische Zustandsgröße und bezeichnet die in einem Körper oder System gespeicherte Arbeit bzw. das Vermögen, Arbeit zu verrichten oder Wärme abzugeben. Energie tritt in verschiedenen Formen auf.
Energieeffizienz
Die Energieeffizienz gibt an, wie hoch der Energieaufwand ist, um einen bestimmten Nutzeffekt zu erzielen (Wirkungsgrad). Oft kann durch technische Maßnahmen oder eine Änderung der Nutzungsgewohnheiten eine Steigerung der Energieeffizienz erreicht werden. Große Erfolge lassen sich durch die Nutzung zuvor ungenutzter Anteile der Energieumwandlung erzielen (z.B. Kraft-Wärme-Kopplung). Die Energieeffizienz ist also höher, wenn mit einem geringen Energieaufwand ein hoher Nutzen erreicht wird.
Energieform
Man unterscheidet mechanische Energie, Wärmeenergie, elektrische Energie, Strahlungsenergie, Kernenergie und chemische Energie. Jede Energieform lässt sich auch in eine andere Form umwandeln.
Energiekennzahl
Der Energieausweis ist der schriftliche Nachweis des Energiebedarfes eines Gebäudes. Darin wird die für die Beheizung des Gebäudes benötigte Energie in Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr – der so genannten Energiekennzahl – ausgewiesen. Dieser Energieausweis wird spätestens ab 2009 bei Verkauf oder Vermietung auch vorzulegen sein. Ein niedriger Energiebedarf ist ein Qualitätsmerkmal und erhöht den Immobilienwert.
Energiemanagement
bedeutet die möglichst effiziente Anpassung der Energieerzeugung an den Energiebedarf, um dadurch kostenintensive Anlagen und unnötige Verluste zu vermeiden.
Energiemix
bezeichnet die Sicherstellung der Stromversorgung durch Erzeugung von Strom mittels verschiedener Energieträger. Die derzeitige Stromversorgung Österreichs basiert auf einem flexiblen Energiemix aus Wasserkraftwerken, Wärmekraftwerken und additiven erneuerbaren Energien (hauptsächlich Kleinwasserkraft-, Windkraft- und Biomasseanlagen).
Energiesparlampe
wird auch Kompakt-Leuchtstofflampe genannt und stellt eine besonders sparsame Lampenform dar. Die Energiesparlampe verbraucht – da sie weniger Energie in Wärme, aber mehr in Licht umwandelt – nur ca. 1/5 des Stromes einer Glühlampe und hat eine bis zu 15mal höhere Lebensdauer.
Energieträger
sind Rohstoffe, die Energie gespeichert haben und daher für die Gewinnung von Energie herangezogen werden können. Man unterscheidet bei den primären Energieträgern zwischen fossilen, Biomasse und Kernbrennstoffen. Fossile Energieträger sind vor allem Kohle, Öl oder Gas. Im täglichen Sprachgebrauch werden häufig Energiequellen wie Wasser, Wind und Sonne als erneuerbare Energieträger bezeichnet.
Entstickungsanlage
(DENOx-Anlage) ist eine Anlage zur Reduktion der Stickoxidemissionen (NOx), die unter anderem für das bodennahe Ozon in den Sommermonaten verantwortlich sind. In Österreich sind alle Wärmekraftwerke damit ausgestattet.
Erdung
ist die elektrisch leitende Verbindung zwischen einem elektrischen Gerät und gut leitenden Erdschichten. Es ist eine Maßnahme zum Schutz von Personen vor gefährlicher Berührungsspannung (Fehlerstrom-Schutzschalter).
Erneuerbare (regenerative) Energieträger
sind – korrekt gesehen – Energiequellen, welche sich ständig auf natürliche Weise erneuern, wie z.B. Wasser, Sonne, Biomasse, Wind, Erdwärme etc. -> (siehe auch: Alternativenergie).
Farad
ist die Einheit der Kapazität und wurde nach Michael Faraday (1791 – 1861) benannt. Ein Kondensator hat die Kapazität 1 F, wenn eine Ladung von 1 Coulomb eine Spannung von 1 Volt an ihm erzeugt.
Francis-Turbine
Die Francis-Turbine wurde 1849 von dem angloamerikanischen Ingenieur James B. Francis entwickelt. Francis-Turbinen werden für Fallhöhen bis zu 500m eingesetzt. Das Wasser strömt durch einen Leitapparat mit verstellbaren Schaufeln auf die gegenläufig gekrümmten Schaufeln des Laufrades.
Fehlerstrom-Schutzschalter (FI-Schutzschalter)
ist die Schutzeinrichtung in einer elektrischen Anlage, die Menschenleben schützt. Der FI-Schutzschalter vergleicht den Stromabgang mit dem Stromrückfluss. Tritt eine Differenz auf – wenn Strom im Fehlerfall über die Erdung abfließt – dann schaltet er diesen binnen Sekundenbruchteilen ab. Der FI-Schutzschalter sollte zwei Mal jährlich mittels der neben dem Schalter angebrachten (gelben) Prüftaste geprüft werden!
Fossile Energieträger
Dazu zählen u.a. Erdöl, Erdgas und Stein- bzw. Braunkohle. Sie stehen im Gegensatz zu erneuerbaren Energieträgern nicht unbegrenzt zur Verfügung.
Freileitungen
Strom wird von den Kraftwerken in vier verschiedenen Spannungsebenen zu den Endverbrauchern transportiert. Eine Freileitung ist eine elektrische Leitung, bei der als Leiter nicht isolierte Leiterseile verwendet werden. Sie bestehen aus Masten, den Leiterseilen, durch die der Strom fließt, den Erdseilen als Sicherheitseinrichtung sowie den Isolatoren und Armaturen.
Gas- und Dampf-Kraftwerk (GuD)
ist ein Kraftwerkstyp, in dem Dampf- und Gasturbinen zur besseren Energieausnutzung kombiniert werden. Dabei wird das heiße Abgas der Gasturbine zur Erzeugung des Wasserdampfes verwendet, womit dann noch mal eine Dampfturbine angetrieben wird. Das ergibt einen sehr hohen Kraftwerks-Wirkungsgrad.
Gebrauchsabgabe
ist eine von der Gemeinde vorgeschriebene Abgabe zur Benutzung von öffentlichem Grund beim Transport von Strom, Erdgas und Fernwärme.
Generator
ist eine Maschine zur Stromerzeugung, die mechanische Energie in elektrische Energie umwandelt. Ein Generator ist meist mit einer Turbine verbunden. Durch die Bewegungsenergie der Turbinenwelle entsteht im Generator elektrischer Strom. Dies geschieht durch die Bewegung eines elektrischen Leiters in einem Magnetfeld. Die einfachste Form eines Generators ist der Fahrrad-Dynamo, der die Drehbewegung des Rades zur Erzeugung elektrischer Energie nutzt.
Gigawatt (GW)
ist eine Einheit für Leistung. 1 GW = 1 Million Kilowatt = 1 Milliarde Watt.
Gigawattstunde (GWh)
ist die Einheit für Stromerzeugung und -verbrauch. 1 GWh = 1Mrd. Wattstunden (Wh) = 1 Mio. kWh.
Gleichstrom
Gleichstrom ist elektrischer Strom, der im Gegensatz zu Wechselstrom stets in gleicher Richtung fließt.
Glühlampe
ist eine Lampe, bei der ein Metallfaden durch Stromfluss so stark erhitzt wird, dass er glüht und als Lichtquelle benutzt werden kann. Eine spezielle Form der Glühlampe ist die Halogen-Glühlampe.
Grundlast
Den Grundbedarf an Strom nennt man Grundlast. Sie besteht unabhängig von allen Lastschwankungen. Die Grundlast wird von Kraftwerken gedeckt, die nahezu rund um die Uhr arbeiten. Im österreichischen flexiblen Energiemix sind vor allem Laufwasserkraftwerke, aber auch Wärmekraftwerke, für die Deckung der Grundlast zuständig.
Grundlaststrom
Der Grundlaststrom ist jener Teil des Stromverbrauchs, der über 24 Stunden annähernd gleich bleibt.
Grundpreis
ist der fixe Anteil des Preises von Strom, Erdgas oder Fernwärme. Im Gegensatz zum Arbeitspreis wird er auf einen Verbrauchszeitraum bezogen und ist unabhängig von der Liefermenge.
Halogen-Glühlampe
ist eine spezielle Art einer Glühlampe, deren Glaskolben mit Halogenen (meist Brom oder Jod) gefüllt sind, um die Lichtausbeute und Lebensdauer gegenüber konventionellen Glühlampen zu verbessern. Im Haushalt unterscheidet man Niedervolt- (12 Volt) und Hochvolt-Halogenlampen (230 Volt). Bei Niedervolt-Halogenlampen ist zusätzlich zur Lampe der Einsatz eines Transformators notwendig, der für den Betrieb zusätzlichen Strom benötigt.
Heizkraftwerk
Ein Heizkraftwerk ist ein Wärmekraftwerk, das nicht nur elektrische Energie, sondern hauptsächlich oder zusätzlich Fernwärme, Nahwärme oder Prozesswärme liefert. Heizkraftwerke sind Großanlagen, in denen Strom und Wärme erzeugt werden. Dies erfolgt mittels Kraft-Wärme-Kopplung. Bei diesem Kraftwerkstyp wird die entstehende Abwärme für Heizzwecke verwendet und in ein Fernwärmenetz gespeist.
Herkunftsnachweis
Mit dem Herkunftsnachweis kann beispielsweise ein Ökostrom-Anbieter nachweisen, dass er erneuerbare Energie im Ausmaß der verkauften Menge produziert und in das öffentliche Netz eingespeist hat.
Hochspannung
Als Hochspannung wird elektrische Spannung über 1.000 Volt (1 kV) bezeichnet.
Induktion
Die Grundlage für die Stromerzeugung bildet die von Michael Faraday beschriebene elektromagnetische Induktion. Darunter versteht man die Erzeugung einer elektrischen Spannung in einem Leiter bei Änderung des ihn durchsetzenden magnetischen Feldes. Die Induktionsspannung ist die Ursache des dann fließenden Induktionsstroms.
Immissionen
Als Immission wird die Einwirkung von Emissionen, wie Lärm und Schadstoffe, auf eine bestimmte Umgebung bezeichnet.
Joule
Ist die Maßeinheit für Arbeit, Wärmemenge bzw. -verbrauch und wurde nach dem englischen Physiker James Prescott Joule (1818 – 1889) benannt. Sie wird verwendet für den Wärmeenergieinhalt von Energieträgern sowie die erzeugte bzw. verbrauchte Wärmemenge, z.B. in Heizkraftwerken.
Kalorische Kraftwerke (Wärmekraftwerke)
In diesen Anlagen wird zum Zwecke der Stromerzeugung Wärme durch Verbrennung erzeugt. Heißdampf (Dampfturbinen), heißes Abgas (z.B. Gasturbine) oder beides (Gas und Dampfkraftwerk) treiben dann Turbinen an. Der Großteil der österreichischen Wärmekraftwerke arbeitet mit Kraft-Wärme-Kopplungen und ist daher besonders energieeffizient.
Kaplan-Rohrturbine
Die Kaplan-Rohrturbine wurde für niedrige Fallhöhen bis max. 25m aus der Kaplan-Turbine entwickelt. Sie erzielt Leistungen bis zu 75 MW. Rohrturbinen werden, um Umlenkverluste weitgehend zu vermeiden, horizontal in Richtung des strömenden Wassers eingebaut. Rohrturbinen, auch Horizontalturbinen genannt, sind Platz sparend und ermöglichen eine geringere Bauhöhe der Krafthäuser.
Kaplan-Turbine
Die Kaplan-Turbine wurde 1913 vom österreichischen Ingenieur Viktor Kaplan entwickelt. Sie eignet sich besonders für Flüsse mit großen Wassermengen und geringem Gefälle. Das Laufrad der Kaplan-Turbine ist einem Schiffspropeller ähnlich. Durch dessen verstellbare Schaufeln strömen die Wassermassen und treiben die Turbinen an.
Kernenergie (Atomenergie)
nutzt die innere Bindungsenergie der Atomkerne. Die Kernbausteine verschiedener Atome sind unterschiedlich stark aneinander gebunden. Durch Kernumwandlung kann man Energie entweder durch Spaltung (Fission) schwerer Atomkerne – wie Uran – oder durch Verschmelzung (Fusion) leichter Atomkerne – wie Wasserstoff – gewinnen.
Kilovolt (kV)
ist die Einheit für die elektrische Spannung. 1 Kilovolt (kV) = 1.000 Volt (V). Sie wird verwendet für Stromnetze und -leitungen. Für diese wird Strom aus den Kraftwerken mittels Transformatoren auf höhere Spannungen gebracht, um auf längeren Strecken Leistungsverluste durch den Leiter-Widerstand zu verringern.
Kilowatt (kW)
ist die Einheit für Leistung (Anschlusswert) und entspricht 1000 Watt. Um daraus eine Energiemenge errechnen zu können, muss mit der Einschaltzeit multipliziert werden. Beispielsweise verbraucht eine Glühlampe mit 100 Watt Leistung (0,1 kW) in 10 Stunden eine Kilowattstunde (kWh) Strom und erzeugt ein Kraftwerk mit einer Leistung von 150 Megawatt (MW) bei Vollbetrieb in 10 Stunden 1500 Megawattstunden (MWh) = 1.500.000 kWh.
Kilowattstunde (kWh)
ist die Maßeinheit für Energie bzw. Arbeit. Es gilt: Arbeit ist Leistung in Kilowatt (kW) mal Zeit in Stunden (h). Der Energieverbrauch von Strom und Fernwärme sowie seit kurzem auch von Erdgas wird in kWh angegeben.
Kleinwasserkraftwerk
ist ein Kraftwerk mit der erneuerbaren Energiequelle Wasser als Antrieb und einer höchsten Dauerleistung bis zu 10 Megawatt (MW). Kleinwasserkraftwerke werden in Österreich im Rahmen der Ökostromförderung gefördert
Klima
Darunter versteht man den weitgehend stabilen Zustand der Atmosphäre in Abhängigkeit von Sonneneinstrahlung, Treibhauseffekt, geografischer Breite und Topografie (Ebene, Gebirge, Land, Meer). Durch die vermehrte Verbrennung fossiler Energieträger und den dadurch bedingten Anstieg von Treibhausgasen (z.B. CO2) in der Atmosphäre wird der Treibhauseffekt verstärkt, was zu einem globalen Klimawandel führt, dessen Folgen noch nicht absehbar sind (Kyoto-Klimaschutz-Protokoll).
Kraftwerk
Kraftwerke sind Anlagen zur Erzeugung elektrischer Energie wie z.B. Kalorische Kraftwerke, Wasserkraftwerke, Gezeitenkraftwerke, Windkraftwerke, Sonnenkraftwerke.
Kraft-Wärme-Kopplung (KWK)
Das Grundprinzip von KWK-Anlagen ist die gleichzeitige Erzeugung von elektrischer Energie und Wärme. Die bei der Stromerzeugung anfallende Wärme wird entweder in ein Fernwärmenetz eingespeist oder direkt als Prozesswärme in Industrieanlagen verwendet. Auf diese Weise kann der Gesamtwirkungsgrad der Anlage wesentlich erhöht werden. Große KWK-Anlagen, wie sie die österreichische Elektrizitätswirtschaft einsetzt, arbeiten in der Regel auf Basis eines Dampfturbinenprozesses. Mit modernen Anlagen kann eine Brennstoffausnutzung bis nahezu 86 Prozent erreicht werden. Ein Großteil der österreichischen Wärmekraftwerke ist mit KWK-Anlagen ausgerüstet und arbeitet daher sehr energieeffizient.
Kyoto-Klimaschutz-Protokoll
Hierbei handelt es sich um ein internationales Abkommen zum Klimaschutz der UN-Organisation UNFCCC, das 1997 beschlossen wurde. Es definiert die Ziele für die Verringerung des Ausstoßes von Treibhausgasen, die als Auslöser der globalen Erwärmung gelten. Die Industrieländer haben darin zugesagt, bis 2012 ihre Treibhausgas-Emissionen(z.B. Kohlendioxid) um 5,2 Prozent unter das Niveau von 1990 zu senken. Innerhalb dieses Regimes hat sich die EU verpflichtet, ihre Emissionen um 8 Prozent abzusenken, wobei für Österreich ein Minus von 13 Prozent vereinbart ist.
Lastverteiler
ist eine Einrichtung in Energieversorgungsunternehmen, um die Energieverteilung bedarfsgerecht und optimiert zu steuern.
Laufwasserkraftwerk
Hierbei wird aufgestautes Flusswasser unmittelbar zur Stromerzeugung genutzt. Sie wandeln die Kraft des fließenden Wassers von Flüssen in elektrische Energie um, haben einen sehr hohen Wirkungsgrad und verursachen keine Emissionen.
Leistung
ist das Maß für das Arbeitsvermögen pro Zeiteinheit und wird in der Einheit Watt (W) angegeben. 1 Kilowatt (kW) = 1.000 Watt; 1 Megawatt (MW) = 1.000.000 Watt; 1 Gigawatt (GW) = 1.000.000.000 Watt. Hat ein Kraftwerk eine Leistung von 100 Megawatt, erzeugt es bei Vollbetrieb in zehn Stunden 1.000 Megawattstunden (MWh) = 1 Gigawattstunde (GWh) Strom.
Leitungsschutzschalter
sind eine Bauart von Sicherungen und werden umgangssprachlich auch als Sicherungsautomat bezeichnet.
Leuchtstofflampen
sind Lampen, bei denen ein gasgefüllter Glaskolben mit Strom durchflossen wird. Ein fluoreszierender Leuchtstoff an der Innenseite des Glaskolbens wandelt die daraufhin entstehenden UV-Strahlen in sichtbares Licht um. Leuchtstofflampen werden umgangssprachlich als Neonröhren bezeichnet, obwohl nicht Neon, sondern Quecksilberdampf und Argon als Leuchtgas beinhaltet sind. Leuchtstofflampen zeichnen sich durch ihre Produktvielfalt, den geringen Stromverbrauch und die hohe Lebensdauer aus. Energiesparlampen zählen ebenfalls zu den Leuchtstofflampen.
Megawatt (MW)
ist ein Maß für die elektrische Leistung: 1 MW = 1.000 kW (Kilowatt) = 1.000.000 W (Watt). Diese Einheit der Leistung wird für mittlere und große Kraftwerke verwendet. Klein-Wasserkraftwerke leisten bis zu 10 MW.
Megawattstunde (MWh)
ist eine Maßeinheit für Energie bzw. Arbeit: 1 MWh = 1.000 kWh (Kilowattstunen).
Nachhaltigkeit
ist im Sinne der Energiepolitik der schonende Umgang mit Ressourcen, so dass auch nachfolgende Generationen noch über sie verfügen können.
Nachtspeicher-Heizgerät
ist ein Heizgerät, bei welchem Nachtstrom als Heizenergie eingesetzt wird. Meist werden dazu speicherfähige Steine elektrisch aufgeheizt. Die gespeicherte Wärme wird dann tagsüber – meistens mit Hilfe eines Gebläses – an die Raumluft abgegeben.
Nachtstrom
ist verbilligter Strom, der zu Zeiten geringer Stromabnahme (meist in der Nacht) Nachtspeicher-Heizgeräte und Warmwasserspeicher kostengünstig aufheizt.
Netz
ist die Gesamtheit der miteinander verbundenen Anlagenteile zur Übertragung und Verteilung elektrischer Energie.
Netzbetreiber
sind Unternehmen, die ein Übertragungs- oder Verteilungsnetz betreiben. Im Falle von Strom geschieht dies mit einer Nennfrequenz von 50 Hertz. Die Frequenz gibt wieder, wie oft sich beim Wechselstrom die Stromrichtung pro Sekunde ändert.
Netzeinspeisung
ist die Lieferung von überschüssigem Strom, beispielsweise aus netzgekoppelten Photovoltaik-Anlagen, ins Netz eines Energieversorgers zu einem fixierten Einspeisetarif. Der eingespeiste Strom muss die Qualitätskriterien des Versorgers erfüllen, um negative Einflüsse auf das Netz zu vermeiden.
Netzfrequenz
Als Netzfrequenz wird die Frequenz von Wechselstrom oder -spannung in einem Elektrizitätsnetz bezeichnet. In Europa ist diese Frequenz auf 50 Hz standardisiert. Unter Frequenz versteht man die Anzahl der Schwingungen pro Sekunde. Die Einheit der Frequenz ist Hertz (Hz) und wurde nach Heinrich Hertz (1857 – 1894) benannt. 1 Hz ist 1 Schwingung pro Sekunde.
Netznutzung
Unter Netznutzung versteht man die Einspeisung und Entnahme von elektrischer Energie aus dem Netzsystem.
Netznutzungsentgelt / Systemnutzungstarif
dient zur Abgeltung der Kosten für die Errichtung, den Ausbau, die Instandhaltung und den Betrieb des Strom- oder Gasnetzes.
Netzverlustentgelt
Für den Ausgleich von Transportverlusten im Stromnetz muss Energie zugekauft werden. Die Kosten für diese Beschaffung werden durch das Netzverlustentgelt abgegolten. Um möglichst verlustarm zu transportieren, sind hohe Transportspannungen (bis 400 kV) nötig.
Nutzungsgrad
ist der Vergleich der eingesetzten Energie (z.B. Brennstoffbedarf) mit dem damit erreichten Ergebnis (z.B. elektrischer Strom).
Ökostrom
Das österreichische Ökostromgesetz, das seit 2002 die Förderung bundesweit einheitlich regelt, hat als Zielgröße eine Steigerung des geförderten Ökostromanteils auf 4 Prozent bis 2008 definiert. Die Erzeugung von Ökostrom (z.B. Windkraft, Biomasse, Photovoltaik) ist zumeist teurer als konventionelle Stromerzeugung, daher sind Unterstützungsinstrumente eingeführt worden.
Pelton-Turbine
Die Pelton-Turbine gehört zur Gruppe der Freistrahlturbinen und wurde 1880 vom amerikanischen Ingenieur Lester Pelton entwickelt. Sie ähnelt am stärksten dem klassischen Wasserrad. Bei Pelton-Turbinen strömt das Wasser mit sehr hoher Geschwindigkeit auf die Schaufeln. Bei den Freistrahlturbinen wird die potenzielle Energie des Wassers schon in der Leitvorrichtung in Bewegungsenergie umgewandelt. Das Wasser trifft in freiem Strahl auf das Laufrad.
Photovoltaik / Solarenergie
ist die direkte Umwandlung von Lichtenergie in elektrische Energie in Solarzellen. Bei voller Sonnenstrahlung (ca. 1.000 Watt pro Quadratmeter) kann eine Solarzelle 10-15 Prozent dieser Energie direkt in Strom verwandeln. Ihr Beitrag zur Stromerzeugung ist derzeit noch gering. Die Produktionskosten für Solarzellen sind zwar in den vergangenen Jahren deutlich gesunken, die photovoltaische Stromgewinnung ist aber immer noch deutlich teurer als die aus anderen regenerativen Energiequellen.
Primärenergie
Als primäre Energieträger werden zur Stromgewinnung verwendbare Rohstoffe bezeichnet. Neben den fossilen Energieträgern wie Kohle, Erdgas und Erdöl gehört – neben der Kernenergie – auch die Biomasse dazu.
Pufferspeicher
ist ein gedämmter Speicherwasser-Behälter, in dem überschüssige Heizungswärme zu einer späteren Verwendung aufbewahrt wird. Er dient der Überbrückung von Versorgungsengpässen (z.B. bei Solaranlagen) oder zur Optimierung der Betriebsweise von schlecht regelbaren Heizanlagen (z.B. bei Festbrennstoffkesseln).
Pumpspeicherkraftwerke
Pumpspeicherkraftwerke arbeiten bei der Stromerzeugung nach dem gleichen Prinzip wie Speicherwasserkraftwerke, können aber in Zeiten geringer Nachfrage Strom verwerten, indem Wasser in höher gelegene Speicher gepumpt wird. Zu einem späteren Zeitpunkt kann dann bei großer Nachfrage und rascher Einsatznotwendigkeit (z.B. Windstillstand) Strom erzeugt und ins Netz eingespeist werden.
Regenerative Energie
(Erneuerbare Energiequellen) sind Energiequellen, welche sich ständig auf natürliche Weise erneuern, wie z.B. Wasser, Sonne, Biomasse, Wind, Erdwärme etc.
Regulator
Als Regulator fungiert in Österreich die E-Control. Diese wurde 2001 eingerichtet, um die Umsetzung der Liberalisierung des österreichischen Stroms und später auch des Gasmarktes zu überwachen, zu begleiten und gegebenenfalls regulierend einzugreifen.
Sekundärenergie
Energieträger, die durch Umwandlung oder Aufbereitung von Primärenergieträgern (Primärenergie) entstanden sind. Diese oftmals aufwändige Umwandlung ist notwendig, um den Energieträger nutzbar zu machen. Typische Sekundärenergieträger sind Strom, Heizöl, Flüssiggas, Biogas, Benzin, Diesel, Koks und Pellets, aber auch Wasserstoff.
Sicherung
ist eine Schutzeinrichtung in einem Stromkreis, welche den Strom bei zu hoher Stromstärke unterbricht. Sie schützt Geräte und Kabel vor dadurch entstehenden Schäden. Schutz für den Menschen gewährt der FI-Schalter.
Solarenergie
ist die allgemeine Bezeichnung für die Strahlungsenergie der Sonne. Die Nutzung kann auf direktem Weg, beispielsweise durch Wärmegewinnung mittels Sonnenkollektoren, oder durch Stromerzeugung mittels Solarzellen (Photovoltaik), oder indirekt beispielsweise mit Hilfe einer Wärmepumpe, erfolgen.
Sonnenkollektor
ist eine Vorrichtung zur Wärmegewinnung aus der Sonnenstrahlung. Er nimmt die im Sonnenlicht enthaltene Energie auf – diese wird für Wassererwärmung und / oder Heizung verwendet werden. Die gängigsten Bauformen sind Flach- und Vakuumkollektoren.
Spannungsebene
ist die Einteilung der Stromnetze nach der Höhe der elektrischen Spannung. Man unterscheidet das Niederspannungsnetz bis 1 kV (Kilovolt), das Mittelspannungsnetz zwischen 1 kV und 35 kV, das Hochspannungsnetz zwischen 35 kV und 110 kV und das Höchstspannungsnetz über 110 kV, z.B. das 400-kV-Netz.
Speicherkraftwerke
sind Wasserkraftwerke mit zumindest einem Stausee im Gebirge. Bei einem Speicherkraftwerk wird das Wasser zur Stromerzeugung aus einem hochgelegenen natürlichen oder künstlichen See über ein Kraftwerk abgeleitet. Zur möglichst effizienten Nutzung der Wasserkraft wird das Wasser häufig nachts wieder ins Speicherbecken zurückgepumpt. In diesem Fall wird es als Pumpspeicherkraftwerk bezeichnet.
Spitzenstrom
ist jene Menge des Verbrauches, die die Grundlast übersteigt. Der Grundlaststrom ist jener Teil des Stromverbrauchs, der über 24 Stunden annähernd gleich bleibt.
Starkstrom
Der 400-V-Anschluss wird im Sprachgebrauch als Starkstrom bezeichnet. Drehstrom ist eine Form von Strom mit drei miteinander verketteten Wechselströmen. Für den Haushalt macht Drehstrom zwei elektrische Spannungen zugängig. Zusätzlich zu den üblichen 230 Volt besteht dadurch die Möglichkeit, leistungsstarke Verbraucher – wie den Elektroherd – an 400 V (früher 380 V) anzuschließen.
Strom
Die Bewegung elektrischer Ladungsträger (Elektronen) wird als Strom bezeichnet. Diese in der Atomhülle vorhandenen Teilchen sind Träger der kleinstmöglichen negativen Ladung. Oftmals ist damit einfach die Übertragung elektrischer Energie gemeint.
Stromerzeuger
sind Unternehmen, die elektrische Energie erzeugen. Stromerzeuger müssen nicht unbedingt auch eigene Verteilernetze besitzen oder den Strom selbst verkaufen.
Stromhändler
beziehen Strom von den Erzeugern und versuchen, diesen direkt (OTC – Over the counter) oder über eine Strombörse (z.B. EXAA, EEX) an Kunden weiterzuverkaufen. Im Gegensatz zu Strommaklern kaufen sie den Strom erst auf eigene Rechnung und suchen dann die Abnehmer.
Stromkennzeichnung / Labeling
(Produktinformation) ist die Angabe, wie der an den Kunden gelieferte Strom erzeugt wurde. Dabei werden die eingesetzten Energiequellen und Energieträger auf jeder Rechnung ausgewiesen.
Stromkreis
Elektronen strömen „im Kreis“ von der Stromquelle (Kraftwerk) über Leitungen zum Verbraucher (z.B. Waschmaschine) und zurück zur Stromquelle. Im Verbraucher, etwa einer Glühbirne, verrichten die Elektronen Arbeit (Licht, Wärme). Schalter (z.B. Lichtschalter) schließen den Stromkreis, sodass die Glühbirne leuchtet, oder sie unterbrechen ihn und die Lampe bleibt dunkel.
Stromstärke
Die Einheit der Stromstärke ist Ampere (A). Die Stromstärke ist die Elektrizitätsmenge in der Zeiteinheit.
Stromzähler
ist ein Messgerät zur Erfassung gelieferter oder verbrauchter elektrischer Energie.
Tarif
Vor der Liberalisierung war der Tarif die Bezeichnung für den behördlich genehmigten Strompreis (Energie und Netz). Seit Öffnung des Strommarktes wurde dies abgelöst durch den frei verhandelbaren Energiepreis und den nach wie vor behördlich genehmigten Systemnutzungstarif / Netznutzungsentgelt.
Terrawattstunde (TWh)
Dies ist die größte gebräuchliche Einheit für Stromerzeugung bzw. -verbrauch. Sie wird verwendet für die Erzeugungskapazität von großen Kraftwerksparks bzw. für den Energieverbrauch ganzer Länder. 1 TWh = 1 Mrd. kWh
Transformator
kurz Trafo genannt, ist ein elektrisches Gerät zur Erhöhung oder Herabsetzung der elektrischen Spannung von Wechselströmen.
Turbine
ist eine Strömungsmaschine, in der die Strömung von Flüssigkeiten oder Gasen in eine Drehbewegung umgewandelt wird. In Kraftwerken sind sie mit Generatoren gekoppelt, um diese Drehbewegung zur Erzeugung von elektrischer Energie zu nutzen.
Umspannwerke
sind Knotenpunkte in der Energieverteilung und haben die Aufgabe, die elektrische Energie in die für die Übertragung notwendigen unterschiedlich hohen Spannungen umzuwandeln. Umspannwerke wandeln z.B. die Wechselspannung von 380 kV bzw. 220 kV auf 110 kV um. Mit 110 kV erfolgt eine weitere regionale Verteilung des Stroms zu den Umspannwerken, wo sie weiter umgewandelt werden. Zusätzlich erfolgt von ihnen aus auch die Verteilung auf die weiteren Streckenabschnitte.
Unbundling / Entflechtung
Im Zuge der Liberalisierung der europäischen Strom- und Gasmärkte wurde von der EU-Kommission festgelegt, dass Verkauf und Verteilung von Energie nicht von ein und demselben Unternehmen durchgeführt werden darf. Unbundling bedeutet daher die Trennung zwischen dem regulierten Netzbereich und dem im Wettbewerb stehenden Vertrieb / der Produktion von Strom bzw. Erdgas in einem Energieunternehmen. Seit 2001 ist das buchhalterische Unbundling in Österreich vorgeschrieben, seit 2004 das organisatorische und seit 2006 auch das gesellschaftsrechtliche Unbundling.
Verbrauchspreis
ist der verbrauchsabhängige Teil des Energiepreises, der für die tatsächlich geleistete Arbeit (z.B. Cent pro Kilowattstunde) verrechnet wird. Bei Strom wird er auch als Verbrauchspreis bezeichnet. Im Gegensatz dazu gibt es den fixen Grundpreis, der sich auf einen Verbrauchszeitraum bezieht.
Verbrauchsspitzen
Bezeichnet Zeitpunkte, an denen ein besonders hoher Strombedarf besteht. Der Stromverbrauch ist über das Jahr hinweg nicht konstant, sondern verändert sich mit dem tages- und jahreszeitlichen Verbraucherverhalten und Bedarf.
Versorgungssicherheit
trägt dem Anspruch der Kunden auf eine lückenlose Energieversorgung Rechnung. Durch vertragliche Regelungen sind Verantwortungsbereiche für Netzbetreiber und Stromerzeuger festgelegt. Doch nur das perfekte Zusammenspiel von Netzinfrastruktur und Erzeugung gewährleistet auch tatsächlich die Versorgungssicherheit. Der Netzbetreiber ist für den ordnungsgemäßen Betrieb seines Netzes und somit für die Versorgungssicherheit zuständig.
Volt (V)
ist die Einheit für die elektrische Spannung und wurde nach dem italienischen Physiker Alessandro Volta (1745 – 1827) benannt. Sie bezeichnet den Unterschied der Ladungen mit Elektronen an den Polen einer Stromquelle. 1 Kilovolt (kV) = 1.000 Volt (V). Im Haushalt beträgt die Spannung 230 V bzw. 400 V bei Drehstromanschluss. Für Transportzwecke werden in Österreich Spannungen bis zu 400 kV verwendet.
Wärme
ist die Bewegungsenergie von Molekülen und Atomen eines Stoffes. Bewirkt die Zufuhr von Wärmeenergie bei einem Stoff eine Temperaturerhöhung, spricht man von fühlbarer Wärme.
Wärmekraftwerk (auch kalorisches oder thermisches Kraftwerk)
In diesen Anlagen wird zum Zweck der Stromerzeugung Wärme durch Verbrennung erzeugt. Heißdampf (Dampfturbinen), heißes Abgas (z.B. Gasturbine) oder beides (Gas und Dampfkraftwerk) treiben dann Turbinen an. Ein Großteil der österreichischen Wärmekraftwerke arbeitet in Verbindung mit einer Kraft-Wärme-Kopplung und erzeugt daher gleichzeitig Strom und Nutzwärme. Dadurch wird ein besonders hoher Wirkungsgrad erreicht.
Wasserkraft
ist in Österreich mit einem Anteil von rund 60 Prozent die wichtigste erneuerbare Energie. In einem Wasserkraftwerk strömt Wasser zu einer oder mehreren Turbinen, die einen Generator antreiben, der Strom erzeugt. Weltweit liegt der Anteil an der Stromerzeugung bei nur rund 20 Prozent.
Wasserkraftwerk
In einem Wasserkraftwerk wird Wasser als Antriebsenergie genutzt. Das Wasser setzt eine Turbine in Bewegung, die wiederum einen Generator zur Stromerzeugung antreibt. Man unterscheidet Laufkraftwerke und Speicherkraftwerke.
Watt (W)
ist die Einheit der elektrischen Leistung und wurde nach dem Schotten James Watt (1736 – 1819), dem Erfinder der modernen Dampfmaschine, benannt. Bei Strom ergibt sich die Leistung, wenn man die Stromstärke (A) mit der elektrischen Spannung (V) multipliziert. 1 Megawatt (MW) = 1.000 Kilowatt (kW) = 1.000.000 Watt (W). Heute wird in Watt, Kilowatt oder Megawatt ausgedrückt, zu welcher Spitzenleistung eine Maschine oder ein Gerät fähig ist.
Wechselstrom
ist elektrischer Strom, dessen Stärke und Richtung sich zeitlich ändert. In der Technik werden meist sinusförmige Wechselströme verwendet. Wechselströme entstehen primär durch Induktion im elektrischen Generator und ihre Frequenz ist zumeist 50 Hz (Netzfrequenz). Durch Verkettung dreier, um je 120 Grad phasenverschobener, Wechselströme entsteht Drehstrom. Haushaltsstromnetze funktionieren mit Wechselstrom.
Windkraftanlage
ist eine Anlage zur Erzeugung von elektrischer Energie und wird auch als Windkraftwerk bezeichnet. Die Drehbewegung des Rotors wird dabei auf einen Generator übertragen, der Strom erzeugt. Die Windkraftanlangen werden oft in so genannten Windparks zusammengefasst. Windkraftwerke sind besonders wetteranfällig, ihre Produktionsschwankungen müssen daher durch andere Erzeugungsformen, so genannte „Schattenkraftwerke“(vor allem Wärmekraftwerke), im flexiblen Energiemix ausgeglichen werden.
Wirkungsgrad
bezeichnet das Verhältnis von abgegebener zu aufgewendeter Energie bei Energieumwandlungsprozessen, z. B. wie viel Wärmeenergie bei der Verbrennung von Erdgas im Verhältnis zum Brennstoffeinsatz gewonnen wird. Der Wirkungsgrad wird in Prozent angegeben. Ältere Wärmekraftwerke ohne Kraft- Wärme-Kopplung erreichen im Schnitt lediglich 40-43 Prozent. Moderne Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung erreichen bereits bis zu 86 Prozent Wirkungsgrad.
Zählernummer
ist die Identifikationsnummer auf Strom- oder Gaszählern und ist auf dem Zähler vermerkt.
Zählpunktbezeichnung
ist die internationale Kennzeichnung des Zählerplatzes, ist 33-stellig und beginnt in Österreich mit den Buchstaben „AT“. Sie stellt den Ort dar, wo der Stromfluss messtechnisch erfasst wird und ist die Schnittstelle zwischen dem Netz und der Kundenanlage und daher auch für den Lieferantenwechsel wichtig. Sie wird auf jeder Stromrechnung ausgewiesen.
Zählpunktpauschale
ist ein gesetzlich vorgeschriebener Betrag zur Finanzierung von Ökostrom-Anlagen. Er ersetzt seit 1. Jänner 2007 den KWK-Zuschlag und den Zuschlag für erneuerbare Energie.



