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Energie-Lexikon: Die Welt des Stroms

A

Abnahmestelle

ist der Punkt, an dem das Netz des lokalen Netzbetreibers endet und die Energie an den Stromkunden übergeben wird. Die Stromabnahme ist, je nach technischer Voraussetzung des Kunden, auf verschiedenen Spannungsebenen möglich.

Additiv erneuerbare Energie / Alternativenergie

ist die umgangssprachliche Bezeichnung für jede zur Energieversorgung einsetzbare, sich erneuernde Energie, wie z.B. geothermische Energie, Gezeitenenergie oder Sonnenenergie, sowie sich von ihr ableitende Energieformen wie Wind-, Wasser- und Bioenergie. Im Gegensatz dazu stehen Energie aus fossilen Brennstoffen und Kernenergie.

Ampere (A)

ist die Basiseinheit für die elektrische Stromstärke und wurde nach dem französischen Wissenschaftler André Marie Ampere (1775-1836) benannt. Die Stromstärke ist für die Erwärmung der elektrischen Leitungen verantwortlich und wird daher im Haushalt aus Sicherheitsgründen durch Sicherungen bzw. Leitungsschutzschalter begrenzt.

Anschlusswert

gibt die maximale Leistung von Energieverbrauchern an. Beträgt er bei Haushaltsgeräten wenige Watt (W) bis zu einigen Kilowatt (kW = 1.000 W), so kann er bei Industrieanlagen mehrere Megawatt (MW = 1.000.000 W) betragen.

Arbeit

ist in der Physik das Produkt aus Kraft und Weg. Die Basiseinheit ist Joule (J). Elektrische Arbeit ist das Produkt aus Spannung, Strom und Zeit. Die Arbeit wird meist in Kilowattstunden (kWh = 3.600.000 J) angegeben. Beispielsweise wandelt eine Glühlampe mit einer Leistung von 100 Watt (= 0,1 Kilowatt) in 10 Stunden eine kWh in Licht und – vor allem – in Wärme um (0,1 Kilowatt (kW) x 10 Stunden (h) = 1 kWh).

Arbeitspreis

ist der verbrauchsabhängige Teil des Energiepreises, der für die tatsächlich geleistete Arbeit (z.B. Cent pro Kilowattstunde) verrechnet wird. Bei Strom wird er auch als Verbrauchspreis bezeichnet. Im Gegensatz dazu gibt es den fixen Grundpreis, der sich auf einen Verbrauchszeitraum bezieht.

B

Back-to-Back-Beschaffung

Der Lieferant deckt sich zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses mit jener Liefermenge ein, die mit dem Kunden vereinbart wurde. Der Lieferant vermeidet durch sofortige Beschaffung das Marktpreisrisiko; der Kunde kauft zu jenem Zeitpunkt, an dem ihm das Preisniveau attraktiv erscheint. Back-to-Back ist die typische Beschaffungsform für Energielieferanten im Großkundenvertrieb.

Baseload

Siehe Grundlast.

Blockheizkraftwerk

ist eine Anlage zur gekoppelten Erzeugung von Strom und Wärme nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung.

Börsenpreis

Der Börsenpreis ist jener Preis, der sich aus dem Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage während der Börsenzeit bildet. Im Strommarkt ist der Schnittpunkt zwischen Merit- Order-Kurve und Nachfragekurve für die Preisbildung maßgeblich. Die Preise für Endkunden werden im Wettbewerbsmarkt von den Entwicklungen an den Strombörsen bestimmt.

Brennwert

ist der in einem Brennstoff vorhandene Energieinhalt (Joule) pro Maßeinheit. Im Gegensatz zum Heizwert beinhaltet der Brennwert auch die Wärmeenergie des Wasserdampfes im Abgas. Die Maßeinheiten sind Kilojoule pro Kilogramm (kJ/kg) oder Kilojoule pro Kubikmeter (kJ/m3).

Brennwertkessel

ist ein Heizkessel, der den Energieinhalt des eingesetzten Brennstoffes nahezu verlustfrei nutzt. Er ist hinsichtlich Konstruktion und Material so beschaffen, dass auch die Wärmeenergie des im Verbrennungsgas enthaltenen Wasserdampfes genutzt werden kann (Brennwert).

Bruttostrompreis

Der Bruttostrompreis ist als Gesamtpreis zu verstehen, der Kunden in Rechnung gestellt wird. Er beinhaltet alle Steuern, Abgaben und sonstigen gesetzlichen Belastungen auf den Strompreis sowie den Netz- und Energieanteil.

C

CO2-Emissionshandel

Das Kyoto-Klimaschutz-Protokoll zum Schutz des Weltklimas sieht vor, dass mit CO2-Emissionen gehandelt werden kann. Dazu wurde ein EU-internes Emissions-Handelssystem (ETS) eingeführt. Im Rahmen dessen wird Unternehmen und Kraftwerken die Berechtigung für den Ausstoß einer bestimmten CO2-Emissionsmenge erteilt. Produzieren diese mehr CO2 als ihnen zugeteilt wurde, müssen sie entweder ihre Produktion einschränken oder Emissionsrechte (CO2-Zertifikate) zukaufen. Ziel ist es die Anlagen zu verbessern und weniger Emissionen auszustoßen. Produzieren die Unternehmen weniger CO2, können sie die überschüssigen Berechtigungen auf dem freien Markt verkaufen.

CO2-Zertifikate

Siehe CO2-Emissionshandel

Contracting

bedeutet, dass Energieanlagen oder Energie-Einsparmaßnahmen nicht durch die Gebäudeeigentümer, sondern durch einen externen Anbieter über die Energieeinsparung finanziert werden. Als Contractoren treten meist Anlagenhersteller, Energieversorger oder andere Dienstleister auf.

D

Dampfkraftwerk

ist ein kalorisches Kraftwerk, bei dem heißer Dampf für den Antrieb der Turbinen verwendet wird.

Day-ahead-Markt

Sieht Spotmarkt.

Drehstrom

(Dreiphasen-Wechselstrom) ist eine Form von Strom mit drei miteinander verketteten Wechselströmen. Für den Haushalt macht Drehstrom zwei elektrische Spannungen zugängig. Zusätzlich zu den üblichen 230 Volt besteht dadurch die Möglichkeit, leistungsstarke Verbraucher – wie den Elektroherd – an 400 V (früher 380 V) anzuschließen. Der 400-V-Anschluss wird dabei im Sprachgebrauch als Starkstrom bezeichnet.

Durchlauferhitzer

sind Geräte zur Warmwasserversorgung von Wohnungen und werden üblicherweise mit Erdgas oder Strom betrieben. Sie erwärmen das Wasser direkt während des Durchfließens des Gerätes.

Durchleitung

ist der Transport der elektrischen Energie vom Erzeugungs- zum Abnahmeort. Der Netzbetreiber ist verpflichtet, Strom vom Einspeiseort bis zur Abnahmestelle des Kunden weiterzuleiten und ist berechtigt, dafür den Systemnutzungstarif einzuheben.

E

E-Control

wurde am 1. März 2001 zur Umsetzung der Liberalisierung des österreichischen Energiemarktes als Elektrizitäts-Control GmbH (ECG) und als unabhängige Regulierungsbehörde für die Regulierung des Strom- und Gasmarktes mit Sitz in Wien gegründet. Deren Aufgabengebiet wurde inzwischen auch auf die Überwachung des Gasmarktes ausgedehnt. Zu ihren Aufgaben zählen u.a. die Wettbewerbsaufsicht, die Erstellung und Veröffentlichung von Strompreisvergleichen für Endverbraucher und die Erarbeitung von Marktregeln. Aktuell beschäftigt E-Control 110 Mitarbeiter.

EEX (European Energy Exchange)

Die EEX entstand im Jahr 2002 aus der Fusion der beiden deutschen Strombörsen LPX und EEX und hat ihren Sitz in Leipzig. Die EEX kann als wichtigste Energiebörse im zentraleuropäischen Markt angesehen werden. Sie ist Marktplatz für den Handel von Strom, Erdgas, CO2-Emissionsrechten und Kohle.

Eigenbedarf

Unter Eigenbedarf der Kraftwerke versteht man jenen Stromverbrauch, der für die Erzeugung, Verteilung und Verwaltung in Kraftwerken, Umspann- und Schaltanlagen, Verwaltungsanlagen und sonstigen Anlagen eines Unternehmens verbraucht wird.

Eigenerzeugung

Unter Eigenerzeugung versteht man die Erzeugung von elektrischer Energie in eigenen Anlagen. Wird die Energie an Dritte geliefert, so gilt der Erzeuger auch als Versorger.

Elektrische Felder

Jede elektrische Ladung und damit jeder spannungsführende Leiter ist von einem elektrischen Feld umgeben, dessen Richtung und Stärke durch Feldlinien dargestellt werden können. Die elektrischen Feldlinien führen definitionsgemäß von einer positiven zu einer negativen Ladung.

Elektrische Ladung

Die Maßeinheit der Elektrischen Ladung ist Coulomb (C) und wurde nach Charles Augustin de Coulomb (1736 – 1806) benannt. 1 Coulomb ist gleich der Elektrizitätsmenge, die während der Zeit von 1s bei einem zeitlich unveränderten elektrischen Strom der Stärke 1 A durch den Querschnitt eines Leiters fließt
(1 C = 1 As).

Elektrische Spannung

Die Maßeinheit ist Volt (V) und wurde nach dem italienischen Physiker Allesandro Volta (1745 – 1827) benannt. 1 Volt ist die elektrische Spannung zwischen zwei Punkten eines fadenförmigen, homogenen und gleichmäßig temperierten metallischen Leiters, in dem bei einem zeitlich unveränderlichen elektrischen Strom der Stärke 1 A zwischen den beiden Punkten die Leistung 1 W umgesetzt wird. Im Haushalt beträgt die elektrische Spannung üblicherweise 230 V. Im Falle von Drehstrom für größere Verbraucher 400 V.

Elektrischer Widerstand

Die Maßeinheit ist Ohm und wurde nach Georg Simon Ohm (1787 – 1854) benannt. 1 Ohm ist der elektrische Widerstand zwischen zwei Punkten eines fadenförmigen homogenen und gleichmäßig temperierten metallischen Leiters, durch den bei elektrischer Spannung von 1 V zwischen den beiden Punkten ein zeitlich unveränderter elektrischer Strom der Stärke 1 A fließt (1 Ohm = 1 V/A).

Elektrizität

ist die Gesamtheit der Erscheinungen, die auf elektrische Ladung zurückzuführen sind. Elektrische Vorgänge treten sowohl in der Natur als auch in künstlich erzeugter Form (elektrischer Strom) auf.

Elektrizitätsabgabe

Durch die Elektrizitätsabgabe wird elektrische Energie in Österreich einer Besteuerung unterzogen. Die Elektrizitätsabgabe beträgt derzeit 1,5 Cent pro Kilowattstunde. Die Elektrizitätsabgabe ist an das Finanzamt abzuliefern.

Elektron

Elektronen sind die negativ geladenen Elementarteilchen eines Atoms und bilden die Grundlage der Elektrizität. Wenn sich Elektronen bewegen, fließt elektrischer Strom.

Elektronenfluss

Strom kann nur in elektrischen Leitern in einem geschlossenen Stromkreis fließen. Der Leiter muss an beiden Polen einer Stromquelle angeschlossen sein. Am Minus-Pol herrscht Elektronenüberschuss, am Plus-Pol Elektronenmangel. Diesen Unterschied in den Ladungen nennt man Spannung. Werden die Pole mittels eines Leiters miteinander verbunden, so fließen Elektronen vom Minus-Pol zum Plus-Pol. Die Bewegung der Elektronen ist vergleichbar mit einer Kette fallender Dominosteine, da sich Elektronen nicht wie Wasserteilchen bewegen, sondern pendeln und anstoßen dadurch das nächstliegende Elektron, welches die Bewegung weitergibt.

ElWOG

Das Elektrizitätswirtschafts- und Organisationsgesetz (ElWOG) ist ein Bundesgesetz, mit dem die Organisation auf dem Gebiet der Elektrizitätswirtschaft geregelt wird. Es umfasst unter anderem Bestimmungen zur Entflechtung, Regelungen für Erzeugungsanlagen, Konsumentenschutzbestimmungen sowie Rechte und Pflichten der Marktteilnehmer und bildet allgemein den rechtlichen Rahmen des liberalisierten Strommarktes in Österreich.

Emissionen

Unter Emissionen versteht man die Abgabe von Stoffen, Energien und Strahlen durch eine bestimmte Quelle an die Umwelt.

Emissionshandel

Der EU-Emissionshandel (EU Emission Trading System – EU ETS) ist ein marktwirtschaftliches Instrument, um Treibhausgasemissionen zu senken. Das EU ETS trat am 1. Januar 2005 in Kraft und ist das erste multinationale Emissionshandelssystem. Die Zertifikate des EU ETS heißen European Allowance Units (EUA) und ein solches Zertifikat berechtigt zur Emission von einer Tonne Kohlendioxid (CO2) bzw. von einer Tonne CO2-Äquivalent.

Energie

Energie ist eine physikalische Zustandsgröße und bezeichnet die in einem Körper oder System gespeicherte Arbeit bzw. das Vermögen, Arbeit zu verrichten oder Wärme abzugeben. Energie tritt in verschiedenen Formen auf.

Energieanteil

Im Energieanteil sind sowohl die Kosten der Stromerzeugung als auch alle Kosten des Stromvertriebs enthalten. Er ist jener Teil des Strompreises, der durch freien Wettbewerb gebildet wird und sich maßgeblich an der Entwicklung der Strombörsen orientiert.

Energieeffizienz

Die Energieeffizienz gibt an, wie hoch der Energieaufwand ist, um einen bestimmten Nutzeffekt zu erzielen (Wirkungsgrad). Oft kann durch technische Maßnahmen oder eine Änderung der Nutzungsgewohnheiten eine Steigerung der Energieeffizienz erreicht werden. Große Erfolge lassen sich durch die Nutzung zuvor ungenutzter Anteile der Energieumwandlung erzielen (z.B. Kraft-Wärme-Kopplung). Die Energieeffizienz ist also höher, wenn mit einem geringen Energieaufwand ein hoher Nutzen erreicht wird.

Energieform

Man unterscheidet mechanische Energie, Wärmeenergie, elektrische Energie, Strahlungsenergie, Kernenergie und chemische Energie. Jede Energieform lässt sich auch in eine andere Form umwandeln.

Energiekennzahl

Der Energieausweis ist der schriftliche Nachweis des Energiebedarfes eines Gebäudes. Darin wird die für die Beheizung des Gebäudes benötigte Energie in Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr – der so genannten Energiekennzahl – ausgewiesen. Dieser Energieausweis wird spätestens ab 2009 bei Verkauf oder Vermietung auch vorzulegen sein. Ein niedriger Energiebedarf ist ein Qualitätsmerkmal und erhöht den Immobilienwert.

Energiemanagement

bedeutet die möglichst effiziente Anpassung der Energieerzeugung an den Energiebedarf, um dadurch kostenintensive Anlagen und unnötige Verluste zu vermeiden.

Energiemix

bezeichnet die Sicherstellung der Stromversorgung durch Erzeugung von Strom mittels verschiedener Energieträger. Die derzeitige Stromversorgung Österreichs basiert auf einem flexiblen Energiemix aus Wasserkraftwerken, Wärmekraftwerken und additiven erneuerbaren Energien (hauptsächlich Kleinwasserkraft-, Windkraft- und Biomasseanlagen).

Energiesparlampe

wird auch Kompakt-Leuchtstofflampe genannt und stellt eine besonders sparsame Lampenform dar. Die Energiesparlampe verbraucht – da sie weniger Energie in Wärme, aber mehr in Licht umwandelt – nur ca. 1/5 des Stromes einer Glühlampe und hat eine bis zu 15mal höhere Lebensdauer.

Energieträger

sind Rohstoffe, die Energie gespeichert haben und daher für die Gewinnung von Energie herangezogen werden können. Man unterscheidet bei den primären Energieträgern zwischen fossilen, Biomasse und Kernbrennstoffen. Fossile Energieträger sind vor allem Kohle, Öl oder Gas. Im täglichen Sprachgebrauch werden häufig Energiequellen wie Wasser, Wind und Sonne als erneuerbare Energieträger bezeichnet.

Engpassleistung

Die Engpassleistung ist jene Leistung, die ein Kraftwerk auf Dauer erbringen kann. Sie wird vom leistungsschwächsten Teil („Engpass“) bestimmt.

ENTSO-E

European Network of Transmission System Operators for Electricity (ENTSO-E bzw. vormals UCTE) ist die Vereinigung der europäischen Übertragungsnetzbetreiber. Ihr kommen wichtige Aufgaben im Bereich der Planung und des operativen Betriebs der europäischen Übertragungsnetze zu. Dabei sichert ENTSO-E die Stabilität im Übertragungsnetz und ist wesentlich für ein funktionierendes System der Stromübertragung in Europa verantwortlich. Zudem wird Strom, der an europäischen Strombörsen erworben wurde und dessen Herkunft unbekannt ist, als ENTSO-E-Mix bezeichnet und auf Rechnungen und Informationsmaterial mit dieser Bezeichnung ausgewiesen. Die durchschnittliche Zusammensetzung des Erzeugungsmix im ENTSO-E-Gebiet wird regelmäßig veröffentlicht.

Entstickungsanlage

(DENOx-Anlage) ist eine Anlage zur Reduktion der Stickoxidemissionen (NOx), die unter anderem für das bodennahe Ozon in den Sommermonaten verantwortlich sind. In Österreich sind alle Wärmekraftwerke damit ausgestattet.

Epex Spot

Epex  Spot ist eine Kooperation der Leipziger Energiebörse EEX und der französischen Powernext. Epex Spot betreibt seit 2009 den deutschösterreichischen, französischen und Schweizer Spotmarkt für Strom.

Erdung

ist die elektrisch leitende Verbindung zwischen einem elektrischen Gerät und gut leitenden Erdschichten. Es ist eine Maßnahme zum Schutz von Personen vor gefährlicher Berührungsspannung (Fehlerstrom-Schutzschalter).

Erneuerbare (regenerative) Energieträger

sind – korrekt gesehen – Energiequellen, welche sich ständig auf natürliche Weise erneuern, wie z.B. Wasser, Sonne, Biomasse, Wind, Erdwärme etc. -> (siehe auch: Alternativenergie).

Exaa

Die Exaa (Energy Exchange Austria) ist die österreichische Strombörse.

F

Farad

ist die Einheit der Kapazität und wurde nach Michael Faraday (1791 – 1861) benannt. Ein Kondensator hat die Kapazität 1 F, wenn eine Ladung von 1 Coulomb eine Spannung von 1 Volt an ihm erzeugt.

Fehlerstrom-Schutzschalter (FI-Schutzschalter)

ist die Schutzeinrichtung in einer elektrischen Anlage, die Menschenleben schützt. Der FI-Schutzschalter vergleicht den Stromabgang mit dem Stromrückfluss. Tritt eine Differenz auf – wenn Strom im Fehlerfall über die Erdung abfließt – dann schaltet er diesen binnen Sekundenbruchteilen ab. Der FI-Schutzschalter sollte zwei Mal jährlich mittels der neben dem Schalter angebrachten (gelben) Prüftaste geprüft werden!

Forwards

Forwards sind wie Futures Termingeschäfte, deren Erfüllungszeitpunkt in der Zukunft liegt. Im Unterschied zu Futures werden Forwards nicht an der Börse, sondern am OTC-Markt gehandelt. Forwards bieten im Vergleich zu standardisierten Produkten an der Börse eine höhere Flexibilität bei der individuellen Produktgestaltung.

Fossile Energieträger

Dazu zählen u.a. Erdöl, Erdgas und Stein- bzw. Braunkohle. Sie stehen im Gegensatz zu erneuerbaren Energieträgern nicht unbegrenzt zur Verfügung.

Francis-Turbine

Die Francis-Turbine wurde 1849 von dem angloamerikanischen Ingenieur James B. Francis entwickelt. Francis-Turbinen werden für Fallhöhen bis zu 500m eingesetzt. Das Wasser strömt durch einen Leitapparat mit verstellbaren Schaufeln auf die gegenläufig gekrümmten Schaufeln des Laufrades.

Freileitungen

Strom wird von den Kraftwerken in vier verschiedenen Spannungsebenen zu den Endverbrauchern transportiert. Eine Freileitung ist eine elektrische Leitung, bei der als Leiter nicht isolierte Leiterseile verwendet werden. Sie bestehen aus Masten, den Leiterseilen, durch die der Strom fließt, den Erdseilen als Sicherheitseinrichtung sowie den Isolatoren und Armaturen.

Futures

Als Futures werden standardisierte Terminkontrakte bezeichnet, bei denen sich der Käufer zur Abnahme und der Verkäufer zur Lieferung einer bestimmen Warenmenge (Strom) zu einem festgelegten Preis an einem vereinbarten Ort und zu einem bestimmten Datum in der Zukunft verpflichten. Futures werden ausschließlich an Börsen gehandelt und täglich abgerechnet.

G

Gas- und Dampf-Kraftwerk (GuD)

ist ein Kraftwerkstyp, in dem Dampf- und Gasturbinen zur besseren Energieausnutzung kombiniert werden. Dabei wird das heiße Abgas der Gasturbine zur Erzeugung des Wasserdampfes verwendet, womit dann noch mal eine Dampfturbine angetrieben wird. Das ergibt einen sehr hohen Kraftwerks-Wirkungsgrad.

Gebrauchsabgabe

ist eine von der Gemeinde vorgeschriebene Abgabe zur Benutzung von öffentlichem Grund beim Transport von Strom, Erdgas und Fernwärme.

Generator

ist eine Maschine zur Stromerzeugung, die mechanische Energie in elektrische Energie umwandelt. Ein Generator ist meist mit einer Turbine verbunden. Durch die Bewegungsenergie der Turbinenwelle entsteht im Generator elektrischer Strom. Dies geschieht durch die Bewegung eines elektrischen Leiters in einem Magnetfeld. Die einfachste Form eines Generators ist der Fahrrad-Dynamo, der die Drehbewegung des Rades zur Erzeugung elektrischer Energie nutzt.

Gigawatt (GW)

ist eine Einheit für Leistung. 1 GW = 1 Million Kilowatt = 1 Milliarde Watt.

Gigawattstunde (GWh)

ist die Einheit für Stromerzeugung und -verbrauch. 1 GWh = 1Mrd. Wattstunden (Wh) = 1 Mio. kWh.

Gleichstrom

Gleichstrom ist elektrischer Strom, der im Gegensatz zu Wechselstrom stets in gleicher Richtung fließt.

Glühlampe

ist eine Lampe, bei der ein Metallfaden durch Stromfluss so stark erhitzt wird, dass er glüht und als Lichtquelle benutzt werden kann. Eine spezielle Form der Glühlampe ist die Halogen-Glühlampe.

Großhandelspreis

Siehe Börsepreis.

Grundlast

Als Grundlast oder Base bezeichnet man die permanent im Energiesystem benötigte Leistung. Eine Base-Bandlieferung bezieht sich damit auf Liefermengen mit konstanter Leistung in den Stunden 00:00 bis 24:00.

Grundlaststrom

Der Grundlaststrom ist jener Teil des Stromverbrauchs, der über 24 Stunden annähernd gleich bleibt.

Grundpreis

ist der fixe Anteil des Preises von Strom, Erdgas oder Fernwärme. Im Gegensatz zum Arbeitspreis wird er auf einen Verbrauchszeitraum bezogen und ist unabhängig von der Liefermenge.

H

Halogen-Glühlampe

ist eine spezielle Art einer Glühlampe, deren Glaskolben mit Halogenen (meist Brom oder Jod) gefüllt sind, um die Lichtausbeute und Lebensdauer gegenüber konventionellen Glühlampen zu verbessern. Im Haushalt unterscheidet man Niedervolt- (12 Volt) und Hochvolt-Halogenlampen (230 Volt). Bei Niedervolt-Halogenlampen ist zusätzlich zur Lampe der Einsatz eines Transformators notwendig, der für den Betrieb zusätzlichen Strom benötigt.

Heizkraftwerk

Ein Heizkraftwerk ist ein Wärmekraftwerk, das nicht nur elektrische Energie, sondern hauptsächlich oder zusätzlich Fernwärme, Nahwärme oder Prozesswärme liefert. Heizkraftwerke sind Großanlagen, in denen Strom und Wärme erzeugt werden. Dies erfolgt mittels Kraft-Wärme-Kopplung. Bei diesem Kraftwerkstyp wird die entstehende Abwärme für Heizzwecke verwendet und in ein Fernwärmenetz gespeist.

Herkunftsnachweis

Siehe Stromkennzeichnung.

Hochspannung

Als Hochspannung wird elektrische Spannung über 1.000 Volt (1 kV) bezeichnet.

I

Immissionen

Als Immission wird die Einwirkung von Emissionen, wie Lärm und Schadstoffe, auf eine bestimmte Umgebung bezeichnet.

Induktion

Die Grundlage für die Stromerzeugung bildet die von Michael Faraday beschriebene elektromagnetische Induktion. Darunter versteht man die Erzeugung einer elektrischen Spannung in einem Leiter bei Änderung des ihn durchsetzenden magnetischen Feldes. Die Induktionsspannung ist die Ursache des dann fließenden Induktionsstroms.

J

Joule

Ist die Maßeinheit für Arbeit, Wärmemenge bzw. -verbrauch und wurde nach dem englischen Physiker James Prescott Joule (1818 – 1889) benannt. Sie wird verwendet für den Wärmeenergieinhalt von Energieträgern sowie die erzeugte bzw. verbrauchte Wärmemenge, z.B. in Heizkraftwerken.

K

Kalorische Kraftwerke (Wärmekraftwerke)

In diesen Anlagen wird zum Zwecke der Stromerzeugung Wärme durch Verbrennung erzeugt. Heißdampf (Dampfturbinen), heißes Abgas (z.B. Gasturbine) oder beides (Gas und Dampfkraftwerk) treiben dann Turbinen an. Der Großteil der österreichischen Wärmekraftwerke arbeitet mit Kraft-Wärme-Kopplungen und ist daher besonders energieeffizient.

Kaplan-Rohrturbine

Die Kaplan-Rohrturbine wurde für niedrige Fallhöhen bis max. 25m aus der Kaplan-Turbine entwickelt. Sie erzielt Leistungen bis zu 75 MW. Rohrturbinen werden, um Umlenkverluste weitgehend zu vermeiden, horizontal in Richtung des strömenden Wassers eingebaut. Rohrturbinen, auch Horizontalturbinen genannt, sind Platz sparend und ermöglichen eine geringere Bauhöhe der Krafthäuser.

Kaplan-Turbine

Die Kaplan-Turbine wurde 1913 vom österreichischen Ingenieur Viktor Kaplan entwickelt. Sie eignet sich besonders für Flüsse mit großen Wassermengen und geringem Gefälle. Das Laufrad der Kaplan-Turbine ist einem Schiffspropeller ähnlich. Durch dessen verstellbare Schaufeln strömen die Wassermassen und treiben die Turbinen an.

Kernenergie (Atomenergie)

nutzt die innere Bindungsenergie der Atomkerne. Die Kernbausteine verschiedener Atome sind unterschiedlich stark aneinander gebunden. Durch Kernumwandlung kann man Energie entweder durch Spaltung (Fission) schwerer Atomkerne – wie Uran – oder durch Verschmelzung (Fusion) leichter Atomkerne – wie Wasserstoff – gewinnen.

Kilovolt (kV)

ist die Einheit für die elektrische Spannung. 1 Kilovolt (kV) = 1.000 Volt (V). Sie wird verwendet für Stromnetze und -leitungen. Für diese wird Strom aus den Kraftwerken mittels Transformatoren auf höhere Spannungen gebracht, um auf längeren Strecken Leistungsverluste durch den Leiter-Widerstand zu verringern.

Kilowatt (kW)

ist die Einheit für Leistung (Anschlusswert) und entspricht 1000 Watt. Um daraus eine Energiemenge errechnen zu können, muss mit der Einschaltzeit multipliziert werden. Beispielsweise verbraucht eine Glühlampe mit 100 Watt Leistung (0,1 kW) in 10 Stunden eine Kilowattstunde (kWh) Strom und erzeugt ein Kraftwerk mit einer Leistung von 150 Megawatt (MW) bei Vollbetrieb in 10 Stunden 1500 Megawattstunden (MWh) = 1.500.000 kWh.

Kilowattstunde (kWh)

ist die Maßeinheit für Energie bzw. Arbeit. Es gilt: Arbeit ist Leistung in Kilowatt (kW) mal Zeit in Stunden (h). Der Energieverbrauch von Strom und Fernwärme sowie seit kurzem auch von Erdgas wird in kWh angegeben.

Kleinwasserkraftwerk

 ist ein Kraftwerk mit der erneuerbaren Energiequelle Wasser als Antrieb und einer höchsten Dauerleistung bis zu 10 Megawatt (MW). Kleinwasserkraftwerke werden in Österreich im Rahmen der Ökostromförderung gefördert.

Klima

Darunter versteht man den weitgehend stabilen Zustand der Atmosphäre in Abhängigkeit von Sonneneinstrahlung, Treibhauseffekt, geografischer Breite und Topografie (Ebene, Gebirge, Land, Meer). Durch die vermehrte Verbrennung fossiler Energieträger und den dadurch bedingten Anstieg von Treibhausgasen (z.B. CO2) in der Atmosphäre wird der Treibhauseffekt verstärkt, was zu einem globalen Klimawandel führt, dessen Folgen noch nicht absehbar sind (Kyoto-Klimaschutz-Protokoll).

Kraft-Wärme-Kopplung (KWK)

Das Grundprinzip von KWK-Anlagen ist die gleichzeitige Erzeugung von elektrischer Energie und Wärme. Die bei der Stromerzeugung anfallende Wärme wird entweder in ein Fernwärmenetz eingespeist oder direkt als Prozesswärme in Industrieanlagen verwendet. Auf diese Weise kann der Gesamtwirkungsgrad der Anlage wesentlich erhöht werden. Große KWK-Anlagen, wie sie die österreichische Elektrizitätswirtschaft einsetzt, arbeiten in der Regel auf Basis eines Dampfturbinenprozesses. Mit modernen Anlagen kann eine Brennstoffausnutzung bis nahezu 86 Prozent erreicht werden. Ein Großteil der österreichischen Wärmekraftwerke ist mit KWK-Anlagen ausgerüstet und arbeitet daher sehr energieeffizient.

Kraftwerk

Kraftwerke sind Anlagen zur Erzeugung elektrischer Energie wie z.B. Kalorische Kraftwerke, Wasserkraftwerke, Gezeitenkraftwerke, Windkraftwerke, Sonnenkraftwerke.

Kyoto-Klimaschutz-Protokoll

Hierbei handelt es sich um ein internationales Abkommen zum Klimaschutz der UN-Organisation UNFCCC, das 1997 beschlossen wurde. Es definiert die Ziele für die Verringerung des Ausstoßes von Treibhausgasen, die als Auslöser der globalen Erwärmung gelten. Die Industrieländer haben darin zugesagt, bis 2012 ihre Treibhausgas-Emissionen(z.B. Kohlendioxid) um 5,2 Prozent unter das Niveau von 1990 zu senken. Innerhalb dieses Regimes hat sich die EU verpflichtet, ihre Emissionen um 8 Prozent abzusenken, wobei für Österreich ein Minus von 13 Prozent vereinbart ist.

L

Lastverteiler

ist eine Einrichtung in Energieversorgungsunternehmen, um die Energieverteilung bedarfsgerecht und optimiert zu steuern.

Laufwasserkraftwerk

Hierbei wird aufgestautes Flusswasser unmittelbar zur Stromerzeugung genutzt. Sie wandeln die Kraft des fließenden Wassers von Flüssen in elektrische Energie um, haben einen sehr hohen Wirkungsgrad und verursachen keine Emissionen.

Leistung

ist das Maß für das Arbeitsvermögen pro Zeiteinheit und wird in der Einheit Watt (W) angegeben. 1 Kilowatt (kW) = 1.000 Watt; 1 Megawatt (MW) = 1.000.000 Watt; 1 Gigawatt (GW) = 1.000.000.000 Watt. Hat ein Kraftwerk eine Leistung von 100 Megawatt, erzeugt es bei Vollbetrieb in zehn Stunden 1.000 Megawattstunden (MWh) = 1 Gigawattstunde (GWh) Strom.

Leitungsschutzschalter

sind eine Bauart von Sicherungen und werden umgangssprachlich auch als Sicherungsautomat bezeichnet.

Leuchtstofflampen

sind Lampen, bei denen ein gasgefüllter Glaskolben mit Strom durchflossen wird. Ein fluoreszierender Leuchtstoff an der Innenseite des Glaskolbens wandelt die daraufhin entstehenden UV-Strahlen in sichtbares Licht um. Leuchtstofflampen werden umgangssprachlich als Neonröhren bezeichnet, obwohl nicht Neon, sondern Quecksilberdampf und Argon als Leuchtgas beinhaltet sind. Leuchtstofflampen zeichnen sich durch ihre Produktvielfalt, den geringen Stromverbrauch und die hohe Lebensdauer aus. Energiesparlampen zählen ebenfalls zu den Leuchtstofflampen.

Liberalisierung des Strommarktes

Der österreichische Strommarkt ist seit dem 1. Oktober 2001 vollständig liberalisiert. Grundlage dafür bildet das Elektrizitätswirtschafts- und -organistationsgesetz 1998 (ElWOG). Mit dem ElWOG wurde die Elektrizitätsbinnenmarktrichtlinie in österreichisches Recht umgesetzt. Durch die Liberalisierung erfolgte eine Öffnung des Strommarktes hin zu einem freien Wettbewerbsmarkt.

M

Megawatt (MW)

ist ein Maß für die elektrische Leistung: 1 MW = 1.000 kW (Kilowatt) = 1.000.000 W (Watt). Diese Einheit der Leistung wird für mittlere und große Kraftwerke verwendet. Klein-Wasserkraftwerke leisten bis zu 10 MW. Moderne große Windräder geben ein bis sechs MW ab. Etwa zehn moderne Automotoren wären notwendig, um ein MW bereitzustellen. Die größten thermischen Kraftwerke in Österreich haben eine Leistung von bis zu 800 MW.

Megawattstunde (MWh)

ist eine Maßeinheit für Energie bzw. Arbeit: 1 MWh = 1.000 kWh (Kilowattstunden).

Merit-Order-Kurve

Die Merit-Order-Kurve setzt sich aus den Grenzkosten – also den Kosten der Bereitstellung einer zusätzlichen Einheit (z. B. eine MWh) – der einzelnen Erzeugungstechnologien zusammen. Der Verlauf der Merit-Order-Kurve bestimmt letztendlich den Börsepreis, der sich an jener Stelle einpendelt, wo die Angebotskurve (also Merit-Order-Kurve) auf die Nachfragemenge stößt. Ausschlaggebend für den Preis sind demnach jeweils genau die Grenzkosten jener Erzeugungstechnologie, die gerade notwendig ist, um die Nachfrage, gereiht nach den günstigsten Erzeugungskosten, decken zu können.

N

Nachhaltigkeit

ist im Sinne der Energiepolitik der schonende Umgang mit Ressourcen, so dass auch nachfolgende Generationen noch über sie verfügen können.

Nachtspeicher-Heizgerät

ist ein Heizgerät, bei welchem Nachtstrom als Heizenergie eingesetzt wird. Meist werden dazu speicherfähige Steine elektrisch aufgeheizt. Die gespeicherte Wärme wird dann tagsüber – meistens mit Hilfe eines Gebläses – an die Raumluft abgegeben.

Nachtstrom

ist verbilligter Strom, der zu Zeiten geringer Stromabnahme (meist in der Nacht) Nachtspeicher-Heizgeräte und Warmwasserspeicher kostengünstig aufheizt.

Netz

ist die Gesamtheit der miteinander verbundenen Anlagenteile zur Übertragung und Verteilung elektrischer Energie.

Netzanteil

Der Netzanteil des Strompreises besteht aus mehreren Komponenten und wird behördlich festgelegt. Er setzt sich aus dem Netznutzungsentgelt, dem Netzverlustentgelt und dem Entgelt für Messleistungen sowie den Kosten für die Förderung von Ökostrom zusammen.

Netzbetreiber

sind Unternehmen, die ein Übertragungs- oder Verteilungsnetz betreiben. Im Falle von Strom geschieht dies mit einer Nennfrequenz von 50 Hertz. Die Frequenz gibt wieder, wie oft sich beim Wechselstrom die Stromrichtung pro Sekunde ändert.

Netzeinspeisung

ist die Lieferung von überschüssigem Strom, beispielsweise aus netzgekoppelten Photovoltaik-Anlagen, ins Netz eines Energieversorgers zu einem fixierten Einspeisetarif. Der eingespeiste Strom muss die Qualitätskriterien des Versorgers erfüllen, um negative Einflüsse auf das Netz zu vermeiden.

Netzfrequenz

Als Netzfrequenz wird die Frequenz von Wechselstrom oder -spannung in einem Elektrizitätsnetz bezeichnet. In Europa ist diese Frequenz auf 50 Hz standardisiert. Unter Frequenz versteht man die Anzahl der Schwingungen pro Sekunde. Die Einheit der Frequenz ist Hertz (Hz) und wurde nach Heinrich Hertz (1857 – 1894) benannt. 1 Hz ist 1 Schwingung pro Sekunde.

Netzlast

Der Gesamtverbrauch aller zu einem Zeitpunkt aktiven Verbraucher wird umgangssprachlich als Netzlast bezeichnet. Als vertikale Netzlast wird die Summe aller Übertragungen aus dem Übertragungsnetz zu Endverbrauchern bzw. Transformatorstationen verstanden.

Netznutzung

Unter Netznutzung versteht man die Einspeisung und Entnahme von elektrischer Energie aus dem Netzsystem.

Netznutzungsentgelt / Systemnutzungstarif

dient zur Abgeltung der Kosten für die Errichtung, den Ausbau, die Instandhaltung und den Betrieb des Strom- oder Gasnetzes.

Netzstabilität

Um Netzstabilität zu gewährleisten ist es notwendig, auf plötzlich auftretende – also nicht geplante – Veränderungen der Netzlast und der Erzeugung so zu reagieren, dass es zu keinen Versorgungsausfällen kommt. Ein wichtiges Prinzip dabei ist die (n-1)-Sicherheit. Sollte eine Einheit (etwa ein Kraftwerk oder eine Leitung) plötzlich nicht mehr zur Verfügung stehen, müssen die verbleibenden Einheiten die Versorgung aufrechterhalten können.

Netzverlustentgelt

Für den Ausgleich von Transportverlusten im Stromnetz muss Energie zugekauft werden. Die Kosten für diese Beschaffung werden durch das Netzverlustentgelt abgegolten. Um möglichst verlustarm zu transportieren, sind hohe Transportspannungen (bis 400 kV) nötig.

Nutzungsgrad

ist der Vergleich der eingesetzten Energie (z.B. Brennstoffbedarf) mit dem damit erreichten Ergebnis (z.B. elektrischer Strom).

O

OeMAG

Die OeMAG (Abwicklungsstelle für Ökostrom AG) ist für die Abrechnung des Ökostroms in Österreich verantwortlich und führt die gesamte Ökostromabwicklung durch. Zu ihren Hauptaufgaben zählt die Abnahme des Ökostroms zu den durch das Ökostromgesetz bestimmten Preisen, die Berechnung der Ökostromquoten, die tägliche Zuweisung des Ökostroms auf Grund der Ökostromquoten an die Stromhändler, die Bewirtschaftung der neu geschaffenen Förderkontingente sowie die Abwicklung der Förderanträge.

Option

Darunter versteht man eine spezielle Form des Termingeschäfts, bei dem vertraglich das Recht (keine Verpflichtung) eingeräumt wird, eine Ware unter bestimmten Bedingungen zu erwerben oder zu veräußern. Grundsätzlich kann zwischen einer Kaufoption (Call) und einer Verkaufsoption (Put) unterschieden werden.

OTC-Markt

Der Begriff OTC steht für „Over the Counter“. Als OTC-Markt bezeichnet man den außerbörslichen Handel. Die Vertragspartner am OTC-Markt verhandeln bilateral individuelle Geschäfte aus.

Ö

Ökostrom

Das österreichische Ökostromgesetz, das seit 2002 die Förderung bundesweit einheitlich regelt und 2012 grundlegend novelliert wurde, hat eine Steigerung des geförderten Ökostroms um 4400 MW bzw. 10.500 GWh bis 2020 zum Ziel. Dies wird voraussichtlich 2020 zu einem Anteil des geförderten Ökostroms von etwa 24 Prozent am Endverbrauch führen. Als Ökostrom wird Strom aus Wind, Photovoltaik, Geothermie, Kleinwasserkraftwerken, Biomasse sowie Deponie-, Klär- und Biogas bezeichnet. Diese Formen der Stromerzeugung weisen heute (mit Ausnahme der Wasserkraft) größtenteils noch keine marktfähigen Preise auf und werden daher durch ein entsprechendes Fördersystem unterstützt. Aktuell wird ein durchschnittlicher Haushalt mit insgesamt 80 Euro (inkl. USt.) pro Jahr bzw. 2,3 ct/kWh für die Ökostromförderung belastet. Die Erzeugung von Ökostrom ist zumeist teurer als die konventionelle Stromerzeugung, daher wurden auch Unterstützungsinstrumente eingeführt.

P

Peakload

Siehe Spitzenlast

Pelton-Turbine

Die Pelton-Turbine gehört zur Gruppe der Freistrahlturbinen und wurde 1880 vom amerikanischen Ingenieur Lester Pelton entwickelt. Sie ähnelt am stärksten dem klassischen Wasserrad. Bei Pelton-Turbinen strömt das Wasser mit sehr hoher Geschwindigkeit auf die Schaufeln. Bei den Freistrahlturbinen wird die potenzielle Energie des Wassers schon in der Leitvorrichtung in Bewegungsenergie umgewandelt. Das Wasser trifft in freiem Strahl auf das Laufrad.

Phelix

Phelix steht für "Physical Electricity Index" und ist ein stundengewichteter Durchschnittspreis pro Tag, der für Base und Peak berechnet wird. Der Phelix-Index ist der Referenzpreis für Strom in Kontinentaleuropa.

Photovoltaik / Solarenergie

ist die direkte Umwandlung von Lichtenergie in elektrische Energie in Solarzellen. Bei voller Sonnenstrahlung (ca. 1.000 Watt pro Quadratmeter) kann eine Solarzelle 10-15 Prozent dieser Energie direkt in Strom verwandeln. Ihr Beitrag zur Stromerzeugung ist derzeit noch gering. Die Produktionskosten für Solarzellen sind zwar in den vergangenen Jahren deutlich gesunken, die photovoltaische Stromgewinnung ist aber immer noch deutlich teurer als die aus anderen regenerativen Energiequellen.

Primärenergie

Als primäre Energieträger werden zur Stromgewinnung verwendbare Rohstoffe bezeichnet. Neben den fossilen Energieträgern wie Kohle, Erdgas und Erdöl gehört – neben der Kernenergie – auch die Biomasse dazu.

Prosumer

Der Begriff Prosumer setzt sich aus den Worten „Producer“ und „Consumer“ zusammen. Der Begriff bezeichnet Endverbraucher, die nicht nur Strom verbrauchen, sondern auch selbst Strom ins Netz einspeisen, z. B. über Solaranlagen.

Pufferspeicher

ist ein gedämmter Speicherwasser-Behälter, in dem überschüssige Heizungswärme zu einer späteren Verwendung aufbewahrt wird. Er dient der Überbrückung von Versorgungsengpässen (z.B. bei Solaranlagen) oder zur Optimierung der Betriebsweise von schlecht regelbaren Heizanlagen (z.B. bei Festbrennstoffkesseln).

Pumpspeicherkraftwerke

Pumpspeicherkraftwerke können elektrische Energie in umweltfreundlicher und wirtschaftlicher Weise sowohl speichern als auch erzeugen und spielen daher eine wichtige Rolle bei der Stabilisierung des Stromnetzes. Bei Stromproduktionsüberschuss (z. B. durch starkes Windaufkommen) wird Wasser in ein Speicherbecken
hinaufgepumpt. Bei Verbrauchsspitzen wird durch Ablassen wieder Strom erzeugt und ins Netz eingespeist. Alle Pumpspeicherkraftwerke in Österreich zusammen können etwa 3,2 TWh an Energie speichern. Das würde theoretisch reichen, Österreich 16 Tage lang mit Strom zu versorgen.

R

Realer Strompreis

Der reale Strompreis gibt den Strompreis in Bezug auf ein Basisjahr an und ist inflationsbereinigt. Er gibt damit Auskunft über die tatsächlichen Kosten des Stroms im Verhältnis zur Entwicklung der Inflation. Der reale Strompreis für Energie- und Netzanteil ist in den vergangenen Jahren deutlich gesunken.

Regenerative Energie

(Erneuerbare Energiequellen) sind Energiequellen, welche sich ständig auf natürliche Weise erneuern, wie z.B. Wasser, Sonne, Biomasse, Wind, Erdwärme etc.

Regulator

Als Regulator fungiert in Österreich die Energie-Control Austria (E-Control). Diese wurde 2001 eingerichtet, um die Umsetzung der Liberalisierung des österreichischen Strom- und später auch des Gasmarktes zu überwachen, zu begleiten und gegebenenfalls regulierend einzugreifen. Die E-Control beschäftigt derzeit 110 Mitarbeiter.

S

Sekundärenergie

Energieträger, die durch Umwandlung oder Aufbereitung von Primärenergieträgern (Primärenergie) entstanden sind. Diese oftmals aufwändige Umwandlung ist notwendig, um den Energieträger nutzbar zu machen. Typische Sekundärenergieträger sind Strom, Heizöl, Flüssiggas, Biogas, Benzin, Diesel, Koks und Pellets, aber auch Wasserstoff.

Sicherung

ist eine Schutzeinrichtung in einem Stromkreis, welche den Strom bei zu hoher Stromstärke unterbricht. Sie schützt Geräte und Kabel vor dadurch entstehenden Schäden. Schutz für den Menschen gewährt der FI-Schalter.

Smart Grids

Der Begriff intelligentes Stromnetz (englisch: smart grid) umfasst die Vernetzung und Steuerung von Stromerzeugern, Speichern, elektrischen Verbrauchern und dem Netzsystem über IT-Kommunikationswege.

Smart Meter

Eine wichtige Rolle beim Management der Smart Grids spielen „intelligente“ Stromzähler (Smart Meter), die im Haushalts- und Gewerbebereich die bisher üblichen Ferraris-Zähler ersetzen. Bis 2018 sollen nach den Plänen der EU schrittweise mindestens 80 Prozent der Endkunden mit „Smart Meter“ ausgestattet sein, die fernauslesbar und in einem bestimmten Rahmen auch fernsteuerbar sind. Im Rahmen von Pilotprojekten haben die österreichischen Elektrizitätsversorger bereits etwa 100.000 Smart Meters bei ihren Kunden installiert und umfangreiche Erfahrungen gesammelt.

Solarenergie

ist die allgemeine Bezeichnung für die Strahlungsenergie der Sonne. Die Nutzung kann auf direktem Weg, beispielsweise durch Wärmegewinnung mittels Sonnenkollektoren, oder durch Stromerzeugung mittels Solarzellen (Photovoltaik), oder indirekt beispielsweise mit Hilfe einer Wärmepumpe, erfolgen.

Sonnenkollektor

ist eine Vorrichtung zur Wärmegewinnung aus der Sonnenstrahlung. Er nimmt die im Sonnenlicht enthaltene Energie auf – diese wird für Wassererwärmung und / oder Heizung verwendet werden. Die gängigsten Bauformen sind Flach- und Vakuumkollektoren.

Spannungsebene

ist die Einteilung der Stromnetze nach der Höhe der elektrischen Spannung. Man unterscheidet das Niederspannungsnetz bis 1 kV (Kilovolt), das Mittelspannungsnetz zwischen 1 kV und 35 kV, das Hochspannungsnetz zwischen 35 kV und 110 kV und das Höchstspannungsnetz über 110 kV, z.B. das 400-kV-Netz.

Speicherkraftwerke

sind Wasserkraftwerke mit zumindest einem Stausee im Gebirge. Bei einem Speicherkraftwerk wird das Wasser zur Stromerzeugung aus einem hochgelegenen natürlichen oder künstlichen See über ein Kraftwerk abgeleitet. Zur möglichst effizienten Nutzung der Wasserkraft wird das Wasser häufig nachts wieder ins Speicherbecken zurückgepumpt. In diesem Fall wird es als Pumpspeicherkraftwerk bezeichnet.

Spitzenlast

Spitzenlast oder Peakload bezeichnet den Zeitbereich mit hoher Stromnachfrage. Üblicherweise tritt erhöhte Nachfrage tagsüber an Werktagen auf. An der Leipziger Strombörse EEX wird Spitzenlaststrom für den Zeitbereich Montag bis Freitag, 08:00 bis 20:00 gehandelt.

Spitzenstrom

ist jene Menge des Verbrauches, die die Grundlast übersteigt. Der Grundlaststrom ist jener Teil des Stromverbrauchs, der über 24 Stunden annähernd gleich bleibt.

Spotmarkt

Der Spotmarkt ist im Gegensatz zum Terminmarkt jener Markt, auf dem Lieferungen und Bezüge von Energie für den nachfolgenden Tag (deshalb auch Day-ahead-Markt genannt) angeboten und nachgefragt werden. Der Spotmarkt wird oft auch als Kassamarkt bezeichnet.

Starkstrom

Der 400-V-Anschluss wird im Sprachgebrauch als Starkstrom bezeichnet. Drehstrom ist eine Form von Strom mit drei miteinander verketteten Wechselströmen. Für den Haushalt macht Drehstrom zwei elektrische Spannungen zugängig. Zusätzlich zu den üblichen 230 Volt besteht dadurch die Möglichkeit, leistungsstarke Verbraucher – wie den Elektroherd – an 400 V (früher 380 V) anzuschließen.

Strom

Die Bewegung elektrischer Ladungsträger (Elektronen) wird als Strom bezeichnet. Diese in der Atomhülle vorhandenen Teilchen sind Träger der kleinstmöglichen negativen Ladung. Oftmals ist damit einfach die Übertragung elektrischer Energie gemeint.

Stromerzeuger

sind Unternehmen, die elektrische Energie erzeugen. Stromerzeuger müssen nicht unbedingt auch eigene Verteilernetze besitzen oder den Strom selbst verkaufen.

Stromhändler

beziehen Strom von den Erzeugern und versuchen, diesen direkt (OTC – Over the counter) oder über eine Strombörse (z.B. EXAA, EEX) an Kunden weiterzuverkaufen. Im Gegensatz zu Strommaklern kaufen sie den Strom erst auf eigene Rechnung und suchen dann die Abnehmer.

Stromkennzeichnung

Die Stromkennzeichnung ist ein wichtiger Aspekt, um die Stromherkunft für den Kunden nachvollziehbar und transparent zu gestalten und macht auf einen Blick ersichtlich, aus welchen Quellen der gelieferte Strom stammt. Sie ist verpflichtend auf Rechnungen und Informationsmaterial auszuweisen. In Österreich erfolgt die Stromkennzeichnung über standardisierte Herkunftsnachweise, die genauen gesetzlichen Regelungen unterliegen.

Stromkennzeichnung / Labeling

Im Rahmen der Stromkennzeichnung (Labeling) sind die Stromlieferanten verpflichtet, die Herkunft des von ihnen gelieferten Stroms auf der Stromrechnung auszuweisen. Die exakte Zuordnung und der eindeutige Nachweis der Herkunft von Strom aus erneuerbaren Energien erfolgt über Herkunftsnachweise, die für zertifizierten Strom durch den Netzbetreiber ausgestellt werden. Die eingesetzten Energiequellen und Energieträger werden auf jeder Rechnung ausgewiesen.

Stromkreis

Elektronen strömen „im Kreis“ von der Stromquelle (Kraftwerk) über Leitungen zum Verbraucher (z.B. Waschmaschine) und zurück zur Stromquelle. Im Verbraucher, etwa einer Glühbirne, verrichten die Elektronen Arbeit (Licht, Wärme). Schalter (z.B. Lichtschalter) schließen den Stromkreis, sodass die Glühbirne leuchtet, oder sie unterbrechen ihn und die Lampe bleibt dunkel.

Stromstärke

Die Einheit der Stromstärke ist Ampere (A). Die Stromstärke ist die Elektrizitätsmenge in der Zeiteinheit.

Stromzähler

ist ein Messgerät zur Erfassung gelieferter oder verbrauchter elektrischer Energie.
Vergleiche auch Smart Meter.

T

Tarif

Vor der Liberalisierung war der Tarif die Bezeichnung für den behördlich genehmigten Strompreis (Energie und Netz). Seit Öffnung des Strommarktes wurde dies abgelöst durch den frei verhandelbaren Energiepreis und den nach wie vor behördlich genehmigten Systemnutzungstarif / Netznutzungsentgelt.

Terminmarkt

Am Terminmarkt werden, im Gegensatz zum Spotmarkt, Bezüge von Strom für einen zukünftigen Zeitraum gehandelt. Charakteristisch für den Terminmark ist das zeitliche Auseinanderfallen von Verpflichtungs- und Erfüllungsgeschäft. An der EEX werden Futures für den aktuellen Monat, die nächsten neun Monate, die nächsten elf Quartale und die nächsten sechs Jahre angeboten. Der Terminmarkt bietet die Möglichkeit, Preise abzusichern. Termingeschäfte können sowohl über die Börse als auch OTC abgewickelt werden.

Terrawattstunde (TWh)

Dies ist die größte gebräuchliche Einheit für Stromerzeugung bzw. -verbrauch. Sie wird verwendet für die Erzeugungskapazität von großen Kraftwerksparks bzw. für den Energieverbrauch ganzer Länder. Eine Terawattstunde (TWh) sind eine Milliarde Kilowattstunden. Der jährliche Stromverbrauch beträgt in Österreich rund 70 TWh

Transformator

kurz Trafo genannt, ist ein elektrisches Gerät zur Erhöhung oder Herabsetzung der elektrischen Spannung von Wechselströmen.

Trassenlänge

Die Trassenlänge ist die Länge einer Strecke, die von einer Leitung zur Stromübertragung überbrückt wird.

Turbine

ist eine Strömungsmaschine, in der die Strömung von Flüssigkeiten oder Gasen in eine Drehbewegung umgewandelt wird. In Kraftwerken sind sie mit Generatoren gekoppelt, um diese Drehbewegung zur Erzeugung von elektrischer Energie zu nutzen.

U

Umspannwerke

sind Knotenpunkte in der Energieverteilung und haben die Aufgabe, die elektrische Energie in die für die Übertragung notwendigen unterschiedlich hohen Spannungen umzuwandeln. Umspannwerke wandeln z.B. die Wechselspannung von 380 kV bzw. 220 kV auf 110 kV um. Mit 110 kV erfolgt eine weitere regionale Verteilung des Stroms zu den Umspannwerken, wo sie weiter umgewandelt werden. Zusätzlich erfolgt von ihnen aus auch die Verteilung auf die weiteren Streckenabschnitte.

Unbundling / Entflechtung

Im Zuge der Liberalisierung der europäischen Strom- und Gasmärkte wurde von der EU-Kommission festgelegt, dass Verkauf und Verteilung von Energie nicht von ein und demselben Unternehmen durchgeführt werden darf. Unbundling bedeutet daher die Trennung zwischen dem regulierten Netzbereich und dem im Wettbewerb stehenden Vertrieb / der Produktion von Strom bzw. Erdgas in einem Energieunternehmen. Seit 2001 ist das buchhalterische Unbundling in Österreich vorgeschrieben, seit 2004 das organisatorische und seit 2006 auch das gesellschaftsrechtliche Unbundling.

V

Variable Kosten

Als variable Kosten werden, im Gegensatz zu Fixkosten, jene Kosten bezeichnet, die zur Bereitstellung eines Gutes notwendig sind, ohne Berücksichtigung der Fixkosten. In der thermischen Stromerzeugung werden beispielsweise Brennstoffkosten oder Kosten für Emissionszertifikate als variable Kosten bezeichnet, nicht hingegen die Kosten des Kraftwerksbaus selbst.

Verbrauchspreis

ist der verbrauchsabhängige Teil des Energiepreises, der für die tatsächlich geleistete Arbeit (z.B. Cent pro Kilowattstunde) verrechnet wird. Bei Strom wird er auch als Verbrauchspreis bezeichnet. Im Gegensatz dazu gibt es den fixen Grundpreis, der sich auf einen Verbrauchszeitraum bezieht.

Verbrauchsspitzen

Bezeichnet Zeitpunkte, an denen ein besonders hoher Strombedarf besteht. Der Stromverbrauch ist über das Jahr hinweg nicht konstant, sondern verändert sich mit dem tages- und jahreszeitlichen Verbraucherverhalten und Bedarf.

Versorgungssicherheit

trägt dem Anspruch der Kunden auf eine lückenlose Energieversorgung Rechnung. Durch vertragliche Regelungen sind Verantwortungsbereiche für Netzbetreiber und Stromerzeuger festgelegt. Doch nur das perfekte Zusammenspiel von Netzinfrastruktur und Erzeugung gewährleistet auch tatsächlich die Versorgungssicherheit. Der Netzbetreiber ist für den ordnungsgemäßen Betrieb seines Netzes und somit für die Versorgungssicherheit zuständig.

Volt (V)

ist die Einheit für die elektrische Spannung und wurde nach dem italienischen Physiker Alessandro Volta (1745 – 1827) benannt. Sie bezeichnet den Unterschied der Ladungen mit Elektronen an den Polen einer Stromquelle. 1 Kilovolt (kV) = 1.000 Volt (V). Im Haushalt beträgt die Spannung 230 V bzw. 400 V bei Drehstromanschluss. Für Transportzwecke werden in Österreich Spannungen bis zu 400 kV verwendet.

W

Wärme

ist die Bewegungsenergie von Molekülen und Atomen eines Stoffes. Bewirkt die Zufuhr von Wärmeenergie bei einem Stoff eine Temperaturerhöhung, spricht man von fühlbarer Wärme.

Wärmekraftwerk (auch kalorisches oder thermisches Kraftwerk&

In diesen Anlagen wird zum Zweck der Stromerzeugung Wärme durch Verbrennung erzeugt. Heißdampf (Dampfturbinen), heißes Abgas (z.B. Gasturbine) oder beides (Gas und Dampfkraftwerk) treiben dann Turbinen an. Ein Großteil der österreichischen Wärmekraftwerke arbeitet in Verbindung mit einer Kraft-Wärme-Kopplung und erzeugt daher gleichzeitig Strom und Nutzwärme. Dadurch wird ein besonders hoher Wirkungsgrad erreicht.

Wasserkraft

ist in Österreich mit einem Anteil von über 65 Prozent die wichtigste erneuerbare Energie. In einem Wasserkraftwerk strömt Wasser zu einer oder mehreren Turbinen, die einen Generator antreiben, der Strom erzeugt. Weltweit liegt der Anteil an der Stromerzeugung bei nur rund 20 Prozent.

Wasserkraftwerk

In einem Wasserkraftwerk wird Wasser als Antriebsenergie genutzt. Das Wasser setzt eine Turbine in Bewegung, die wiederum einen Generator zur Stromerzeugung antreibt. Man unterscheidet Laufkraftwerke und Speicherkraftwerke.

Watt (W)

ist die Einheit der elektrischen Leistung und wurde nach dem Schotten James Watt (1736 – 1819), dem Erfinder der modernen Dampfmaschine, benannt. Bei Strom ergibt sich die Leistung, wenn man die Stromstärke (A) mit der elektrischen Spannung (V) multipliziert. 1 Megawatt (MW) = 1.000 Kilowatt (kW) = 1.000.000 Watt (W). Heute wird in Watt, Kilowatt oder Megawatt ausgedrückt, zu welcher Spitzenleistung eine Maschine oder ein Gerät fähig ist.

Wechselstrom

ist elektrischer Strom, dessen Stärke und Richtung sich zeitlich ändert. In der Technik werden meist sinusförmige Wechselströme verwendet. Wechselströme entstehen primär durch Induktion im elektrischen Generator und ihre Frequenz ist zumeist 50 Hz (Netzfrequenz). Durch Verkettung dreier, um je 120 Grad phasenverschobener, Wechselströme entsteht Drehstrom. Haushaltsstromnetze funktionieren mit Wechselstrom.

Wertschöpfungskette

Wertschöpfung ist die Summe aller in einem Unternehmen oder einem Wirtschaftssystem über eine gewisse Periode hin geschaffenen Werte. Die Wertschöpfungskette ist der Weg des gesamten Produkts oder der Dienstleistung vom Lieferanten über den Hersteller bis zum Endkunden bzw. die Gesamtheit der Primär- und Sekundärprozesse, die in einem Unternehmen oder einem Wirtschaftssystem zur Schaffung von Mehrwert beitragen. In der E-Wirtschaft kann die Wertschöpfungskette im Wesentlichen durch die Bereiche Erzeugung, Handel, Vertrieb, Übertragung und Verteilung zusammengefasst werden und beschreibt den Weg des Stroms und der damit verbundenen Wertschöpfung von der Erzeugung bis zum Endkunden.

Windkraftanlage

ist eine Anlage zur Erzeugung von elektrischer Energie und wird auch als Windkraftwerk bezeichnet. Die Drehbewegung des Rotors wird dabei auf einen Generator übertragen, der Strom erzeugt. Die Windkraftanlangen werden oft in so genannten Windparks zusammengefasst. Windkraftwerke sind besonders wetteranfällig, ihre Produktionsschwankungen müssen daher durch andere Erzeugungsformen, so genannte „Schattenkraftwerke“(vor allem Wärmekraftwerke), im flexiblen Energiemix ausgeglichen werden.

Wirkungsgrad

bezeichnet das Verhältnis von abgegebener zu aufgewendeter Energie bei Energieumwandlungsprozessen, z. B. wie viel Wärmeenergie bei der Verbrennung von Erdgas im Verhältnis zum Brennstoffeinsatz gewonnen wird. Der Wirkungsgrad wird in Prozent angegeben. Ältere Wärmekraftwerke ohne Kraft- Wärme-Kopplung erreichen im Schnitt lediglich 40-43 Prozent. Moderne Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung erreichen bereits bis zu 86 Prozent Wirkungsgrad.

Z

Zählernummer

ist die Identifikationsnummer auf Strom- oder Gaszählern und ist auf dem Zähler vermerkt.

Zählpunktbezeichnung

ist die internationale Kennzeichnung des Zählerplatzes, ist 33-stellig und beginnt in Österreich mit den Buchstaben „AT“. Sie stellt den Ort dar, wo der Stromfluss messtechnisch erfasst wird und ist die Schnittstelle zwischen dem Netz und der Kundenanlage und daher auch für den Lieferantenwechsel wichtig. Sie wird auf jeder Stromrechnung ausgewiesen.