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Strom ist nicht gleich Strom! - Die Qualität entscheidet

Spricht man bei der Versorgung mit elektrischer Energie von Qualität, so können damit die Kriterien Versorgungszuverlässigkeit, Spannungsqualität und Kommerzielle Qualität gemeint sein.

In den drei Bereichen Versorgungszuverlässigkeit, Spannungsqualität und Kommerzielle Qualität werden von der Vereinigung der europäischen Regulatoren (CEER) im 4. Benchmarking Report über die Qualität der Elektrizitätsversorgung 2008 Vergleiche zwischen den Ländern der Europäischen Union publiziert.

Ad Versorgungszuverlässigkeit:

Die Versorgungszuverlässigkeit wird über die mittlere Häufigkeit und Dauer von Versorgungsunterbrechungen von Kunden gemessen. Die Bewertung liefert eine Reihe von Zuverlässigkeitskennzahlen, die sogenannten Ausfallsindices. Derzeit gibt es auf europäischer Ebene die Bestrebung diese Indices in einer neuen Europanorm zu vereinheitlichen. Damit soll die europaweite Vergleichbarkeit der Versorgungssituation gewährleistet werden, denn für viele Industriezweige ist die Versorgungszuverlässigkeit ein wesentlicher Parameter für die Standortwahl.

Ad Spannungsqualität:

Die Spannungsqualität beschreibt die technischen Merkmale der gelieferten Spannung. Sie ist ein Maß für die Verwendbarkeit der gelieferten elektrischen Energie und damit wesentlich für das Funktionieren der Geräte auf Kundenebene. Die wesentlichen Parameter der Spannungsqualität sind in der Europanorm EN 50160 definiert und beschreiben die Abweichung der Spannung von ihrer idealen Sinusform. Computer, Fernsehgeräte, Haushaltsgeräte aber auch im Besonderen industrielle Steuer- und Regelgeräte funktionieren nur dann einwandfrei, wenn die Spannungsqualität passt.

Die Mitglieder von Oesterreichs Energie erheben bereits seit Jahren die Spannungsqualität mittels standardisierter Methoden. Jährlich werden zwei Messkampagnen durchgeführt, bei denen innerhalb eines festgelegten Wochezeitraums die Spannungsqualität an bestimmten Stellen im heimischen Stromnetz erhoben wird. Die Ergebnisse werden regelmäßig im Fachmagazin von Oesterreichs Energie veröffentlicht.

Ad Kommerzielle Qualität:

Die Kommerzielle Qualität ist derzeit noch nicht umfassend definiert. Sie beinhaltet die Dienstleistungen des Verteilnetzbetreibers gegenüber seinem Kunden. Indikatoren könnten Anforderungen an definierte Dienstleistungen sein, wie beispielsweise den Netzanschluss, die Erreichbarkeit und die Reaktionszeit des Telefonservice. Der 4. CEER-Benchmarking-Report beschäftigt sich auch mit der kommerziellen Qualität, allerdings ist ein europäischer Vergleich mangels vergleichbarer Indices nur bedingt aussagekräftig.

Ad Netzqualität:

Die Netzqualität ist ein guter Indikator für den tatsächlichen Zustand der Netze. Es sollte daher an dieser Stelle nochmals betont werden, wie wichtig es vor allem im liberalisierten Markt ist, dass dem Netzbetreiber die Kosten für Instandhaltung und Ausbau der Netze auch voll anerkannt werden. Denn nur so kann er die gewohnte Netzqualität auch in Zukunft dauerhaft aufrecht erhalten.