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Rolle der Strombörsen

Die Endkundenpreise werden maßgeblich durch Europas Strombörsen bestimmt, für Österreich sind dabei die Spotbörsen EPEX SPOT und EXAA und die Leipziger EEX relevant.

Strombörsen sind organisierte Marktplätze für Strom, wo Angebot und Nachfrage den Preis bestimmen. Der Handel an der Strombörse erfolgt über standardisierte Produkte wie zum Beispiel Futures, das sind standardisierte börsengehandelte Termingeschäfte. Strombörsen bieten große Liquidität (genügend Zahlungsmittel und Handelspartner, um ein Wirtschaftsgut schnell umsetzen zu können) und eine Absicherung gegen das Risiko des Ausfalls eines Geschäftspartners (Kontrahentenrisiko) für Stromanbieter und Stromnachfrager.

Das Clearing (Auf- und Verrechnung von Forderungen und Verbindlichkeiten aus Wertpapier- und Termingeschäften) börslicher und außerbörslicher Geschäfte (OTC Clearing) übernimmt die European Commodity Clearing AG (ECC), eine Tochtergesellschaft der EEX. Das Clearing und Settlement (Abschluss und Erfüllung eines Börsengeschäfts) aller Spot- und Termingeschäfte in Strom erfolgt durch die ECC.

Nicht standardisierte Termingeschäfte (Forwards), deren Struktur durch die Vertragsparteien individuell vereinbart wird, werden nicht an Börsen gehandelt, sondern am OTC-Markt (Over-the-Counter). Der Handel erfolgt meist über Broker. Vorteile des OTC-Handels sind die Möglichkeit der individuellen Produktgestaltung und die Schnelligkeit durch den direkten Kontakt zwischen den Handelspartnern. Nachteilig gegenüber der Börse als Handelsplatz ist die geringere Liquidität und dass keine automatische Absicherung des Kontrahentenrisikos besteht.