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Strom und Preis – Fakten zum österreichischen Strommarkt

Österreich ist europäischer Spitzenreiter bei der Stromproduktion aus erneuerbaren Energien: 67,2 Prozent stammen aus Wasserkraft und 11,9 Prozent aus Windkraft, Fotovoltaik und biogenen Brennstoffen.

2013 standen Stromimporten von 24,9 TWh nur noch Exporte von 17,7 TWh gegenüber. Im Stromaustausch mit den Nachbarländern ist Österreich also immer stärker auf Importe angewiesen, was langfristig ein Problem für die Versorgungssicherheit werden kann. Gründe dafür sind der stark gebremste Ausbau der österreichischen Wasserkraft und die Verwerfungen an den Strombörsen, die den Einsatz der hocheffizienten Gaskraftwerke Österreichs unwirtschaftlich machen.

3500 kWh beträgt der von der Statistik verwendete Durchschnittsverbrauch eines Haushalts im Jahr. Bei einem Durchschnittspreis von 20,8 Cent/kWh im Jahr 2013 ergeben sich monatliche Stromkosten von 60,67 Euro, davon 22,44 Euro für Steuern und Abgaben. Die Nutzung des Netzes und seiner Dienstleistungen kostet Haushalte im Schnitt 15,77 Euro/Monat. Ohne Stromsteuern und -abgaben könnte elektrische Energie um gut ein Drittel billiger sein.

Steuern und Abgaben stiegen in den vergangenen Jahren auf mehr als das Doppelte. Der Arbeitspreis für Strom und die Netzkosten wurden im Vergleich zu allen anderen Preisen dagegen sogar billiger: Die Inflation lag in Summe bei 36 Prozent, die Preissteigerung bei Strom nur 19 Prozent.

Der Strompreis, der vom Endverbraucher zu entrichten ist, enthält verschiedene Komponenten, die vom Stromlieferanten nicht beeinflusst werden können, beispielsweise die Finanzierung der Ökostromförderung Die Erzeuger von gefördertem Ökostrom erhalten unter diesem Titel insgesamt 657 Mio. Euro pro Jahr. 8,9 Prozent des Preises für jede kWh, den Haushalte zahlen, gehen derzeit an die Ökostromerzeuger. Unternehmen verbrauchen mehr Strom, zahlen einen größeren Teil der Ökostromkosten, aber der Aufpreis auf die kWh ist im Schnitt geringer.

Die Staatseinnahmen aus Stromsteuern, die von den Stromkunden zu bezahlen waren, betrugen 2013 rund 2,15 Mrd. Euro. Natürlich erhält der Staat auch Steuern von der E-Wirtschaft selbst und ihren Auftragnehmern – in Summe 1,5 Mrd. Euro im Jahr 2013. Und schließlich gibt es auch noch die Erträge von Unternehmen im Besitz der öffentlichen Hand – rund 0,5 Mrd. Euro flossen 2013 auf diese Weise in Richtung der öffentlichen Budgets.

Das meiste Geld aus der Ökostromförderung geht mit rund 371 Mio. Euro an den Biomasse-Sektor. Die Windkraft, die den meisten und am wirtschaftlichsten Ökostrom produziert, bekommt weniger als ein Drittel des Fördergelds. Kleinwasserkraft und Fotovoltaik rangieren weit dahinter.

In steigendem Ausmaß wurde seit der Liberalisierung auch die Stromerzeugung mit Systemkosten belastet. Insgesamt sind es jährlich derzeit 440 Mio. Euro an regulatorischen und staatlich induzierten Kosten. Diese Kostenbelastung verschlechtert die Wettbewerbsposition der Stromproduktion im Inland gegenüber ausländischen Konkurrenten, die teilweise geringere Belastungen tragen müssen.

Die Kostenbelastung der Erzeugung ist problematisch, da die Erträge der Stromproduktion in Folge des Preisverfalls an den Strombörsen massiv gesunken sind. Gegenwärtig machen die Belastungen der Erzeugung durch regulatorische und staatlich induzierte Kosten bereits 16 Prozent des Marktwerts des gesamten in Österreich produzierten Stroms aus. Vor drei Jahren betrugen die regulatorischen Kosten lediglich neun Prozent des Marktwerts.

 

  • Ökostrom kostet das Dreifache seines Marktwertes.
  • Sein Gesamtpreis ist dreimal so hoch wie der Wettbewerbsanteil am Haushaltsstrompreis.
  • Der Anstieg der Steuern und Abgaben betrug in den vergangenen drei Jahren das Dreifache der Strompreisentwicklung.
  • Die Strommarktregulierung zieht Belastungen von rund 460 Mio. Euro nach sich.
  • Der Börsenwert der Stromproduktion eines ganzen Jahres in Österreich betrug 2011 noch 4,7 Mrd. Euro. Durch den Verfall der Strompreise ist dieser Wert auf 2,7 Mrd. Euro gesunken.
  • Die Einspeisetarife summieren sich laut Ökostromgesetz auf 657 Mio. Euro.
  • Die elf Prozent Ökostrom kosten die Stromkunden genauso viel, wie ein Viertel der gesamten österreichischen Stromproduktion am Markt wert ist.
  • Ökostromproduzenten leisten geringere Beiträge zur Finanzierung des Systems. Sie liefern elf Prozent des Stroms, tragen aber nur drei Prozent der regulatorischen Kosten.