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Deutsch-österreichische Preiszone als Erfolgsmodell

Der grenzüberschreitende Stromhandel hat dafür gesorgt, dass das Ziel eines einheitlichen europäischen Stromgroßhandelsmarktes ein gutes Stück näher gerückt ist. Besonders positives Beispiel: die deutsch-österreichische Preiszone.

Seit dem Anfang der Strommarktliberalisierung hat sich das Handelsvolumen an den europäischen Großhandelsmärkten stark erhöht. Nicht nur die bilateralen Over-the-Counter-Märkte (OTC-Märkte), sondern auch im Besonderen die Energiebörsen haben dazu beigetragen, dass sich liquide, nach den Gesetzen von Angebot und Nachfrage bestimmte Handelsplätze gebildet haben. Die Transparenz, die damit geschaffen wurde, wirkt sich positiv auf Kunden und Produzenten aus. Nach dem Wunsch der Europäischen Kommission soll bis 2014 der europäische Energiebinnenmarkt fertig gestellt sein und nach harmonisierten Regeln funktionieren. In den letzten Jahren hat durch verstärkten internationalen Stromaustausch eine weitere Integration stattgefunden. Von besonderer Bedeutung für die österreichische Stromwirtschaft ist in diesem Zusammenhang die gemeinsame Preiszone mit Deutschland, die in Summe einen Markt in der Größenordnung von rund 600 TWh Verbrauchsabsatz bildet.

Reger Handels- und Energieaustausch möglich

Durch die engpassfreie Grenze konnte sich ein reger Handels- und Energieaustausch zum Wohle der beiden Länder entwickeln, der bereits auf eine Tradition weit vor der Liberalisierung zurückblicken kann. Die Preiszone Deutschland-Österreich ist die bedeutendste am Terminmarkt der European Energy Exchange AG (EEX) mit Sitz in Leipzig bzw. am Day-ahead-Markt der EPEX SPOT SE (EPEX SPOT) mit Sitz in Paris. Die Umsatzvolumina haben sich in den letzten Jahren positiv entwickelt bzw. sind auf sehr hohem Niveau stabil geblieben.

Der Handelsumsatz am börslichen Terminmarkt (Futures und geclearte Terminprodukte) an der EEX entspricht betragsmäßig ungefähr dem Doppelten des Verbrauchsabsatzes im Gebiet der gesamten Preiszone Deutschland-Österreich. Darüber hinaus wird ein Vielfaches auch noch am bilateralen OTC-Markt gehandelt wobei die Preise für diese OTC-Produkte nahezu identisch mit den Futures an der EEX sind. Die größten Wachstumsraten waren am börslichen Spotmarkt festzustellen, da auf diesem unter anderem in den letzten Jahren vermehrt die Erzeugung aus erneuerbarer Energie – vor allem aus schwankender Winderzeugung und Fotovoltaik in Deutschland – gehandelt wurde.

Dieser kurzfristige, physikalische Marktplatz deckt betragsmäßig bereits rund 40 Prozent des Verbrauchsabsatzes in der Preiszone Deutschland-Österreich ab. An der EPEX SPOThandeln in der Preiszone Deutschland-Österreich derzeit rund 200 Marktteilnehmer; dass mehr als die Hälfte der Marktteilnehmer nicht aus den beiden angeführten Ländern kommt, zeigt das Vertrauen der europäischen Stromhandelsszene in den Marktplatz EEX bzw. EPEX SPOT.