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Fact Sheet: G-Komponente

Österreich-Abgabe gefährdet heimische Kraftwerke

Österreichische Kraftwerke über fünf MW zahlen im Gegensatz zu den Kraftwerken in den umliegenden Ländern ein hohes Entgelt für die Verwendung der Stromnetze. Dieses Systemnutzungsentgelt für Erzeugung (Generation) wird auch G-Komponente genannt und führt zu einer Mehrbelastung der Stromerzeugung in Österreich von nahezu 200 Mio. Euro pro Jahr.

Die Abgabenlast in Österreich belastet E-Wirtschaft und Verbraucher gleichermaßen. Seit der Liberalisierung des Strommarktes stiegen Steuern und Abgaben um weit mehr als 100 Prozent. Im Gegenzug blieben die tatsächlichen Strompreise sogar deutlich unter der Inflationsrate. Für Konsumenten und Industrie bedeutet das, dass sie von den günstigen Strompreisen nichts merken.

Für die E-Wirtschaft hat die heimische Abgabenlandschaft oft einen klaren internationalen Wettbewerbsnachteil zur Folge. Beispiel dafür ist das Netznutzungsentgelt für Erzeugung (Generation), kurz „G-Komponente“. Faktum ist: Für Kraftwerke über fünf Megawatt (MW) ist hierzulande ein Entgelt für die Nutzung der Stromnetze zu entrichten. Und das nicht zu knapp. Denn im europäischen Vergleich (siehe Grafik) gehört Österreich zu den mit Abstand am höchsten belasteten Stromstandorten.

In 21 Ländern ist überhaupt keine G-Komponente zu berappen. Abgesehen von der Slowakei, in der eine minimale Abgabe zu entrichten ist, finden sich in dieser Gruppe auch sämtliche Nachbarstaaten Österreichs. Während sich die meisten skandinavischen Länder im Mittelfeld der G-Komponenten-Staaten finden, liegt Österreich gemeinsam mit Großbritannien unangefochten an der Spitze. Die Dimension der Gesamtbelastung für die Branche ist dabei keineswegs zu unterschätzen. Jährlich kommt es durch die G-Komponente für die heimische E-Wirtschaft zu erheblichen Mehrkosten.

Die schiere Existenz der G-Komponente, und dann auch noch ihre Höhe, haben einige negative Auswirkungen auf den Standort. Die höheren Erzeugungskosten für in Österreich produzierten Strom haben zur Folge, dass die Wettbewerbsfähigkeit des heimischen Stroms sinkt. Die ohnehin auf Rekordniveau befindlichen Stromimporte steigen. Das ist keine gute Nachricht für die heimische Öko- und Klimabilanz.

In Österreich erzeugter Strom wird zu rund 80 Prozent aus erneuerbaren Quellen gewonnen. Ein Umstand, der für Importe gemeinhin nicht gilt.

Eine wirtschaftliche Konsequenz der Importabhängigkeit ist wiederum, dass sich Investitionen in neue Anlagen oder auch nur in die Instandhaltung bestehender kaum oder gar nicht mehr rechnen. Die Reduktion der Investitionstätigkeit schlägt sich wiederum auf die evidenten Beschäftigungseffekte der Branche durch und gefährdet tausende Arbeitsplätze.

Die Herstellung fairer Wettbewerbsbedingungen wäre also nicht nur im Sinne der E-Wirtschaft selbst, sondern hätte auch positive standortpolitische und umweltbezogene Effekte. Gerade mit Blick auf die Situation in den Nachbarländern kann das Ziel eigentlich nur die ersatzlose Streichung der G-Komponente sein.

Die Positionen von Oesterreichs Energie zur G-Komponente
  • Herstellung fairer Wettbewerbsbedingungen für in Österreich erzeugten´Strom
  • Abschaffung des Netznutzungsentgelts für Erzeugung (G-Komponente)
Download Fact Sheet G-Komponente